SRF-Sportchef Mägerle

01. Februar 2018 08:35; Akt: 01.02.2018 08:35 Print

«Dem Publikum zeigen, was es an der SRG hat»

von A. Stäuble - SRF Sport will während Olympia und vor No Billag punkten. Leiter Roland Mägerle im Interview.

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Roland Mägerle, Sie kennen das: In jedem Fussballfan steckt auch ein Nationaltrainer. Wie oft wird Ihnen gesagt, wie man Sport-TV machen könnte?
Tagtäglich. Die Leute haben zumindest eine Vorstellung davon, wie man es machen sollte, oder welche Person am Fernsehen funktioniert und wer nicht. Die Tipps sind vielfältig, und ich bin ehrlich, wenn ich sage, dass ich diesen Austausch schätze. Es ist nicht zu jeder Tageszeit gleichermassen angenehm, aber es ist wichtig, solche Einschätzungen zu berücksichtigen.

Umfrage
Werden Sie die Olympischen Spiele auf SRF verfolgen?

Was ist der häufigste Input?
Oft geht es ums Personal. Meist sind es die Kommentatoren, die polarisieren, gefallen oder nicht. Aber das zeigt mir, dass unsere Sendungen konsumiert werden und man sich damit auseinandersetzt. Das wird auch im Sommer während der WM der Fall sein. Am Ende ist der Fussball insgesamt dazu da, Diskussionsstoff zu liefern. Gerade wenn es darum geht, was den Leuten gefällt und was man besser machen kann. Davon leben wir.

Unterstützen Sie Moderatoren und Kommentatoren, die polarisieren, oder treten Sie eher auf die Bremse?
Primär ist mir wichtig, dass sie authentisch sind. Es funktioniert nicht, wenn man etwas vorspielt. Gerade in den Bereichen Moderation und Live-Kommentar ist man total ausgestellt. Entsprechend werden die Leute ausgesucht, ausgebildet und gefördert. Sie sollen eine persönliche Note einbringen.

Während der Olympischen Spielen werden Paddy Kälin und Lukas Studer live aus Südkorea durch das Programm führen. Wie erfolgt die Auswahl der Protagonisten im Hinblick auf einen solchen Event?
Im Vorfeld von Grossprojekten gibt es ein Projektteam, dessen Leitung entsprechende Vorschläge macht. Den finalen Entscheid fällt die Abteilungsleitung. Eine wesentliche Rolle spielt auch, dass während dieser Zeit noch anderer Sport stattfindet und die Ressourcen beschränkt sind.

Also kommt das finale Okay, wer vor der Kamera steht, von Ihnen?
Die wichtigsten Personalentscheide werden von der Abteilungsleitung gemeinsam gefällt.

Die Personaldecke ist dünner geworden. Wie wird das Personal in einem Olympia- und WM-Jahr eingeteilt?
Es wird schon sehr stark in Anspruch genommen. Ein Jahr wie 2018 ist für alle eine grosse Herausforderung und bedingt eine sorgfältige Planung.

Inwiefern hat No Billag die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele beeinflusst?
Wir haben versucht, uns wie immer vorzubereiten. Unmittelbar vor der Abstimmung die Olympischen Spiele im Programm zu haben, sehe ich als grosse Chance. Wir können dem Publikum zeigen, was es an der SRG hat.

Kann die Performance von SRF Sport Einfluss auf den Ausgang der Abstimmung haben?
Auch im Sport können wir unsere Stärken zeigen. Wir bieten Sport für die ganze Schweiz. Davon profitiert das Publikum auch während der Winterspiele.

Zwischen 2004 und 2015 haben Sie sich bei der SRG um Grossprojekte gekümmert. Wie hat sich die Arbeit rund um die Olympischen Spiele verändert?
Sei es technisch oder logistisch: Die Organisation und Umsetzung wird immer komplexer und aufwendiger. Zudem sind wir jedes Mal von neuem gefordert, neue Anreize zu schaffen und das Programm attraktiver zu machen. Das erwarten die Zuschauer auch. Abgesehen davon sind wir sehr stark vom Erfolg der Schweizer Athletinnen und Athleten oder der Nationalmannschaft abhängig. Davon haben wir insbesondere in den letzten Jahren profitiert.

Grundsätzlich: Sind Sie zufrieden mit der Programmleistung von SRF Sport?
Zu hundert Prozent ist man das nie. Wir haben den Anspruch, immer besser zu werden, klar ist aber auch: Unsere Ressourcen sind beschränkt. Deshalb lässt sich nicht immer unmittelbar alles umsetzen und zur Perfektion treiben.

Sie sind seit über zwei Jahren im Amt. Wie viel Roland Mägerle steckt in SRF Sport, und wie zeigt sich das?
Es geht nicht darum, wie viel das ist, sondern darum, zusammen mit dem Team das Programm zu entwickeln. Gerade weil wir über ein breites Angebot an Sportrechten verfügen. Ich bin nicht derjenige mit den Ideen, sondern der, der mit dem Team Überlegungen anstellt und eine Richtung ansteuert. Wir verfügen über viele gute und kreative Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Konzepte entwickeln, die auch umgesetzt werden.

Als wie kreativ würden Sie sich bezeichnen?
Kreativität ist wohl nicht meine ganz grosse Stärke. Ich verstehe es aber gut, links und rechts zu schauen und zu hören und verschiedenste Inputs – interne und externe – aufzunehmen, einzuordnen und so wiederzugeben, dass sich daraus etwas machen lässt. Ich würde nicht für mich in Anspruch nehmen, dass ich derjenige mit den zündenden Ideen bin, aber ich kann ein Umfeld schaffen, in dem Kreativität ausgelebt und umgesetzt werden kann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Petschili am 01.02.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurz und bündig

    Definitives JA zu No-Bilag !!!!

    einklappen einklappen
  • gloria derungs am 01.02.2018 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine zwangsgebühren mehr

    wer olympia schauen will, kann das auch auf ZDF, ARD, ORF.. wir brauchen nicht dieses zückerchen, das gerechtfertigt die ZWANGSGBÜHR nicht. darum eun JA zur NoBillag. geben wir der SRG die chance, marktgerecht zu produzieren, wie jede KMU auch.

    einklappen einklappen
  • Rolando Fleckflitzer am 01.02.2018 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Performance für welche Bewohner?

    Ich schaue kein Fernsehen und zahle ca. 450.-- CHF für Billag. Ich habe nichts von der SRG.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Swiss-Walker am 01.02.2018 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wessen stimmt eigentlich?

    Olympische Spiele haben generell sehr hohe Einschaltquoten - das Zwischenergebnis der Umfrage ergibt aber, dass sich 50% überhaupt nicht dafür interessieren. Wer schwindelt hier? Vermute es sind die vielen Schwarzseher....

  • Frank N. Stein am 01.02.2018 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    51%

    interessieren die spiele nach dieser umfrage nicht. und trozdem macht die srg ein millionen tamtam um den quatsch. ja zu noBillag

  • VollAntiUndSo am 01.02.2018 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschützte Werkstätte SRG

    Super Titel! Die hatten lange genug uns was zu zeigen, ist ja ein Fernsehsender. Was ich gesehen habe, reicht! Die Rechnung dafür will ich auch nicht mehr sehen!

  • Joghurt am 01.02.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    @ Rolando Fleckflitzer

    Hallo, mit der Mediengebühr unterstützen Sie nicht nur SRF TV. Und sind Sie absolut sicher, dass Sie noch nie etwas von der SRG oder den mit der Mediengebühr unterstützten privaten Medien genutzt haben (Radio, Online, Teletext, Verkehrsmeldungen, Metro etc.) ?

  • PhilK am 01.02.2018 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Approach

    Die SRG würde besser ein Commitment zu mehr Sparbemühungen machen, aber Sparen scheint nach wie vor nicht die Absicht der SRG zu sein: für Gestalten wie Mona Vetsch oder Wannenmachet werden neue Formate kreiiert, so reist erstere mit zu den olympischen Winterspielen, Sportkommentatoren reisen mit Cokommentatoren um die halbe Welt um Tennis, Motor- oder Skisport zu kommentieren. Das würde doch auch es dem Studio in Zürich gehen, ist aber nicht halb so lässig. Die SRG schafft dauernd neue (online) Sender, so sichert sie sich mehr Lizenzen und mehr Anteile am Billag-Kuchen! Ja zu No-Billag!