«Racial Profiling»

12. Mai 2017 10:55; Akt: 12.05.2017 10:55 Print

Basketballer verliert Job wegen rassistischer Polizei

von Adrian Hunziker - Basketballspieler Mike Scott wurde mit Drogen im Auto erwischt, er wanderte beinahe 25 Jahre hinter Gitter. Nun hat sich das Blatt gewendet.

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Mike Scott gehörte in der nordamerikanischen Profiliga NBA nicht zu den Superstars. Er besass aber bei den Atlanta Hawks – dem Team mit dem Schweizer Thabo Sefolosha – einen Dreijahresvertrag, der ihm jährlich 3,4 Millionen Dollar einbrachte. In seiner besten Saison 2013/14 machte er 80 Spiele für die Hawks und erzielte stattliche 9,6 Punkte im Schnitt. Das Leben hatte es mit Scott gut gemeint – bis zum 30. Juli 2015.

Der damals 27-Jährige war ausserhalb Atlantas in seinem Auto unterwegs, am Steuer sass sein 20-jähriger Bruder Antonn. Da wurden die beiden von der Polizei gestoppt, die Beamten untersuchten den Wagen. Wie im Protokoll aufgeführt wurde, fand die Polizei im Wagen 35 Gramm Marihuana und 11 Gramm der Droge MDMA. Dem NBA-Spieler drohte wegen Drogenbesitzes eine Gefängnisstrafe von 25 Jahren. Und obwohl seine Schuld zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewiesen war, ging es mit Scott danach abwärts.

Mutmassliche Straftat geht nicht vergessen

Zwar machte er in der folgenden NBA-Saison noch 75 Spiele, 2016/17 waren es wegen einer Knieverletzung aber nur noch deren 18. Dann tradeten die Hawks den 2,03 m grossen Forward im Februar 2017 zu den Phoenix Suns. Diese entliessen Scott nur einen Tag später. Die hängige Anklage des Spielers hing wie ein Damoklesschwert über ihm, kein Team wollte sich mit seiner Verpflichtung die Hände schmutzig machen. Seither ist Scott vereinslos.

Nach dieser Negativspirale gibt es nun positive Nachrichten für den Basketballer. Ein Gericht in Atlanta liess die Anklage gegen Scott fallen. Es war herausgekommen, dass die involvierten Polizisten die beiden afroamerikanischen Männer zu unrecht verhaftet hatten. Die Polizisten hatten sich des «Racial Profiling» – Fahndung nach rassischen Kriterien – schuldig gemacht.

Kein Einzelfall in Atlanta

Die Polizisten hatten die Brüder Scott angehalten und das Auto durchsucht, nur weil sie schwarz sind, also einer Minderheit angehören. Wie die Untersuchungen weiter ergaben, hatten die involvierten Polizisten zwischen 2015 und 2016 1400 Autos angehalten und 47 Fahrer verhaftet. Von diesen gehörten 44 Personen einer Minorität an.

Nachdem das Fehlverhalten der Polizei öffentlich gemacht worden war, wurde der hauptverantwortliche Beamte entlassen. Der zuständige Richter Currie Mingledorff sagte, dass «der Beamte seiner Aufgabe als Polizist nicht in einer rassenneutralen Art nachgegangen war.» Das Anhalten der Scott-Brüder sei ungerechtfertigt gewesen und aus rassistischer Motivation erfolgt. Ausserdem sei die Durchsuchung des Wagens nicht sauber durchgeführt worden. Deshalb seien die Drogen als Beweismittel vor Gericht unzulänglich, so der Richter weiter.

Sefolosha freigesprochen

Kurz vor Scotts Verhaftung war Teamkollege Sefolosha vor Gericht freigesprochen worden. Der Schweizer war im Frühling 2015 bei einer Auseinandersetzung von Teamkollegen mit der Polizei von Beamten verhaftet worden. Dabei brachen die Polizisten dem Schweizer das rechte Wadenbein. Auch bei diesem Vorfall schien eine rassistische Grundlage vorzuliegen, musste sich doch der dunkelhäutige Sefolosha gegen mehrere weisse Polizisten zur Wehr setzen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hui Bu am 12.05.2017 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    wie bitte?

    Irgendwie ein Witz. Sein Bruder und er geraten in eine willkürliche Polizeikontrolle (was ja wohl auch in den USA erlaubt ist) und finden tatsächlich etwas (Verdacht war also korrekt) und trotzdem wird er freigesprochen, weil sie die beiden nur durchsucht hatten, weil sie schwarz sind? Bin ja absolut gegen jegliche Diskriminierung und erst recht wenns um die Hautfarbe geht, aber dass die political correctness schon soweit geht, dass man in flagranti erwischte Straftäter laufen lässt, nur weil sie eben schwarz sind (und das noch in den USA), erstaunt mich doch sehr

    einklappen einklappen
  • 1909 am 12.05.2017 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohh der arme

    Rassismus hin oder her. Die Drogen im Wagen waren nunmal da. Und dafür muss einer der beiden gerade stehen. Wo kommen wir denn da hin wenn jeder mit Migrationshintergrund gleich RASSISMUS schreit. Das ist zum kotzen. Es ist mir bewusst das es nicht sauber abgelaufen ist. Aber mal ehrlich... es ist auch hier zulande so, dass viele eifach das Schema des "Dealers" erfüllen die nicht Müller und Meier heissen und dann auch positiv sind. Und hier dürfte der Promibonus auch noch mitgespielt haben

  • Glaedr . am 12.05.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was für ein witz

    klar darf man niemanden wegen seiner Hautfarbe anhalten aber er hatte die Drogen im Auto. ist ein schuldiger nun unschuldig weil es sonst rassistisch wäre?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jamaika Jamal am 12.05.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beide Extreme

    Stopp zu Rassismus; aber auch Stopp alles immer in den Topf Rassismus zu stopfen und alle als Rassisten zu betiteln.

  • Volleyballer am 12.05.2017 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na sowas

    Mir stellt sich nun die Frage, waren die Drogen bereits vor der Kontrolle im Fahrzeug oder erst während und danach?

  • Dominic Zürcher am 12.05.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg

    Im Basketball heisst es: Wer trifft hat recht! Insofern sehe ich hier kein polizeiliches Fehlverhalten, sondern einen Erfolg. Racial Profiling ist m.E. unabdingbar, denn ein ethnisch neutrales Kontrollverhalten der Polizei geht schlicht an den herrschenden Realitäten vorbei.

  • Glaedr . am 12.05.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was für ein witz

    klar darf man niemanden wegen seiner Hautfarbe anhalten aber er hatte die Drogen im Auto. ist ein schuldiger nun unschuldig weil es sonst rassistisch wäre?

  • Joe Dobi am 12.05.2017 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Wo und wan wanderte er 25 Jahre hinter Gitter? Er wurde vor 2 Jahren erwischt und spielte danach noch...