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08. März 2017 14:41; Akt: 08.03.2017 14:44 Print

Der Hidschab erobert die Sportwelt

Muslimische Athletinnen können ab 2018 mit einem Hidschab starten. Der Sportartikelhersteller Nike lanciert auf nächstes Jahr eine solche Kopfbedeckung.

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Es ist eine Revolution im Sport. Während muslimische Frauen in ihren Heimatstaaten immer noch oft benachteiligt sind, öffnet ihnen Nike die Welt etwas mehr. Der amerikanische Sportartikelhersteller bringt 2018 den Hidschab auf den Markt.

Das Unternehmen arbeitet seit über einem Jahr an diesem Projekt. Um das perfekte Produkt entwickeln zu können, wurden die Gewichtheberin Amna al-Haddad und die Eiskunstläuferin Zahra Lari aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einbezogen. Letztere ist vom Prototyp sehr angetan. «Ich habe schon viele Hidschabs ausprobiert, die mir nicht gross halfen. Als ich diesen anzog und aufs Eis ging, war ich begeistert, weil er sich meinem Kopf so gut anpasste und sehr leicht ist», sagte Lari zu CNN.

Der Hidschab ist aus einer einzigen Schicht leichtem Polyestergewebe gefertigt. Das macht ihn sehr atmungsaktiv. Er wird in in den Farben Schwarz, Grau und Obsidian – eine Art Dunkelgrau mit Blaustich – angeboten. Das Logo ist seitlich angebracht.

Werbevideo geht viral

Nike sorgte bereits vor wenigen Wochen mit einer Videowerbung im Nahen Osten für Aufsehen. In dieser wurden weibliche Profis aus verschiedenen Teilen der arabischen Welt gezeigt, die ihre athletischen Träume verwirklichen. Darunter stand die Frage: «Was werden sie über dich sagen?» Das Video verursachte in den sozialen Medien einen grossen Rummel und wurde kontrovers diskutiert.



(Video: Twitter)

Eine Pionierin ist auch Behnaz Shafiei. Die 27-jährige Iranerin fährt in ihrer Heimat Motocross. Für Frauen ist im Iran Motorradfahren in der Öffentlichkeit verboten. Deshalb musste Shafiei hart für eine Genehmigung kämpfen, damit sie auf einer Trainingsstrecke fahren darf. «Auch als Frau kann man sich im Iran seine Träume erfüllen», sagt sie in einem Video, das sie beim Trainieren zeigt.


(Video: Tamedia/AFP)

(heg)