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Gesamtsiege der Schweizer
10. März 2010 17:27; Akt: 10.03.2010 17:29 Print
Knackt Ammann die nächste Bastion?
von Reto Fehr - Simon Ammann ist drauf und dran, als erster Schweizer den Gesamtweltcup der Skispringer zu gewinnen. Während die Schweiz in einigen Sportarten immer wieder siegt, gibt es viele, in denen noch nie ein Eidgenosse triumphierte.
Wo die Schweizer schon Weltcupgesamtsiege feierten und wo nicht.
Ammann braucht aus den zwei Springen in Lillehammer und Oslo noch einen 14. Platz, um den Gesamtweltcup zu gewinnen. Das ist aber nur nötig, wenn Gregor Schlierenzauer gleichzeitig zweimal gewinnt. Man muss also kein Prophet sein: Bei der aktuellen Form des vierfachen Olympiasiegers ist dies nur noch eine Formsache. Damit würde Ammann der erste Schweizer, welcher über eine Saison hinweg der beste Skispringer war.
Solche Gesamt- oder Disziplinenweltcups gewinnt die Schweiz im Skifahren regelmässig. Akutell hat Didier Cuche die kleine Kristallkugel der Abfahrt in der Tasche und Carlo Janka ist nahe am Gesamtweltcupsieg. Es wäre der siebte Erfolg für die Schweiz, letztmals schaffte Paul Accola das Kunststück 1992. Noch länger zurückblättern muss man für den Disziplinensieg im Super-G der Frauen (1988 Michaela Figini), in der Kombination der Frauen (1989 Brigitte Oertli) oder noch schlimmer im Slalom der Männer. Dort holte einzig Domeng Giovanoli die kleine Kristallkugel. Das war 1968. Ob die Schweiz in den nächsten Jahren im Slalom ganz vorne mitfahren kann, ist fraglich. Silvan Zurbriggen, Marc Gini und Sandro Viletta hätten womöglich das Potenzial dazu, aber die Spitze im Slalom ist extrem breit.
Kein Benzin im Blut
Doch beim Wintersport gibt es noch einige Gesamtweltcups, welche noch nie von Schweizern gewonnen wurden. Darunter fallen Biathlon, die nordische Kombination, Rodeln oder Snowboardcross. Ebenfalls noch ohne Gesamtweltcupsieg ist die Schweiz im Skicross. Dies könnte Olympiasieger Mike Schmid jedoch in dieser Saison ändern. Immerhin hat Dario Cologna erst 2009 als erster Schweizer den Langlaufweltcup für sich entschieden. Es war eine der letzten grossen Bastionen im Wintersport, bei denen noch nie ein Schweizer über die Saison hinweg der beste war. Die wohl letzte ist das Skispringen. Simon Ammann wird die Schweiz da aller Voraussicht nach bald erlösen.
Bei Sommersportarten kann die Schweiz auch einige Erfolge aufweisen. Oft ist dies allerdings von einer Person abhängig: Beim Männertennis von Roger Federer, auf der Damentour von Martina Hingis, im Seitenwagen fahren von Rolf Biland und beim Orientierungslauf von Simone Niggli-Luder und Daniel Hubmann. Was auch auffällt: Trotz Biland/Waltisberg hat die Schweiz kein Benzin im Blut. Weder in der Formel 1, noch in den grossen Töffklassen – mit Ausnahme von Luigi Taveri in den 60-er Jahren und Tom Lüthi 2005 - gewann ein Schweizer in den letzten Jahren den Titel.


























