Kraftprotze

30. Juli 2010 21:59; Akt: 30.07.2010 22:44 Print

Wo Weisse den Weltrekord haltenWo Weisse den Weltrekord halten

Als erster Weisser lief Christophe Lemaître die 100 Meter unter zehn Sekunden. Jetzt ist er Doppel-Europameister, den Weltrekord hält er aber nicht. Doch nicht in allen Disziplinen haben die Weissen das Nachsehen.

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Schwarze Sprinter rennen schneller als Weisse. Nur gerade der frischgebackene Europameister Christophe Lemaître kann über 100 Meter seinen farbigen Kollegen Paroli bieten. Anfang Juli blieb er als erster Weisser in der Königsdisziplin des Sprints mit 9,98 unter zehn Sekunden.

Ob nun dichtere Knochen, weniger Fett, schmalere Hüften, längere Beine, muskulösere Oberschenkel und leichtere Waden oder doch der höhere Körperschwerpunkt dafür verantwortlich sind, sei mal dahingestellt. Fakt ist, dass in den Laufdisziplinen die schwarzen Leichtathleten - komischerweise aber nicht die Leichtathletinnen - dominieren.

Osteuropäerinnen wehren sich

Bei den Männern werden sämtliche Weltrekorde, bei denen ausschliesslich gerannt werden muss, von Farbigen gehalten. Über 100 Meter liegt der Weltrekord von Usain Bolt rund vier Zehntel unter der Bestleistung von Lemaître. Über 10 000 Meter beträgt der Rückstand des schnellsten Weissen auf die Weltrekordzeit von Haile Gebreselassie sogar beinahe eine Minute. Im Gehen haben aber zwei Russen die absoluten Bestzeiten aufgestellt.

Bei den Frauen dominieren die schwarzen Athletinnen nur in den Sprintdisziplinen, sobald die Strecken etwas länger werden, haben die Damen aus Osteuropa meist die Nase vorn. Im Marathon hält mit Paula Radcliffe eine Britin den Weltrekord und auch in den Wurf- und Sprungdisziplinen sind die Europäerinnen eine Klasse für sich.

Viel Kraft in kurzer Zeit

Dass Weisse in Disziplinen, in denen man für kurze Zeit möglichst viel Kraft generieren muss, die besseren Voraussetzungen haben, bestätigt sich auch bei den Männern. Im Hammer-, Diskus- und Speerwerfen sowie im Kugelstossen halten Europäer die Weltrekorde. Auch im Zehnkampf mit Roman Šebrle und im Stabhochsprung mit Sergej Bubka halten Weisse die weltweiten Bestmarken.

Bei den Hochspringern konnte nur der Kubaner Javier Sotomayor, der kurz vor seinem Rücktritt des Dopings überführt wurde, die besten Europäer überflügeln. Dafür haben die Schwarzen im Weitsprung wieder Vorteile. Nur gerade der Brite Jonathan Edwards durchbricht mit seinem Weltrekord im Dreisprung die Dominanz der Farbigen.

(pre)