Unihockey-WM

04. Dezember 2012 21:59; Akt: 05.12.2012 12:48 Print

Schweiz nach 35:0 in den Viertelfinals

Dem Schweizer Unihockey-Nationalteam gelingt im zweiten Gruppenspiel der Heim-WM gegen Singapur der erwartete Kantersieg. Mit 35:0 deklassieren die Schweizer die bemitleidenswerten Asiaten.

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Um international präsenter zu sein, erweiterte der Internationale Verband IFF das Teilnehmerfeld der WM von 10 auf 16 Teams. Weil die Differenzen zwischen den besten und den schlechtesten Nationen aber derart eklatant sind, ereignen sich seither Partien mit skurril einseitigem Verlauf. Und so hatte sich die Frage nach dem Sieger im Vorfeld des Spiels Schweiz gegen Singapur nicht gestellt. Die 842 Zuschauer, die sich in die Berner Wankdorfhalle verirrten, um sich das Torfestival anzusehen, interessierte höchstens die Frage, ob die Schweizer den höchsten Länderspielsieg ihrer Geschichte realisieren könnten. Der bisherige Rekord lautete 37:0 - aufgestellt an der WM vor zwei Jahren gegen... Singapur.

Den Rekord knackte die Schweizer Auswahl ganz knapp nicht. Seine Abschlussqualitäten konnte das Team von Trainer Petteri Nykky aber trotzdem zur Genüge unter Beweis stellen. Und so trug sich Emanuel Antener mit seinen drei Toren und neun Assists in die Geschichtsbücher von Swiss Unihockey ein. Noch keinem Schweizer Nationalspieler waren davor so viele Skorerpunkte in einem Spiel gelungen (Rekord bisher acht Punkte). Von den 17 eingesetzten Feldspielern - Christoph Hofbauer wurde wegen einer leichten Verletzung geschont - trug sich nur Verteidiger Dave Wittwer nicht in die Skorerliste ein.

Acht Minuten lang 0:0

Immerhin acht Minuten lang vermochte Singapur das 0:0 zu halten. Nach Simon Bichsels 1:0 erhöhten die Schweizer praktisch im Minutentakt das Skore, obwohl sich Singapur permanent mit fünf Spielern vor dem eigenen Tor postierte. Nach 60 Minuten Dauerbelagerung wurde Singapur erlöst. Der Schweizer Torhüter Pascal Meier, der anstelle von Stammkeeper Daniel Streit zum Einsatz kam, feierte bei seinem WM-Debüt einen Shutout. Beschäftigt wurde er allerdings so gut wie nie.

Dank dem zweiten Sieg im zweiten Spiel haben sich die Schweizer vorzeitig für die Viertelfinals qualifiziert. Estland, heute (Mittwoch) der letzte und auf dem Papier stärkste Gruppengegner der Schweiz gab beim 4:4 gegen die Slowakei überraschend einen Punkt ab.

Wie früher im Eishockey

Nicht nur der bescheidene Zuschaueraufmarsch beim Spiel Schweiz - Singapur beweist, dass solche Partien niemandem etwas bringen. Dies hat mittlerweile auch die IFF eingesehen. Auf die nächste WM in zwei Jahren in Schweden korrigiert der Verband den Modus. Neu werden die besten acht Teams in zwei Gruppen gegeneinander spielen. Den «Kleinen» wird die Chance geben, sich in einer Playoff-Runde gegen die jeweiligen Gruppendritten und -vierten für die Viertelfinals zu qualifizieren.

Mit Niveauunterschieden und hohen zweistelligen Resultaten hat jede «junge» Sportart zu kämpfen. Im Eishockey etwa gab es diese Differenzen auch. So ist in den Geschichtsbüchern des Schweizer Eishockey-Verbands etwa ein 0:33 gegen Kanada aus dem Jahr 1924 oder ein 0:29 gegen die USA aus dem Jahr 1920 notiert - die höchsten Niederlagen in Eishockey-Länderspielen der Schweiz. Noch in den späten 80er-Jahren kassierte die Schweiz gegen die «Grossen» des Eishockeys - sofern diese in Bestbesetzung antraten - regelmässig zweistellige Klatschen. Es besteht diesbezüglich Hoffnung für das Unihockey.

Tschechien verliert überraschend

Eine überraschende 4:5-Niederlage kassierte Tschechien in der Gruppe C gegen Lettland. Damit wird es voraussichtlich bereits in den Viertelfinals zum Duell zwischen Titelverteidiger Finnland und Tschechien kommen.

WM der Männer in der Schweiz. Vorrunde. 3. Spieltag. Gruppe A (in Bern):
Schweiz - Singapur 35:0 (8:0, 15:0, 12:0).
Slowakei - Estland 4:4 (3:0, 0:3, 1:1).
Rangliste (je 2 Spiele): 1. Schweiz 4 (43:4)*. 2. Estland 3 (17:6). 3. Slowakei 1 (8:12). 4. Singapur 0 (2:48).
Die nächsten Spiele. Am Mittwoch: Singapur - Slowakei (13.30 Uhr) und Schweiz - Estland (19.30).

Gruppe B (Bern):
Ungarn - Polen 2:5 (0:2, 1:1, 1:2). -
Rangliste: 1. Schweden 2/4 (47:5)*. 2. Norwegen 2/4 (24:5)*. 3. Polen 3/2 (10:32). 4. Ungarn 3/0 (7:46).

Gruppe C (Zürich):
Tschechien - Lettland 4:5 (4:2, 0:1, 0:2).
Rangliste: 1. Lettland 3/6 (24:8)*. 2. Tschechien 3/4 (38:10)*. 3. USA 2/0 (7:21). 4. Japan 2/0 (2:32).

Gruppe D (Zürich):
Finnland - Russland 16:1 (8:0, 6:1, 2:0). Deutschland - Kanada 10:2 (5:2, 2:0, 3:0).
Rangliste (je 2 Spiele): 1. Finnland 4 (26:2)*. 2. Russland 2 (14:22). 3. Deutschland 2 (11:12). 4. Kanada 0 (8:23).

* = für die Viertelfinals qualifiziert.

(si)