Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Kommentar
05. September 2010 18:59; Akt: 06.09.2010 10:15 Print
Der Tod fährt mit
von Klaus Zaugg, Misano - Der Tod fährt mit. So einfach und so grausam und so banal, ja zynisch diese Aussage auch sein mag: Sie stimmt.
Gerade weil das so ist, sind die Sicherheitsvorkehrungen im Motorradrennsport auf diesem Niveau maximal. Theoretisch sollte nichts mehr passieren, ist ein Töffrennen sicher wie Fliegen. Die Sturzräume sind so grosszügig konzipiert, dass die Fahrer nicht mehr auf stehende Hindernisse prallen, dass die Piloten und Maschinen von der Piste rutschen. Helme, Handschuhe, Lederkombi und Stiefel bieten besseren Schutz als Ritterrüstungen. In den Kombis sind Rückenprotektoren und Airbags eingenäht, um den Aufprall zu dämpfen. Für die Sicherheit der Piloten wird alles getan, was menschenmöglich ist.
Die rasche medizinische Hilfe kam für Shoya Tomizawa zu spät.
Aber der Tod fährt mit. So wie es in der Luftfahrt und im Strassenverkehr und im richtigen Leben keine Garantie gibt, so gibt es auch im Motorradrennsport keine totale Sicherheit. Beim Sturz von Shoya Tomizawa ist im schlimmsten Sinne des Wortes alles schief gelaufen. Er ist nach seinem Sturz nicht von der Piste gerutscht. Wie einst Tom Lüthi im Weltmeisterjahr 2005 beim GP von Japan. Lüthi hatte Glück. Tomizawa hatte kein Glück. Er ist von einem nachfolgenden Konkurrenten überfahren worden. Es gibt keinen Schuldigen. Zynisch sind jene, die aus dieser Tragödie politisches Kapital zu schlagen versuchen.
Muss Motorradrennsport verboten werden?
Der Tod fährt mit. Kein Gesetz, keine Sicherheitsmassnahme kann dies verhindern. Ist der Motorradrennsport ein Wahnsinn, der verboten werden müsste? Nein. Jeder weiss um das Risiko. So wie jeder Bergsteiger um sein Risiko weiss. Aber der Tod, der unerbittlich von der TV-Kamera dokumentiert wird, hat eine andere, eine öffentliche, eine politische Dimension.
Ist es pietätlos, dass in zwei Wochen bereits der nächste GP ausgefahren wird? Dass nicht einmal darüber diskutiert wird, ein Rennen abzusagen oder zu verschieben? Nein. Das Leben muss nach jeder Tragödie weitergehen. Dass das Leben auch im Rennsport nach einem so tragischen Unfall weitergeht, dass die Dinge im Fahrerlager scheinbar schon ein paar Stunden wieder ihren gewohnten Lauf nehmen, ist nicht herzlos und nicht zynisch. Es ist eine ganz besondere Form, mit einem Schicksalsschlag fertig zu werden. Es ist auch eine ganz besondere Form, mit der Gefahr zu leben. Keiner ist leichtsinnig oder gar wahnsinnig. Sicherheitsfragen sind in diesem Zirkus immer ein Thema. Aber nie Tod und Verstümmelung.
Und wir sollten uns nicht täuschen lassen: So cool und unerschütterlich die Asphaltcowboys auf Aussenstehende auch wirken mögen: Die Tragödie von Misano hat alle tief getroffen. Keiner wird Shoya Tomizawa vergessen.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 26 Kommentare





























In memories of Shoya Tomizawa Nr. 48
Vielen dank für diesen text. Ich weiss nicht mehr genau wann ich das letze mal einen so traurigen und treffenden text gelesen habe. an alle kritiker und besserwisser die meinen das man diesen sport verbieten soll, ich schäme mich nur für euch, denn hier ist mitgefühl angesagt keine kritik. Sogar ich mit meinen 18 jahren sehe das es nicht mehr lange geht bis wir vor lauter verboten in der schweiz nich mal mehr reden dürfen! Shoya wir werden dich und dein lachen nie vergessen!
Unüberlegt
Nehmt dieses Video vom Netz. Dies gehört sich nicht. Der Artikel ist okay, aber muss wirklich jeder sehen, wie ein junger Mensch sein Leben verliert? Auch News-Seiten dürfen sich nicht alles erlauben!
genau.. verbieten
zu verbieten sind alle jobs mit maschinen, alle berufe die mehr als 2m über der erde oder 0,5m unter erd- oder wasseroberflächen sind, alle sport- und berufsbereiche die mit tieren zu tun haben die treten, beissen oder würgen können... alle berufe die mit verschmutzungen in luft, wasser oder erde zu tun haben oder gar "schrecklassnach" mit rauchern in kontakt kommen. und sowieso alle, die mit verkehr in luft, wasser oder auf der strasse zu tun haben. alles viiiiiel zu gefährlich und könnten zum tode führen. alle die dies trotzdem tun.. wären dann selber schuld. wie einfach!