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MMA in Zürich
20. September 2009 13:41; Akt: 20.09.2009 14:42 Print
Wenig Blut, viel Spektakel
von Patrick Toggweiler - MMA-Veranstaltungen gibt es in der Schweiz schon seit mehreren Jahren. Veranstaltungen im grossen Stil sind aber neu – und sie haben Erfolg, wie der Event am Samstagabend im Zürcher Volkshaus beweist.
800 Zuschauer strömten gestern ins Zürcher Volkshaus. Ausverkauft meldete der Veranstalter Shooto Switzerland. Noch vor wenigen Jahren wäre es kaum möglich gewesen, mit MMA einen Saal dieser Grösse zu füllen. Doch es hat sich etwas getan.
Barbarisch vs. spektakulärer Sport
Kritiker sehen in MMA die Verrohung des Kampfsport. Im Visier der Gegner steht das sogenannte «Ground & Pound». Dabei dürfen auch am Boden liegende Kämpfer mit Kicks und Schlägen eingedeckt werden. «Dahinter steckt viel mehr – der am Boden liegende ist ja nicht wehrlos», entgegnet die MMA-Kämpferin Charlotte von Baumgarten, welche am Samstag in Zürich ihren zweiten Kampf gewann, «Bodenkämpfer haben genau dort ihre Chancen.»
In Tat und Wahrheit wenig «Ground & Pound»
Und tatsächlich wurden viele der Kämpfe auch in Zürich am Boden entschieden. Sechs der acht Kämpfe endeten im Bodenkampf durch Würgegriffe oder Fuss- und Armhebel. Wer über keine Kenntnisse in Jiu-Jitsu oder Sambo verfügt, muss gar nicht erst in den Ring steigen. Reine Stand-Up-Kämpfer sind hoffnungslos unterlegen. An diesem Abend bekämpfen sich nur gerade zwei Paarungen hauptsächlich stehend. Doch auch diese endeten im Bodenkampf.
Verletzungen kommten vor
MMA ist kein Kindergeburtstag. Es geht hart zur Sache. Der Würenloser Kampfsporttrainer Haris Reiz fügte seinem deutschen Gegner mit einem Schlag einen so tiefen Cut zu, dass der Kampf abgebrochen werden musste. Und beim Kampf zwischen dem Schweizer Marcelo Lopez gegen den ungeschlagenen Deutschen Birgels verletzte sich der Gast nach 35 Sekunden am Knie derart schwer, dass er auf der Bahre aus dem Ring getragen werden musste. Birgels beurteilte seine Verletzung allerdings als zu wenig gravierend für einen Besuch in einem Schweizer Spital. Das will er dann in seiner Heimat nachholen.
Schnell und unberechenbar
Nur gerade ein einziger Kampf ging über die volle Distanz. Alle anderen fanden einen vorzeitigen Sieger oder eine Siegerin. Das macht denn auch der Reiz dieser immer populärer werdenden Sportart aus: Die vielen erlaubten Techniken bieten unzählige Varianten, einen Sieg zu erringen. Und sie werden genutzt – alle Kämpfe wurden durch unterschiedliche Techniken beendet. In Amerika läuft MMA Boxen den Rang ab. Wer am Samstag im Volkshaus war und letzten Winter im Hallenstadion beim WM-Boxkampf zwischen Evander Holyfield und Nikolay Walujew, weiss warum.
Fürs nächste Jahr sind mindestens drei weitere Veranstaltungen geplant. Noch ist die Diskussion rund um den Sport in der Schweiz noch nicht richtig entflammt. Mit zunehmendem Erfolg werden sicher aber auch die kritischen Stimmen wieder lauter.



























