Bernard Tomic

01. Februar 2018 17:08; Akt: 01.02.2018 17:11 Print

Rettet der Dschungel die Karriere des Tennisrüpels?

Nach dem TV-Abenteuer verspürt Bernard Tomic wieder Lust auf seinen Beruf. Wie lange seine Motivation anhält, ist allerdings fraglich.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Er kam als Tennisflegel ins Dschungelcamp, als unbelehrbarer Talentverschwender, der höchstens noch Schlagzeilen generierte, wenn er sich wieder einmal unflätig benommen hatte. Er ging als geläuterter Mann, der wieder Lust auf eine sportliche Karriere verspürt. Zumindest vermittelte Bernard Tomic diesen Eindruck.

Umfrage
Schafft es Bernard Tomic, seine Karriere noch einmal neu zu lancieren?

Der Australier erzürnt seit Jahren Fans, Umfeld, Landsleute und Berufskollegen. Auch in den vergangenen Monaten leistete er sich einige Verfehlungen. Nach seinem Erstrunden-Out in Wimbledon erklärte Tomic, er habe sich auf dem Court gelangweilt. Trophäen zu gewinnen, bedeute ihm längst nichts mehr. Als er jüngst in der Qualifikation des Australian Open scheiterte, sagte er, er gehe nun seine Millionen zählen. Immerhin: Unehrlichkeit kann ihm niemand vorwerfen.

Viel Reue, keine Kindheit

Die Suche nach einer Beschäftigung, die den lustlosen Zeitgenossen wenigstens vorübergehend erfüllen sollte, brachte ihn in den Krüger-Nationalpark. Zusammen mit anderen Prominenten liess sich Tomic für die australische Version des Dschungelcamps in die südafrikanische Wildnis verfrachten. Um zu beweisen, dass er doch eigentlich ein «normaler und ziemlich cooler Kerl» sei, von dem die Leute ein falsches Bild hätten.

Im TV-Format, das viel Raum für Selbstreflexion und persönliche Gespräche bietet, formulierte Tomic einige überraschende Sätze. Die fehlende Motivation erklärte er damit, dass er seit seinem achten Lebensjahr kein Leben neben dem Tennis gehabt habe. Drastischer ausgedrückt: «Ich hatte keine Kindheit.» Was viel mit seinem überehrgeizigen Vater John zu tun hat, der zu Gewalt neigt und einst einem Sparringspartner seines Sohnes das Nasenbein brach. Tomic sagte auch: «Ich bereue 80 Prozent von dem, was ich getan habe.» Die Aussage mit dem Millionenzählen fällt in diese Kategorie.

Depression statt Hochgefühl

Die Langeweile im Dschungel setzte dem 25-Jährigen schon bald zu. Er hatte gehofft, das Campieren und die neuen Leute würden ihn «glücklich machen und verändern». Stattdessen fiel er in ein Loch. «Ich bin den halben Tag deprimiert. Ich will nicht ständig darüber nachdenken, wie ich im letzten Jahr gespielt habe und wo ich eigentlich stehen sollte», gestand der in der Weltrangliste auf Platz 168 Gefallene vor laufender Kamera. Er versicherte: «Jetzt werde ich mich wieder auf meine Karriere konzentrieren. Ich werde versuchen, mehr zu spielen und das zu tun, was ich am besten kann.»


Also blieb ihm nur eine Option: Er verliess das Camp. Gereift und geläutert. Diesen Anschein erweckte er jedenfalls. Und doch muss eine Frage erlaubt sein: Wie lange dauert es, bis Bernard Tomic die Lust an seinem Beruf erneut vergeht? Im Dschungel hielt er es drei Tage aus.

(kai)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • komiker am 01.02.2018 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tomic

    ist das nicht eine komische welt , die einen gehen nach australien , die australier gehen nach suedafrika , verkehrte welt .

  • Dan am 01.02.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seine Entscheidung

    C-Promi, wie alle anderen Camp-Teilnehmer. Wie im Dschungel so auch auf dem Platz.

  • Daniele Suter am 02.02.2018 04:23 Report Diesen Beitrag melden

    Blaise Pascal

    meinte einmal, dass die grösste Tragödie der Menschen darin bestehe, dass sie es sich gar nicht mit sich selbst aushalten können. Nach drei Tagen Reflexion und Enthobensein seiner alten Welt hielt er es bereits nicht mehr aus. Solche inneren Löcher müssen ständig kompensiert werden mit endlosen Ablenkungen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cousin It am 02.02.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Karriere?

    Wer bei so etwas mitmacht, hat keine Karriere mehr.

  • Jamaika Jamal am 02.02.2018 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Selbstwertgefühl mehr

    Wer bei so einer Sendung mitmacht ist unten durch.

  • Daniele Suter am 02.02.2018 04:23 Report Diesen Beitrag melden

    Blaise Pascal

    meinte einmal, dass die grösste Tragödie der Menschen darin bestehe, dass sie es sich gar nicht mit sich selbst aushalten können. Nach drei Tagen Reflexion und Enthobensein seiner alten Welt hielt er es bereits nicht mehr aus. Solche inneren Löcher müssen ständig kompensiert werden mit endlosen Ablenkungen.

  • Cohle am 02.02.2018 00:44 Report Diesen Beitrag melden

    Trainer wechsel

    Er ist ein echtes Talent. Kenne die Gründe natürlich nicht und wo es genau hackt/e. Aber ich befürchte dass sein Vater und gleichzeitig Trainer hauptverantwortlich ist. In youtube die Begriffe "tomic miami Vater" eingeben. Gibt ein kleinen Einblick.

  • IchDuWir am 01.02.2018 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu bedauern...

    da hat einer sein pulver schon ganz früh verschossen... in stuttgart geboren, eltern kroatischer herkunft und heute australier... die mutter von roger kommt aus südafrika;) schon cool wie bunt die welt ist und aus welchen ressourcen wir menschlich schöpfen können... hoffe für ihn, dass er die kurve kriegt.