Der harte Weg zurück

17. August 2010 07:57; Akt: 17.08.2010 09:04 Print

«Ich will es einfach zurück schaffen»«Ich will es einfach zurück schaffen»

von Herbie Egli - Ob Daniel Albrecht nach seinem Horrorsturz in den Ski-Weltcup zurückkehrt, ist weiter ungewiss. Für sein Comeback tut der Walliser aber alles.

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Daniel Albrecht im Interview mit 20 Minuten Online. (Video: Mathieu Gilliand/Marion Bangerter) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Rund eineinhalb Jahre sind seit Daniel Albrechts Horrorsturz in Kitzbühel vergangen. Heute merkt man dem 27-jährigen Walliser nichts mehr an, dass er im Januar/Februar 2009 ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt und drei Wochen im künstlichen Tiefschlaf lag. Nach dem missglückten Comeback-Versuch im letzten Winter unternimmt der Kombinations-Weltmeister von 2007 nun einen neuen Anlauf. Im Moment fernab von der Heimat.

Albrecht und seine Teamkollegen weilen in den nächsten drei Wochen im Sommertraining in Argentinien. 20 Minuten Online traf den Walliser vor dem Abflug im Radisson Blu Hotel am Flughafen Kloten zum Interview. Albrecht erhofft sich von der Zeit in Übersee vor allem erste Aufschlüsse, wo er im Vergleich mit seinen Teamkollegen steht. Bei den ersten Schneetests auf den Gletschern von Saas-Fee und Zermatt im Juli hatte Albrecht ein gutes Gefühl. Diese fanden jedoch ohne Zeitmessung statt, was keinen Vergleich mit Cuche und Co. zuliess.

Mit kleinen Schritten zurück

Im konditionellen Bereich befindet sich Albrecht jedenfalls auf einem guten Weg. «Bis im Winter bin ich wieder auf einem halbwegs guten Niveau.» Auch wenn noch etwas fehlt, im Sommertraining auf Mallorca hielt er beim Velofahren mit den Teamkollegen grösstenteils mit. Letztes Jahr war das noch anders, als er «kaum geradeaus fahren konnte». Es gebe auch jede Woche viele kleine Sachen, bei denen er Fortschritte mache. Diese seien jedoch nicht im sportlichen, sondern privaten Bereich. Sie bereiten ihm aber dennoch grosse Freude.

Nicht überall gibt sich der Walliser aber so optimistisch. Vor allem was die Konzentration und Wahrnehmung bei einem Rennen angeht, weiss Albrecht nicht, wo er steht. «Das hat sehr viel mit dem Kopf zu tun. Ich werde es erst merken, wenn ein Rennen ist.» Albrecht möchte beim Saisonstart in Sölden Ende Oktober jedenfalls dabei sein. Das Auftaktrennen hat er aber nur im Kopf, weil es das erste ist. Falls ein Start unmöglich ist, macht es ihm aber nichts aus. «Ich will es einfach zurück schaffen.»

Nicht um jeden Preis

Ob Albrecht jemals wieder rennmässig eine Weltcup-Piste hinunter donnert, steht in den Sternen. Nicht einmal er selbst hat eine Antwort auf diese Frage. «Es kann sein, dass es im Winter zu viel wird und ich mir dann sage, ich mache es nicht mehr. Ich musste in den letzten Jahren nach dem Unfall so viel kämpfen. Wenn man nie Erfolge hat, kann das einem die Lust auf etwas verderben. Jetzt beisse ich mich aber so lange durch, wie ich Freude habe. Wenn ich die Motivation verliere, dann höre ich auf.»

Noch will Albrecht aber nichts von Aufgeben wissen und hat sein Comeback vor Augen. «Dass ich es nochmals probieren kann, ist ein Riesenglück. Ob ich es schaffen werde oder nicht, ist eigentlich eine Kleinigkeit.»