20 Minuten Online vs. Schweizermeister

18. Juni 2009 10:41; Akt: 10.08.2009 14:44 Print

Wie schwierig ist eigentlich Tischtennis?

von Patrick Toggweiler und Reto Fehr - Kann ein Hobbyspieler den Aufschlag eines Tischtennisprofis retournieren? Und gelingt es, gegen den Profi einen Smash unhaltbar reinzuhämmern? 20 Minuten Online hat es ausprobiert, gestaunt und viel Spass gehabt.

Christian Hotz führt 20 Minuten Online vor. Seine drei Tips zu einem bessern Spiel finden Sie am Ende des Artikels. (Video: 20 Minuten Online, Mathieu Gilliand)
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Christian Hotz ist zwar erst 23 Jahre alt, im Schweizer Tischtennis ist er aber trotzdem schon das Mass aller Dinge: Ehemaliger Schweizer- und aktueller Vizeschweizermeister im Einzel, Schweizermeister im Doppel, trainiert jeden Tag, am letzten Ranglistenturnier konnte er erst im Final vom Chinesen Hu Jiashun gestoppt werden.

Der ideale Gegner also, um herauszufinden, was sich schon so mancher Hobbyspieler beim friedlichen Pingpong-Nachmittag in der Badi gefragt hat: Hat man wirklich nicht den Hauch einer Chance, wenn so ein Klassemann aufschlägt? Retourniert er alle Smashes? Und kann man ihn bezwingen, wenn er denn mit einem ungelenken Rüstbrett spielt? In einem redaktionsinternen Wettkampf ist 20 Minuten Online diesen Fragen nachgegangen.

20 Minuten Online: zero points

Man muss nicht lange um den heissen Brei reden: Von zehn Aufschlägen konnte 20 Minuten Online nicht einen einzigen retournieren. Und das, obwohl wir durchaus Tischtennis spielen können: Reto Fehr verliert nach eigenen Angaben «grundsätzlich nur gegen seinen Bruder» und auch Patrick Toggweiler hat schon den einen oder anderen Schläger kaputt gespielt.

Die Problematik des Returns liegt nicht an der Geschwindigkeit – an jedem der Anspiele war unser Schläger dran – das Problem liegt am Schnitt. Die Bälle sprangen in allen erdenklichen Winkeln vom Schläger. Nur Christian wusste jeweils, wo unser Ball landen würde: «So, der geht jetzt ins Netz», kam die Prognose, welche kurz darauf eintrat. Fazit: 20 Minuten Online zero points.

Handicap Küchenbrett

Wie spielt der Meister mit einem Küchenbrett? Zugegeben: Das Ding war riesig und schwer - und ein enormes Handicap. Christian musste die Küchenhilfe mit beiden Händen führen um einigermassen bei Zeiten hinter den Ball zu kommen. Deshalb punktete 20 Minuten Online fleissig und bewies damit, dass unsere Sportredaktion nicht nur aus Schreibtischtätern besteht. Ganz alle Punkte schafften wir dann aber doch nicht – sieben von zehn. Fazit: Christian müsste wohl mit einer Autotür ausgerüstet werden, um sicher zu gehen, dass er keinen Punkt mehr erzielt.

Eine Frage der Ehre

Zu guter Letzt musste der Vizeschweizermeister zeigen, wie er sich gegen Smashs zu verteidigen weiss. Zum Glück können Videos geschnitten werden, denn die ersten Versuche von Patrick landeten alle hinter der Tischkante. Traf das Bällchen dann einmal auf den Tisch, war die Chance gross, dass sich Christian erfolgreich wehren konnte. Mit etwas mehr «Auslauf» hätte er sie wohl alle retourniert. Mit den Banden in seiner Quere gelang es uns aber, den einen oder anderen Smash zu versenken. Fazit: Der Mann bewegt sich wie eine Katze und trifft den Tisch auch aus grösster Entfernung: Fünf von zehn möglichen Punkten für den Profi.

Nicht mal dasselbe Stadion

Christian spielt Tischtennis, 20 Minuten Online Pingpong. Pingpong ist, ein bisschen den Ball hin und her schieben. Das, was in der Badi – manchmal auf hohem Niveau - gezeigt wird. Mit der Demonstration von Christian hat das aber nichts gemein. Das ist nicht derselbe Sport, nicht einmal dasselbe Stadion. Das sind Welten. Brillant jeweils die Ansagen gleich nach Ballkontakt vier Meter hinter dem Tisch: «Der kommt!» Und drauf war das Ding. Einfach nur rüberspielen gibt es nicht. Jeder Ball muss zwirbeln wie aus einer Zentrifuge. Was so leicht aussieht, bedarf jahrelangem harten Training und viel Talent. Christian hat es uns vorgeführt. Spass hatten wir trotzdem – oder erst recht.

Drei Tipps von Christian Hotz, wie man es zum Badichampion bringt.

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(Video: 20 Minuten Online, Mathieu Gilliand)