MMA

08. Februar 2011 14:22; Akt: 08.02.2011 15:49 Print

Dank Steven Seagal zum perfekten K. o.

von Patrick Toggweiler - Mit einem Kick ans Kinn besiegte Anderson Silva Vitor Belfort bei UFC 126. Ein Schlag, den er mit Hollywood-Star Steven Seagal perfektionierte.

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Anderson Silva mit dem Seagal-Kick (Video: YouTube). Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Seit den Niederlagen von Brock Lesnar und Fedor Emelianenko richtet sich das Hauptaugenmerk im MMA (noch) weniger auf die schwersten Jungs. Grösste Aufmerksamkeit erhalten Kämpfe wie derjenige zwischen Anderson Silva und Vitor Belfort im Mittelgewicht. Belfort traute man gegen den seit fünf Jahren ungeschlagenen Silva Aussenseiterchancen zu. Der Titelträger hatte sich bei seinen letzten beiden Kämpfen wenig motiviert gezeigt – was gegen den schlaggewaltigen ehemaligen Weltmeister zu einem Problem hätte werden können.

Traditionell surfen im Fahrwasser solch hochkarätiger Kampfsport-Events immer wieder publicitybedürftige Stars und Sternchen. Meist fallen sie dabei durch Inkompetenz (Männer) oder durch übereifriges Gekreische (Frauen) auf. Sicher aber nicht dadurch, dass sie dem Sieger die entscheidende K.o.-Technik beigebracht haben. Doch für einmal ist alles anders.

Eine Biografie für zehn Leben

An der Pressekonferenz nach dem Kampf erklärte Sieger Anderson Silva zum Erstaunen, er habe mit Hollywood-Schauspieler Steven Seagal an der Technik des Kicks gefeilt, den Belfort auf die Matte schickte und den Kampf beendete: «Steven Seagal hat mir geholfen, diesen Kick zu perfektionieren.»

Richtig, die Rede ist vom Alarmstufe-Rot-, Glimmerman- oder unlängst Machete-Schauspieler. Die Rede ist auch vom Freizeitpolizisten, der aufgrund seiner Kampfsportlehrer-Tätigkeit zum Reserve Deputy Chief Sheriff in Jefferson Parish, Louisiana ernannt wurde und dessen Einsätze im echten und bisweilen tödlichen Polizeidienst in der Serie «Lawman» mitverfolgt werden können. Und die Rede ist auch vom ersten Ausländer, der in Japan eine Aikidoschule leitete, als Reinkarnation eines buddhistischen Meisters gilt, vom Übermann, der ein Aftershave mit dem Namen «Sent of Action» herausgibt, dreimal geschieden und irgendwie auch noch Countrymusiker ist.

Bei einem solchen Palmarès nimmt selbst ein fünf Jahre ungeschlagener Weltmeister gerne mal den einen oder anderen Tipp an. «Niemand kennt den Kick. Ich zeigte ihn bisher nur Machida und Anderson», sagte Seagal nach dem Kampf in einem Interview mit «Fanhouse». Aber wie kam es überhaupt zur Zusammenarbeit mit Silva? «Er hat mir eine Mitteilung zukommen lassen mit den Worten: ’Kannst du mir dein tödliches Zeugs beibringen?’». Wenn das mal keine Einladung ist.

Damit dürften auch die letzten kritischen Stimmen verstummen, die Seagal, Träger des siebten Dans in Aikido, unterstellten, er sei mehr Show als Go. Aber auch wenn er rein äusserlich mehr an Spongebob als an Bruce Lee erinnert: Steven Seagal ist wohl der einzige Schauspieler, der im echten Leben noch gefährlicher ist als im Film. Aiuto.

Interview mit «Fanhouse»: Steven Seagal antwortet und zieht die Nase hoch.
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(Video: YouTube)