104. Tour de France

19. Juli 2017 17:52; Akt: 19.07.2017 18:46 Print

Stürze und slowenischer Coup in den Alpen

Primoz Roglic gewinnt überraschend die erste Alpenetappe der Tour. Sie ist auch geprägt von einem Massensturz mit einem prominenten Opfer.

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Aussergewöhnlicher Athlet: Chris Froome entscheidet zum vierten Mal die Frankreich-Rundfahrt für sich. (23. Juli 2017) Die Ehrendamen bitten in Paris zur Siegerehrung: Der Gesamterste des Sky-Teams lässt sich das sichtlich gefallen. Verdienter Schluck: Der Tour-Champion genehmigt sich auf dem letzten Teilstück ein Gläschen Champagner. (23. Juli 2017) Leader Chris Froome hat die Haupstadt Paris heil erreicht und... ...gibt kurz vor dem Ziel noch einmal mit seinen Berufskollegen mehr Gas. Sieger der Schlussetappe der Tour wird Dylan Groenewegen. Für den Holländer ist es eine Premiere im Rahmen der Frankreich-Rundfahrt. Stolz und glücklich: Froomes Gattin Michelle und Sohnemann Kellan warten sehnsüchtig auf den erfolgreichen Ehemann respektive Daddy. Und schliesslich gibt es das erhoffte Wiedersehen in der Stadt der Liebe. Fast Partystimmung in Marseille: Chris Froome kann sich über einen weiteren grossen Sieg in seiner Karriere freuen. (22. Juli 2017) Glücklich im Ziel: Froome hat alle Angriffe souverän abgewehrt. (22. Juli 2017) Auf dem Weg zum dritten Rang im Zeitfahren. Froome trägt in der Schlussetappe das Maillot jaune und wird in Paris die Tour zum vierten Mal gewinnen. Es sei denn, er muss vorzeitig vom Rad steigen. Dritter Streich: Edvald Boasson Hagen freut sich über seinen Triumph. (21. Juli 2017) Es läuft für ihn rund: Chris Froome steht vor seinem nächsten Tour-Gesamtsieg. Hat das Geschehen auch in der letzten Bergetappe fest im Griff: Chris Froome. (20. Juli 2017) Froome hält die Konkurrenz in Schach: Der vierte Gesamtsieg für den Briten nach 2013, 2015 und 2016 ist zum Greifen nah. Stolz und glücklich: Ein ehemaliger Skispringer hat das schwere Teilstück über den Galibier für sich entschieden. (19. Juli 2017) Der Kampf am legendären Galibier: Der Brite Chris Froome kann das Maillot jaune verteidigen. Vive la France – Support für die einheimischen Fahrer am Galibier. Schwer gezeichnet: Marcel Kittel muss nach einem Massensturz vom Sattel steigen. Natürlich darf die Politik an der Tour nicht fehlen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gibt sich die Ehre. Michael Matthews feiert seinen Sieg nach der vom Wind geprägten 16. Etappe. (18. Juli 2017) 15. Etappe der Tour de France: Bauke Mollema feiert seinen Tagessieg. (16. Juli 2017) Grosse Freude nach der Anstrengung: Roman Bardet kommt als erster Fahrer im ersten Pyrenäen-Teilstück an. (13. Juli 2017) Fabio Aru unterstreicht seine Ambitionen in der diesjährigen Tour. Der Italiener übernimmt... ...neu das Maillot jaune und löst den bisherigen... ...Leader Chris Froome ab. Aber das letzte Wort in Sachen Gesamtsieg ist natürlich noch nicht gesprochen. Eine Klasse für sich: Marcel Kittel lässt der Konkurrenz erneut keine Chance. (12. Juli 2017) Der Brite Chris Froome trägt auch nach der 11. Etappe der Tour de France das Maillt jaune. Begeisterung für das Velo-Spektakel: Eine Zuschauerin feuert die Fahrer an. Seine Gegner sahen nur noch sein Hinterrad. Marcel Kittel war auch in der 10. Etappe der Tour de France nicht zu bezwingen. (11. Juli 2017) Auf dem auf dem 178 km langen Teilstück durch das Département Dordogne waren Sprinter-Waden gefragt. (11. Juli 2017) Marcel Kittel, der 29-jährige Deutsche aus Erfurt, hat bewiesen, dass er diese hat. (11. Juli 2017) Die Strecke führte die Fahrer durch das Städtchen Montignac. Vier Etappensiege in einer einzigen Tour schaffte Kittel bereits 2013 und 2014. Die Strecke zwischen Perigueux und Bergerac führte vorbei an altehrwürdigen Gebäuden. (11. Juli 2017) Erst im Fotofinish war der reifenbreite Vorsprung Urans (unten) sichtbar. (9. Juli 2017) Australier Richie Porte stürzte an der 9. Etappe schwer und scheidet aus der Tour aus. Grund zur Freude Lilian Calmejane gewinnt die 8. Etappe mit imponierenden 37 Sekunden Vorsprung. (8. Juli 2017) Die Schmerzen der Krämpfe konnten Calmejane vom Solosieg nicht abhalten. Gross in Form: Marcel Kittel setzt sich auch in Troyes durch. (6. Juli 2017) Leader nach der 6. Etappe bleibt der britische Favorit Chris Froome. Umsturz im Klassement: Chris Froome wird auf charmante Weise ins Leadertrikot geholfen. (5. Juli 2017) Solo-Sieger der 5. Etappe wird der italienische Meister Fabio Aru. (5. Juli 2017) Kleine Aufmerksamkeit im Wasser für die Fahrer der Tour. (5. Juli 2017) Feiert seinen ersten Etappenerfolg bei einer Grand Tour: Arnaud Démare auf dem Siegerpodest in Vittel. (4. Juli 2017) Der Brite Mark Cavendish stürzt, nachdem er von Peter Sagan in die Absperrgitter gedrückt worden ist. «Gefahr: Nukleare Zone»: Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Vittel gegen das Kernkraftwerk Fessenheim. Glücklicher Gewinner der 3. Etappe: Peter Sagan bei der Zieleinfahrt in Longwy. (3. Juli 2017) Maillot-jaune-Träger Geraint Thomas (l.) verfolgt seinen britischen Teamkollegen Chris Froome. Beim Start der 3. Etappe im belgischen Verviers unterhält sich Stefan Küng (l.) mit dem Deutschen Marcel Kittel, der am Vortag das zweite Teilstück gewonnen hatte. Menschen, nichts als Menschen auf den Strassen von Mönchengladbach, wo die Tour in der 2. Etappe vorbeikam. Der Velofotograf Chris Auld stand genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Als das Feld in der 2. Etappe zu schnell in eine Kurve fuhr, fanden sich rasch alle grossen Namen am Boden wieder – und Auld drückte ab. Auch im Rückspiegel voraus: Eine Fluchtgruppe aus der 2. Etappe. Rätselaufgabe: Was ist an diesem Bild ungewohnt? Genau, die Umgebung. Für einmal fuhren auf der Formel-1-Strecke von Spa nicht die Boliden, sondern Velofahrer. Die 3. Etappe führte nämlich über die längste Strecke im Formel-1-Kalender. Deutsche Velobegeisterung: Vor dem Start zur 2. Etappe in Düsseldorf stehen die Zuschauer in unzähligen Reihen. Aber nicht nur Zweibeiner sind auf der Strecke: Die 2. Etappe wurde auch von den neugierigen Blicken dieser drei Hunde verfolgt. Frau im Pommes-frites-Kleid: Die Tour de France ist auch für ihre grosse und lange Werbekarawane berühmt. Mit dabei ist auch ein Hersteller von Pommes frites.

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Chris Froome behält auch nach der 17. Etappe der 104. Tour de France das gelbe Leadertrikot. Der britische Vorjahressieger hielt den Angriffen seiner Rivalen auf der ersten Alpen-Etappe, die über den Col de la Croix de Fer und den legendären Col du Galibier führte, stand. Die Zeitabstände an der Spitze der Gesamtwertung sind jedoch weiterhin gering.

Der Sky-Captain führt nun mit 27 Sekunden vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran und dem zeitgleichen Franzosen Romain Bardet. Vierter ist neu der Italiener Fabio Aru (0:53 zurück), der am Galibier bei einer Tempoverschärfung von Bardet nicht mehr mithalten konnte und in der Gesamtwertung zwei Ränge einbüsste.

Ein ehemaliger Skispringer glücklicher Sieger

Den Tagessieg nach 183 km in Serre-Chevalier sicherte sich der Slowene Primoz Roglic. Der ehemalige Skispringer, der im April das Zeitfahren an der Tour de Romandie gewonnen hatte, gehörte einer ursprünglich knapp 30-köpfigen Fluchtgruppe an. Am letzten Anstieg zum Galibier – mit 2642 Metern über Meer das Dach der diesjährigen Tour – schüttelte er seine letzten Mitstreiter ab und feierte 1:13 Minute vor der Gruppe mit den Gesamtklassements-Favoriten einen Solosieg.

Zu den aktivsten Fahrer des Tages zählte auch der Schweizer Mathias Frank. Der 30-jährige Luzerner vom Team AG2R gehörte ebenfalls der Ausreissergruppe an, die sich eine halbe Stunde nach Rennbeginn abgesetzt hatte. Frank hielt im letzten Anstieg zum Galibier lange mit der Spitze mit und wurde letztendlich Elfter. Damit verbesserte er sich in der Gesamtwertung auf um 16 Positionen auf Platz 19.

Nun folgt die letzte Chance

Die 18. Etappe vom Donnerstag ist für Froomes Rivalen die wohl letzte Chance, den dreifachen Tour-Sieger zu gefährden. Das 179,5 km lange Teilstück führt von Briançon über den Col de Vars (1. Kategorie) und zum Schluss hinauf zum Col d'Izoard.

Die letzten 10 km des Hors-Catégorie-Aufstiegs haben im Schnitt über neun Steigungsprozenten. Uran, Bardet und Aru müssen in der letzten Bergetappe angreifen, denn im Zeitfahren in Marseille am Samstag dürfte Froome die besten Karten haben.

Kittel stieg vom Rad

Der deutsche Spinterstar Marcel Kittel gab während dieser Etappe auf. Der Träger des grünen Trikots des besten Sprinters war auf dem Teilstück von La Mure nach Serre-Chevalier in den ersten Kilometern in einen Massensturz verwickelt. Dabei zog er sich offenbar eine Schulterverletzung zu. Nach knapp der Hälfte der 183 km langen Etappe stieg der 29-Jährige vom belgischen Team Quick-Step vom Rad. Kittel feierte an der diesjährigen Tour fünf Etappensiege.

Von Kittels Aufgabe profitiert der Australier Michael Matthews. Der zweifache Etappensieger vom Team Sunweb führt die Punktewertung nun mit über 150 Punkten Vorsprung vor Kittels Landsmann André Greipel an. In den letzten fünf Jahren hatte der slowakische Strassen-Weltmeister Peter Sagan das grüne Trikot gewonnen. In diesem Jahr wurde Sagan nach einem grenzwertigen Fahrverhalten im Sprintfinale der 4. Etappe von der Tour ausgeschlossen.

104. Tour de France. 17. Etappe, La Mure - Serre-Chevalier (183 km): 1. Primoz Roglic (SLO) 5:07:41. 2. Rigoberto Uran (COL) 1:13 zurück. 3. Chris Froome (GBR). 4. Romain Bardet (FRA). 5. Warren Barguil (FRA), alle gleiche Zeit. 6. Mikel Landa (ESP) 1:16. 7. Daniel Martin (IRL) 1:43. 8. Alberto Contador (ESP) 1:44. 9. Louis Meintjes (RSA). 10. Fabio Aru (ITA). 11. Mathias Frank (SUI).

Ferner: 14. Simon Yates (GBR) 3:14. 16. Damiano Caruso (ITA) 5:07. 23. Nairo Quintana (COL) 7:47. 57. Danilo Wyss (SUI) 28:46. 81. Michael Schär (SUI) 33:41. 108. Stefan Küng (SUI). 110. Reto Hollenstein (SUI). 129. Michael Albasini (SUI), alle gleiche Zeit. - 172 Fahrer gestartet, 169 klassiert. - Aufgegeben u.a.: Marcel Kittel (GER), Thibaut Pinot (FRA).

Gesamtklassement: 1. Froome 73:27:26. 2. Uran 0:27. 3. Bardet 0:27. 4. Aru 0:53. 5. Landa 1:24. 6. Martin 2:37. 7. Simon Yates 4:07. 8. Meintjes 6:35. 9. Contador 7:45. 10. Barguil 8:52. 11. Caruso 10:03. 12. Quintana 12:54. Ferner: 29. Frank 1:11:53. 30. Roglic 1:13:00. 72. Küng 2:22:43. 75. Schär 2:25:35. 85. Wyss 2:33:41. 102. Albasini 2:48:30. 153. Hollenstein 3:33:06.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Greg le Mond am 20.07.2017 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Matze Fränky

    Mathias Frank fährt einer hervorragende Tour. Das darf auch mal erwähnt werden ;D

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  • alfmir am 19.07.2017 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kittel der wahre Profiteur...

    Von Kittels Aufgabe hat Keiner profitiert. Der wahre Profiteur, wenn auch ohne eigenes Verschulden, ist Kittel selber durch den Ausschluss von Sagen und die Verletzung von "Cav"..! Darum darf er sich auf diese fünf gewonnenen Sprintsiege nichts einbilden..!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Greg le Mond am 20.07.2017 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Matze Fränky

    Mathias Frank fährt einer hervorragende Tour. Das darf auch mal erwähnt werden ;D

    • Hug. am 20.07.2017 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Greg le Mond

      Jein, die Erwartungen die in ihn gesetzt wurden hat er nur teilweise erfüllt. Als "Bergfahrer" ist er in der "zweiten Staffel" anzutreffen und weit davon entfernt in die ersten 10 zu fahren, - leider. Offenbar sind seine gesundheitlichen Probleme (Atembeschwerden bei kaltem Wetter) auch ein Faktor.

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  • alfmir am 19.07.2017 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kittel der wahre Profiteur...

    Von Kittels Aufgabe hat Keiner profitiert. Der wahre Profiteur, wenn auch ohne eigenes Verschulden, ist Kittel selber durch den Ausschluss von Sagen und die Verletzung von "Cav"..! Darum darf er sich auf diese fünf gewonnenen Sprintsiege nichts einbilden..!

    • Mannimmond am 20.07.2017 01:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alfmir

      Das Gleiche könnte man auch von Froome behaupten. Contador scheint ausser Form, Quintana ist platt, weil er unbedingt den Giro fahren musste. Aru ist zwar nahedran, aber kanns wohl nicht durchziehen. Der einzige, der Froome hätte schlagen können, heisst Mikel Landa. Doch als Wasserträger darf er den Britennicht angreifen. Sie sehen, man kann jede Leistung eines Fahrers schlechtreden, indem man auf die Schwäche der Gegner verweist. Fakt ist, Froome ist Leader. Kittel hat 5 Etappen gewonnen. Alles andere interessiert nicht. Gönnen wir den Athleten doch einfach ihre Erfolge.

    • Urs am 20.07.2017 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alfmir

      absoluter Blödsinn was du da labberst! Kittel war wohl nicht der einzige Sprinter im Feld...und das er endschnell ist hat er in der Vergangenheit wohl bewiesen...

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