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Unihockey-WM
08. Dezember 2012 16:00; Akt: 08.12.2012 19:52 Print
Schweizer Traum platzt im Sudden Death
Die Schweizer Unihockey-Nati liegt im Halbfinal gegen Finnland lange auf Endspiel-Kurs. Doch am Ende reicht es wieder einmal nicht. Der Gold-Traum ist geplatzt.
Die Schweiz scheitert hauchdünn.
Das Schweizer Unihockey-Nationalteam verlangte Titelverteidiger Finnland im Halbfinal der Heim-WM alles ab. Am Schluss reichte es den Schweizern trotz einer 3:1-Führung nicht zum Finaleinzug. Sie verloren 3:4 nach Verlängerung und spielen heute (Sonntag) um Bronze.
Bildstrecken Nati im Unihockey-HalbfinalSchweiz demontiert SingapurVom WM-Titel im eigenen Land hatten sie geträumt. Oder zumindest vom Sieg im Halbfinal gegen den zweifachen Weltmeister Finnland. Doch es wurde nichts daraus. Die Schweizer müssen mit dem Spiel um Rang 3 Vorlieb nehmen. In diesem treffen sie heute im ausverkauften Hallenstadion auf Deutschland oder Schweden.
Überraschung lag in der Luft
Lange Zeit durften die Schweizer auf eine Überraschung hoffen. Juha Kivilehto zerstörte in der 3. Minute der Verlängerung die Hoffnungen auf den zweiten Schweizer Finaleinzug nach 1998. Torhüter Daniel Streit, der davor glänzend pariert hatte, liess einen harmlosen Schuss passieren. «Den muss ich ganz klar auf meine Kappe nehmen», so der enttäuschte Keeper von Serienmeister Wiler-Ersigen. «Ein solches Tor kann es immer geben, es müsste einfach nicht gerade in der Verlängerung eines WM-Halbfinals sein.»
Die Schweizer erlebten vor über 7000 Zuschauern ein Dejà-vu der bitteren Art. Vor vier Jahren an der WM in Tschechien hatten sie den Halbfinal gegen Schweden ebenfalls erst in der Verlängerung (2:3) verloren. Und am letzten Titelkampf 2010 in Finnland scheiterten sie gegen die Schweden mit 2:3, nachdem sie davor unter anderem einen Penalty verschossen und vielleicht eines ihrer besten WM-Spiele gezeigt hatten.
Chancen in der Overtime waren da
Nach der erneut bitteren Halbfinal-Niederlage - diesmal gegen den anderen skandinavischen «Grossen» - haderten die Schweizer mit den Szenen vor dem entscheidenden Gegentor. Michael Zürcher und zweimal Topskorer Emanuel Antener scheiterten aus besten Abschlusspositionen. «Da hätten wir den Ball im Tor versorgen müssen», so Nationaltrainer Petteri Nykky, der die Finnen an den letzten beiden Weltmeisterschaften zu WM-Gold gecoacht hatte.
Davor hatten die Schweizer vor allem defensiv überzeugt. Nykky impfte seinem Team für den Halbfinal ein System ein, das die Finnen an erfolgreichen Abschlüssen hindern sollte. An ihrem Stützpunkt in Magglingen übten die Schweizer in den letzten Monaten ihre Taktik ein - im Geheimen. Der Plan ging zumindest in den ersten 40 Minuten auf. Die abschlussstarken Skandinavier konnten sich nicht wie gewohnt entfalten und die Schweizer setzten mit Kontern immer wieder erfolgreiche Nadelstiche. Die 3:1-Führung nach Treffern von Markus Gerber (11.), Emanuel Antener (25.) und Matthias Hofbauer (30.) war der verdiente Lohn.
Drei Tore gegen Finnland sind zu wenig
Die Zweitore-Führung reichte am Schluss aber nicht. «Wenn du gegen Finnland nur drei Tore schiesst, wird es schwierig zu gewinnen», analysierte Captain Hofbauer nach dem Spiel. «Wir wussten auch, dass wir wohl irgend einmal in diesem Spiel unter Druck geraten werden. So ist es leider auch gekommen.» Die Druckphase im letzten Drittel nutzten die Finnen zu zwei Treffern und zum 3:3-Ausgleich aus.
Während Finnland nach dem dritten Gold in Serie greift, spielen die Schweizer wie immer an den letzten sechs WM-Turnieren um Platz 3. Mit Ausnahme von 2004 (an der letzten Heim-WM) und 2010 sicherten sie sich dabei jedes Mal die bronzene Auszeichnung.
Zürich. WM der Männer. Halbfinals:
Schweiz - Finnland 3:4 (1:1, 2:0, 0:2, 0:1) n.V.
Hallenstadion, Zürich. - 7085 Zuschauer. - SR Rasbrink/Grahn-Gustavsson.
Tore: 11. Gerber 1:0. 14. Mikko Kohonen (Forsten) 1:1. 25. Antener 2:1. 30. Matthias Hofbauer (Fankhauser) 3:1. 41. (40:28) Järvi (Forsten) 3:2. 54. Moilanen (Väänänen) 3:3. 63. Kivilehto (Väänänen) 3:4.
Strafen: keine.
Schweiz: Streit; Gerber, Bichsel; Schmocker, Bill; Dysli, Wittwer; Christoph Hofbauer, Matthias Hofbauer, Fankhauser; Krähenbühl, Stucki, Antener; Zimmermann, Zürcher, Scalvinoni.
Finnland: Toivoniemi; Savolainen, Väänänen; Kivilehto, Hänninen; Jussila, Wardi; Vänttinen, Mika Kohonen, Tiitu; Moilanen, Forsten, Järvi; Koskelainen, Kukkola, Kapanen; Mikko Kohonen, Koski, Johansson.
Bemerkungen: Schweiz ohne Reusser, Engel, Brunner (alle nicht eingesetzt) und Meier (Ersatztorhüter). Pfostenschuss Hänninen (10.). Timeouts Finnland (58:30) und Schweiz (59:37).
19.30 Uhr: Schweden - Deutschland.
Um Rang 5: Norwegen - Lettland 7:5 (4:1, 1:1, 2:3).
Am Sonntag:
Um Rang 3 (12.30 Uhr): Schweiz - Schweden/Deutschland.
Final (15.30 Uhr): Finnland - Schweden/Deutschland.
(fox/si)
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Alle 6 Kommentare

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hymne
wenigstens singen alle die hymne mit.. da könnte sich die fussballer mal ein beispiel nehmen.. ps. bin fussballfan!
verlierer mentalität
ich gratuliere den finnen zum sieg, denn die haben, im gegensatz zu den ängstlichen schweizern, siegeswillen bewiesen und alles dafür getan. was die schweizer im dritten drittel abgeliefert haben, war einfach angsthasen-hockey und hoffen auf den lieben gott. mit dieser ängstlichen und bangenden mentalität hat man nicht verdient, zu gewinnen. da hilft auch der beste trainer nichts.
Naja..
naja wenn man gegen finnland spielt welches momentan die beste nationalmannschaft der welt stellt wäre ein zu offensives/kopfloses auftreten reiner selbstmord. Ohne ein deffensives auftreten, einen torhüter in topform und viel glück wird man von den finnen vom platz gefegt. Und dieses resultat ist wohl das beste welches die schweiz in den letzten jahren gegen finnland erziehlt hat. Ausserdem sind die nicht ohne grund weltmeister und der schweiz noch voraus. ;)
@ tony
Verlierer Mentalität? Hast du überhaupt das Torverhältnis unserer Mannschaft mal angeschaut? Die einzige Niederlage haben wir gegen Finnland kassiert. Die Siegesquote von unserer Mannschaft ist demzufolge überragend. Überhaupt haben wir die deutsche Mannschaft heute mit 8:0 vom Platz gefegt.
Top Nervenkitzel
Grossartiges Spiel, Gratulation an das Schweizer Team! Irgendwann, irgendwann einmal wird es klappen MÜSSEN...