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Shannon Briggs
02. September 2010 16:56; Akt: 02.09.2010 16:56 Print
Keine Puste, doppelte Schlagkraft
Schwergewichts-Weltmeister David Haye nannte ihn jüngst den «Asthmaspray»: Shannon Briggs, der nächste Gegner von Witali Klitschko, ist in zweierlei Hinsicht ein körperliches Phänomen.
Die WBC-Titelverteidigung von Witali Klitschko in Hamburg gegen Shannon «the cannon» Briggs am 16. Oktober kann ein Offensivspektakel werden. Unwahrscheinlich, dass sich der Kampf über die vollen 12 Runden erstreckt. Bei der K.o-Quote von Dr. Eisenfaust (90,48 Prozent) keine gewagte Aussage. Gegner Briggs (K.o.-Quote: 77,59) tut das Seine, die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Endes zu erhöhen.
Video
Interview mit Witali Klitschko
Keine Puste
Ein stetiges Abtauchen, davonlaufen und sich in die Seile retten, wie das die Schweizer Boxfans in Bern von Kevin Johnson vor rund einem Jahr zu sehen bekamen, wird es nicht geben. Dafür ist Briggs zu wenig gelenk, vor allem aber zu wenig fit. Nach eigenen Angaben verfügt der Asthmatiker nur über das halbe Lungenvolumen eines normalen Menschen. Dementsprechend träge steht der in jungen Jahren als Riesentalent gehandelte Briggs nach einigen Runden im Ring (Video unten). Gross ist die Chance, dass er Witali Klitschkos typischem Vorgehen zum Opfer fällt: Der Ukrainer wird den 1,93-Meter-Ami (Weltnummer 73 im Schwergewicht) mit Jabs weichklopfen und dann K.o schlagen. Noch nie während seiner 18-jährigen Profikarriere gewann Briggs gegen einen Klassemann. Die Duelle gegen Lennox Lewis, Jameel McCline und Sultan Ibragimow endeten allesamt in Niederlagen.
Unglaubliche Schlagkraft
Einen Grund zur Hoffnung gibt es aber: Zum einen zeigte sich der Rastamann an der Pressekonferenz am 31. August in Hamburg deutlich austrainierter als auch schon, zum anderen ist da dieser Weltrekord: 32 Mal knockte Briggs seinen Gegner bereits in der ersten Runde aus. In mehreren Fällen war sein Arbeitstag bereits nach 30 Sekunden beendet. Dominique Alexander, der vorletzte Gegner Briggs, lag nach 20 Sekunden auf den Brettern. Den ungeschlagenen Brasilianer Zolynoe fertigte Briggs im Jahre 2005 mit einem einzigen Schlag nach elf Sekunden ab (Video unten). Briggs Linke ist legendär und kann, wenn sie ins Ziel kommt, auch einen Klitschko gefährden. Dieser musste sich in seinen bisherigen 42 Profi-Kämpfen allerdings noch nie anzählen lassen.
Hoffnungsträger Briggs
Das Schwergewichtsboxen leidet unter der Dominanz der wenig charismatischen Gebrüder Klitschko. Ein Lucky Punch des 38-jährigen Amerikaners wäre ein Befreiungsschlag. Dann brächte sich auch David Haye wieder ins Gespräch. Die Karten würden neu gemischt. Ganz nach amerikanischer Box-Grossmaul-Tradition liess Briggs schon einmal verlauten, er werde für den Rückflug einen Erstklassesitz für Klitschkos Gürtel buchen.
Mal sehen, ob der ehemalige Schwergewichtsweltmeister des viertwichtigsten Verbandes WBO seinen Worten Taten folgen lässt. Zum Titel kam er, als er Sergej Liakhovich in der letzten Sekunde der zwölften Runde aus dem Ring und auf den Punktrichtertisch prügelte (Video unten). Vor der letzten Runde lag er noch zurück.
Vielleicht aber wird Briggs es machen, wie die letzten Gegner der Klitschkos: Auf Schadensbegrenzung boxen und danach den Zahltag geniessen. Hoffen wir es nicht.
Briggs One Hit Wonder
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(Video Youtube)
Briggs K.o. in der 12. Runde gegen Liakhovich
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(Video: YouTube)
(tog)

























