Winterspiele in der Schweiz

11. April 2017 19:38; Akt: 11.04.2017 21:03 Print

Olympia-Kandidatur «Sion 2026» wird lanciert

Das Sportparlament gibt grünes Licht für die Kandidatur der Winterspiele 2026 im Wallis. Swiss Olympic will nun das Projekt vorantreiben.

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Das Sportparlament von Swiss Olympic gibt grünes Licht für die Kandidatur von Sitten für die Olympischen Winterspiele 2026. (Bild: sda)

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Seit Dienstagabend ist offiziell, was grundsätzlich bereits seit mehreren Wochen klar ist: Swiss Olympic, der Dachverband des Schweizer Sports, wird sich mit «Sion 2026» um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in neun Jahren bewerben. Nachdem sich vor etwas mehr als einem Monat bereits der Exekutivrat von Swiss Olympic deutlich (12:1 Stimmen) für eine Olympia-Kandidatur mit Sitten als Host-City ausgesprochen hatte, tat ihm dies das Sportparlament im Haus des Sports in Ittigen BE gleich.

Das oberste Organ von Swiss Olympic stützte den Vorentscheid des Exekutivrats mit 78:0 Stimmen der Delegierten der anwesenden olympischen Mitgliedsverbände. Bestätigt wurde auch der zweite vom Exekutivrat am 7. März getroffene Entscheid, wonach Swiss Olympic mit 8 Millionen Franken aus seiner Reserve ein Drittel des Budgets von insgesamt 24 Millionen Franken für die internationale Kandidaturphase tragen soll. Auch hier fiel das Ja-Votum einstimmig aus. Stimmberechtigt bei der zweiten Frage waren die Vertreter aller Mitgliedsverbände, also auch jene der nicht-olympischen.

In der Vorreiterrolle

Swiss Olympic will die Kandidatur im Frühjahr 2018 offiziell beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) deponieren («Letter of Intent»). Eingebunden ins Olympia-Projekt «Sion 2026. Die Spiele im Herzen der Schweiz» sind auch der Kanton Freiburg sowie die bevölkerungsreicheren Kantone Bern und Waadt. Die meisten Wettkämpfe werden allerdings im Wallis stattfinden. Beteiligt ist als entfernter Kanton auch Graubünden mit der Bobanlage in St. Moritz. Es ist damit zu rechnen, dass der Schweizer Olympia-Kandidatur politische Hürden in den Weg gestellt werden. Referenden sind möglich.

«In der Westschweiz ist das Herzblut in einer grossen Portion vorhanden. Aber es ist noch ein weiter Weg, der Überzeugungsarbeit braucht. Es geht um eine Kumulierung kritischer Punkte wie Finanzen, Sicherheit, Umweltpolitik oder Dichtestress», so Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl. «Es sind nicht Spiele für wenige. Wir müssen die Interaktion von Spitzensport, Breitensport und Nachwuchssport ins Zentrum stellen.»

Mit dem Entscheid am Dienstagabend nimmt Swiss Olympic eine Vorreiterrolle ein. Als erstes Nationales Olympisches Komitee sprach sich der Schweizer Sportdachverband offiziell dafür aus, für die Winterspiele 2026 kandidieren zu wollen. Olympia-Bestrebungen – die einen konkreter und breiter abgestützt als andere – gibt es auch in Tirol mit Innsbruck als Host-City, Stockholm, Lillehammer, im osttürkischen Erzurum, in Calgary und Sapporo.

Olympia in den Alpen zuletzt 2006

Da die Olympischen Spiele 2018 (Pyeongchang), 2020 (Tokio) und 2022 (Peking) allesamt in Asien ausgetragen werden, stehen die Chancen für Bewerbungen aus Nord- und Mitteleuropa gut, im September 2019 anlässlich der 132. IOC-Session den Zuschlag für die Ausrichtung der Winterspiele in neun Jahren zu erhalten. In Mitteleuropa respektive im Alpenraum fanden zuletzt 2006 Olympische Winterspiele statt, nachdem sich Turin sieben Jahre zuvor in der finalen Abstimmung gegen Sion hatte durchsetzen können. In Nordeuropa gelangten letztmals 1994 (Lillehammer) Olympische Spiele zur Austragung, in Nordamerika 2010 (Vancouver).

Die vom IOC im Dezember 2014 verabschiedeten Reformen im Rahmen der «Agenda 2020» sorgen dafür, dass Ausrichter-Kandidaten mehr Freiheiten erhalten, ein Olympia-Projekt zu entwickeln, das möglichst gut zu ihrer Region passt. Die Nutzung vorhandener Sportstätten wird unterstützt. Die Zahl notwendiger Neubauten soll reduziert und auf gigantische Infrastrukturprojekte verzichtet werden.

Noch ein weiter Weg

Mit der Zustimmung des Sportparlaments, das Projekt «Sion 2026. Die Spiele im Herzen der Schweiz» als Schweizer Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2026 zu lancieren, wurde am Dienstagabend innerhalb von Swiss Olympic die letzte Hürde gemeistert. Noch hat die Kandidatur aber einen weiten Weg vor sich.

Die weiteren Schritte:

Frühling bis Sommer 2017: Integration von Swiss Olympic in das Bewerbungskomitee «Sion 2026».

April bis Juli 2017: Budgetpräzisierung des Projekts 2026 mit der IDAG (Interdepartementale Arbeitsgruppe des Bundes), Einbezug und Strukturierung des Kandidaturkomitees und Beginn der Planung der nationalen und internationalen Kampagnen.

September 2017: Vorstellung beim Bundesrat, Beginn der Vernehmlassung.

Februar 2018 (nach den Winterspielen in Pyeongchang): Deponieren der Schweizer Kandidatur beim Internationalen Olympischen Komitee IOC (Absichtserklärung/«Letter of Intent»).

Mai 2018: Botschaft des Bundesrats, Beginn der Parlamentsdebatte.

September 2018: Eventuelle kantonale Referenden.

Oktober bis Dezember 2018: Nationale parlamentarische Debatten (Erstrat und Zweitrat).

Winter 2018/2019: Evaluierungsbesuch des IOC.

Juli oder September 2019: Entscheid über Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 durch das IOC.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • andis meinung am 11.04.2017 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oh nein..

    warum? wer bezahlt diesen ....wieder ?? nur damit ein par leute einen kurzen auftritt im rampenlicht haben..

  • Macabiel2502 am 11.04.2017 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Fass ohne Boden

    Niemals darf das passieren, sowas brauchen wir nicht in der Schweiz

  • Markus am 11.04.2017 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann werden wir gefragt?

    Der Rest der Schweizer bezahlt für die Sicherheit, Transportkosten etc.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Liberty am 12.04.2017 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Olympia

    Eine Durchführung großer Spiele wäre wieder mal gut. ABER: alle Sportstätten sind bereits vorhanden, halt schweizweit verteilt. Wenn man kandidieren möchte, dann als Suisse oder Switzerland 2026. Die Eröffnungsfeier könnte in Bern stattfinden, die Skirennen in St. Moritz, Skispringen in Einsiedeln, Eishockey in Zürich, Bern, Kloten, Visp etc., Curling in der Westschweiz, Snowboard im Bündnerland usw. So bräuchte man nichts Neues bauen und in der Schweiz ist man schnell irgendwo. Einzelne Orte sind ein Irrsinn.

    • Roger am 13.04.2017 06:16 Report Diesen Beitrag melden

      Aehm

      Genau das macht ja Sion 2026. Skirennen in Crans, Skispringen in Kandersteg, Bob in St. Moritz, Eishockey in Bern, Lausanne ... Das einzige was fehlt ist eine Eisschnelllaufbahn.

    einklappen einklappen
  • Cavi33 am 12.04.2017 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Constantin schon gemolken

    Haben sie im Wallis keine anderen Probleme? Hoffe dass das nur ein verspäteter Aprilscherz ist .

  • Bieler Kind am 12.04.2017 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stöckli der Möchtegern König

    So einen Schwachsinn kann nur der Stöckli unterstützen. Hat er nicht schon genug Mist gebaut mit seiner Expo 2002 ??

  • Denker am 12.04.2017 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Olympia nie

    Naturverschandelung und Geldverschwendung inkl. VIP-Eintritt mit Gratis-Heli-Flug fürs ganz exclusive Publikum, das alles natürlich durch die Steuerzahler-Milchkuh finanziert...mein lieber Mann, dieses Referendums-Nein habt ihr schon so was auf sicher. Es wäre zum Lachen, wenns nicht zum Heulen wär...

  • Swissgirl am 12.04.2017 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein, nein, nein

    Das Geld wäre besser angelegt, wenn in die Förderung von Sporttalenten investiert würde. Mir wird schon schlecht, wenn ich lese 24 Mio nur für die Vorbereitung der Kandidatur! Schweizer Sportler, die nicht gerade im Fussball oder Tennis Topgehälter beziehen, haben praktisch keine Chance, Inder Schweiz im Sport auf einen grünen Zweig zu kommen. Förderung wo? Sie müssen arbeiten, trainieren, alles halb-halb. Bis jetzt konnte man im Zusammenhang mit OS zu viel über Korruption, Bestechung und Dopingskandale lesen. Darum NEIN zu Olympischen Spielen 2026 in Sion!