Wurfgeschosse

30. Juli 2009 16:28; Akt: 30.10.2009 16:31 Print

Schweineköpfe, Tintenfische und DildosSchweineköpfe, Tintenfische und Dildos

Aus Tradition fliegen bei Fussball- und Eishockeyspielen Wurfgeschosse aus der Fanecke. Doch nicht immer sind Hooligans am Werk, wenn Ratten oder Tintenfische fliegen.

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Beim Spiel zwischen St. Pauli und Eintracht Frankfurt (19. Dezember 2011) wird der Schweizer Primin Schwegler von einer Kassenrolle am Kopf getroffen. Kansas-Goalie Jimmy Nielsen wird am 17. August 2011 während einem MLS-Spiel von einem Gummikopf am Kopf getroffen und muss verarztet werden. Der Däne konnte die Partie danach zu Ende spielen. Kölner Hooligans warfen im August 2011 beim Spiel gegen Schalke mit Bechern, gefüllt mit Urin und Fäkalien, um sich. Die Polizei nahm in der Folge Ermittlungen auf. Spielabbruch beim Bundesliga-Spiel St. Pauli - Schalke am 1. April 2011 nachdem ein Schiedsrichter-Assistent mit einem Becher beworfen wurde. Becherwurf auch in der Axpo Super League: Bei der Partie zwischen dem FC Luzern und GC schleuderte am 26. Juli 2009 ein Zuschauer in der 91. Minute dem Zürcher Enzo Ruiz einen mit Wasser gefüllten Plastikbecher an den Kopf. Der Fussballer musste daraufhin gepflegt werden und konnte die Partie nicht beenden. Fans von AIK Stockholm warfen im Oktober 2008 im Spiel gegen Leksand Dildos aufs Eis. Der Grund: Jan Huokko - ein Ex-AIK-Spieler - leistete sich Anfang Jahr einen Sexskandal. Craig Bellamy wurde im Carling-Cup-Halbfinal gegen ManU im Januar 2010 von einer Münze am Kopf getroffen. Die anfliegende Bierflasche verfehlte ihr Ziel zum Glück. Beim Uefa-Cup-Spiel zwischen Nijmegen und dem HSV wurde der Schiedsrichter im Februar 2008 durch ein undefiniertes Wurfgeschoss am Kopf verletzt. In der Partie zwischen Zepce Limorad - Zeljeznicar Sarajevo gehen die Gastgeber in der 95. Minute 1:0 in Führung - obwohl nur drei Minuten Nachspielzeit angezeigt waren. Kurz darauf stürzte sich ein Gäste-Fan auf den Zepce Goalie. Noch weniger konnte ein anderer den Vorfall verkraften: Er warf auf dem Heimweg eine Handgranate auf ein Fussballfeld mit Amateuren. Verletzt wurde niemand, Zeljeznicar verlor aber forfait 0:3. Ein Gymnasiast bewarf 1971 Deutschlands Goalie-Legende Sepp Maier mit einem Messer. 2001 versuchten Stadionbesucher beim Mailänder Derby einen Motorroller von der Tribüne zu werfen. 1993 im Dress des KSC war es eine Kastanie, die Oliver Kahn niederstreckte. Nebst Leuchtraketen und einer Rumflasche warfen Zuschauer 2006 beim Derby zwischen Real Betis und dem FC Sevilla auch eine Katze aufs Spielfeld. Eine tote Katze flog 1982 aufs Spielfeld - zumindest ihr Vorderteil. Das war beim Spiel Charlton Athletic - Luton City. Warum, das weiss niemand. Betonbrocken flogen im Derby zwischen San Martin und Godoy Cruz 2005 aufs Spielfeld. San Martin-Spieler Carlos Ezcurra wollte schlichten, geriet zwischen die Fangruppen und wurde im Tumult von einem Polizisten erschossen. In der Partie zwischen Inter Mailand und Atalanta Bergamo 2001 befördert ein Inter-Fan eine Vespa über die Tribüne Richtung Spielfeld. Beim Super-League-Spiel zwischen Luzern und Basel warfen FCB-Fans am 7. November 2010 zahlreiche Tennisbälle aufs Spielfeld. Sie protestierten damit gegen die frühe Anspielzeit der Partie, welche auf Druck des Schweizer Fernsehens und wegen des Finalspiels der Swiss Indoors in Basel vorverlegt wurde. Milans Torhüter Dida wurde 2005 beim Champions-League-Viertelfinal gegen Inter Mailand von Leuchtraketen getroffen... ... bei Frank Baumann von Werder Bremen(Nr. 6) war es im November 2008 ein Handy-Akku. Ob eine Münze oder ein Feuerzeug den schwedischen Schiedsrichter Anders Frisk so zurichtete, ist nicht klar. Der Vorfall passierte 2004 bei der CL-Partie AS Roma gegen Dynamo Kiew. Ein Bierbecher streckte im Oktober 2006 beim Spiel Stuttgart - Hertha BSC den Linienrichter Kai Voss nieder. Die Wurfaktion bei der NLA-Partie zwischen Servette und Biel am war für einmal ganz legal. Die Plüschtiere kamen dem Kinderspital Genf zugute. Erzürnte Atletico-Fans warfen im Jahr 2000 beim Spiel gegen Sevilla einen Tribünen-Sitz aufs Spielfeld. Oliver Kahn wurde bei einem Spiel in Freiburg im April 2000 ein Golfball an den Kopf geworfen. Unmittelbar nach Abpfiff der Partie YB - Xamax am 23. April 2009 traf ein Feuerzeug Schiedsrichter Jérôme Laperrière am Kopf. Er ging zu Boden und erlitt eine Platzwunde an der Unterlippe. Inter-Spieler Roberto Boninsegna geht im Rückspiel gegen Gladbach zu Boden. Er sei von einer Cola-Büchse getroffen worden. Das Spiel wurde wiederholt und endete 0:0 womit Gladbach nach dem 2:4 im Hinspiel ausschied. Beim Spiel Liverpool - Sunderland flog im Oktober 2009 ein roter Strandball aufs Feld. Dieser lenkte den Fussball so ab, dass er zum entscheidenden 1:0 für Sunderland ins Tor ging. Vandalen sind in einigen Fussballstadien fast an der Tagesordnung. Doch während Hooligans mit Feuerwerk und Petarden randalieren (hier wurde Bosnien-Torhüter Adnan Guso im EM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen am 24. März 2007 getroffen), sind andere Wurfgeschosse eher als Tradition einzuordnen. Dazu später mehr. 3000 Unterhosen schmissen die Reading-Fans 1999 aufs Spielfeld. Sie waren mit der Leistung ihrer Mannschaft unzufrieden. Der Tag ist passend als PANTS-Day bekannt (Players Are Not Trying Suficiently) Die Plastikstühle, welche diese Fans aufs Spielfeld warfen, sind eher nicht traditionell ... ... auch der Schweinekopf zeugt nicht von Liebe. Barcelona-Fans hatten diesen 2002 Luis Figo «gewidmet», welcher zwei Jahre zuvor von Barça zu Real Madrid gewechselt hatte. Doch kommen wir zu den traditionellen Wurfgeschossen. Beim FC Chelsea sangen die Fans bei jedem Spiel einen nicht jugendfreien Song. Danach flog Sellerie auf den Platz. Das Gemüse stand für dieses Lied. In Spanien feiern die Atletico Madrid-Fans die Siege ihrer Mannschaft mit Toilettenpapier - hier beispielsweise beim 2:1 über Betis Sevilla am 25. Februar 2001. In der NHL sind Tiere beliebt: Bei Siegen der Detroit Red Wings fliegen schon mal Tintenfische aufs Eis. Seit 1952 gibt es die Tradition. Damals hatte ein Besitzer eines Fischlokals einen Oktopus aufs Feld geworfen. Jedes Tier sollte einen Sieg in den Playoffs bedeuten. Das schwerste Exemplar wog 1996 25 Kilo. Scott Mellanby entdeckte für die Florida Pathers 1992 unfreiwillig eine Tradition. Er tötete damals in der Kabine eine Ratte mit dem Stock und schoss danach zwei Tore. Daraufhin warfen die Fans vor jedem Spiel Ratten aufs Spielfeld. Diese Sitte wurde 1996 verboten, da sich der Spielbeginn zu lange verzögerte. Den gegnerischen Spielern (hier Goalie-Legende Patrick Roy) war dies wohl nur recht. Bei den Vancouver Canucks ist der Wels nicht nur das Wappentier des Klubs und der Stadt, sondern ... ... der Fisch soll dem Eishockey-Team auch Glück bringen, wenn man ihn aufs Eis wirft. Die Zuschauer würdigten früher in der NHL einen Hattrick (drei Tore in einem Spiel) mit dem Wurf des eigenen Hutes auf das Spielfeld. Keine Tradition, aber dafür bizarr: Ein toter Hai auf dem Spielfeld bei einem Playoff-Spiel der San Jose Sharks im Mai 2007. Wechseln wir zum Football: Die Fans der Green Bay Packers haben «Cheese Hats» auf dem Kopf, da sie vom Rest der USA als Käsehüte bezeichnet werden. Bei Siegen ihres Teams werfen sie die Kopfbedeckung aufs Spielfeld.

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