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GP von San Marino
04. September 2010 19:53; Akt: 04.09.2010 19:53 Print
Aegerter: Ist Lüthi jetzt fällig?
von Klaus Zaugg, Misano - Gute Nachrichten für Dominique Aegerter (19). Er ist so nah an Lüthi dran wie noch nie und hat die Bestätigung, dass er auch nächste Saison die Moto2-WM fahren kann.

Dominique Aegerter konnte seinen Landsmann Tom Lüthi zum dritten Mal in einem Qualifying hinter sich lassen. (Bild: Keystone)
Olivier Métraux hält sich bescheiden im Hintergrund. Der drahtige junge Mann ist Militärpilot, Unternehmer und ist mit seinem eigenen Jet nach Misano geflogen. Der Besitzer und Manager der Technomag-Gruppe (Autoersatzteile, über 1000 Mitarbeiter, 530 Millionen Umsatz) führt nicht nur als Unternehmer das Erbe seines Vaters Michel weiter. Sondern auch als Rennsportförderer.
Bildstrecken Was Schweizer Sportler verdienenEr ist mit dem «Technomag-Team» und den beiden 19jährigen Piloten: Dominique Aegerter und Shoya Tomizawa erfolgreich in die Moto2-WM eingestiegen. Der Japaner gewann das erste Rennen der Saison und fuhr lange Zeit um den Titel mit (zur Zeit WM-6.), Aegerter ist nahe dran, als erster Schweizer Tom Lüthi auf GP-Niveau in einem Rennen zu besiegen.
Aegerter zuversichtlich
Nun hat Métraux gute Kunde nach Misano mitgebracht. «Wir wollen das Team in der gleichen Zusammensetzung auch nächste Saison weiterführen», sagte er gegenüber 20 Minuten Online. «Ich bin sehr zufrieden. Es ist ein Team, das effizient und kostenbewusst arbeitet, ein Maximum aus den eingesetzten Mitteln herausholt und damit die Philosophie unseres Unternehmens sehr gut repräsentiert. Die Reaktion auf unser Engagement im Rennsport ist sowohl bei unseren Mitarbeitern wie auch bei unseren Kunden sehr positiv.»
Damit ist klar: Die Karriere von Tomizawa und Aegerter geht auch 2011 in der Moto2-WM weiter. Die beiden jungen Piloten haben ein enormes Entwicklungspotenzial.
Ist jetzt sogar zum ersten Mal Tom Lüthi fällig? Lüthi hat noch nie auf GP-Niveau ein Rennen gegen einen Schweizer verloren. Nun startet Aegerter zum dritten Mal in dieser Saison vor Lüthi (12., dritte Reihe, Lüthi 15., vierte Reihe). Besiegt er ihn diesmal? Natürlich lässt er sich nicht zu einer Aussage provozieren, die nur Lüthi motivieren würde. Aber er sagt: «Ich bin fürs Rennen zuversichtlich. Ich habe meinen Startplatz in der dritten Reihe ohne grosses Risiko herausgefahren und bin regelmässig diese Rundenzeiten gefahren.»
Die Suche nach der Konstanz
Das ist ganz wesentlich fürs Rennen: Mit einer schnellen «Kampfrunde» lässt sich ein guter Startplatz herausfahren. Aber im Rennen ist der Erfolg nur möglich, wenn gleichmässig schnelle Runden gefahren werden.
Sollte Aegerter sein Idol Lüthi besiegen, so gibt es keine besonderen Feierlichkeiten. Weder hier in Misano beim Team noch bei seiner Rückkehr nach Rohrbach (BE). Zwar ist es in den Dörfern im Tal der Langeten üblich, ruhmreiche Sporthelden (wie Kranzgewinner an Hornusser- und Schwingfesten) mit einem Empfang zu feiern, bei dem die Dorfmusik schrummt und bei besonders grossen Heldentaten sogar die Kirchenglocken läuten. Aegerter: «Aber das wird wohl erst bei einem Podestplatz der Fall sein.»
Und Lüthi sagte gegenüber 20 Minuten Online auf die Frage nach der Möglichkeit einer Niederlage gegen Aegerter diplomatisch: "Weder er noch ich stehen ganz vorne. Wir müssen uns fürs Rennen beide steigern…"


























