1918 Dopingkontrollen

20. April 2009 15:49; Akt: 20.04.2009 16:29 Print

Schweizer Sportler kiffen mehrSchweizer Sportler kiffen mehr

Die Stiftung Antidoping Schweiz hat im vergangenen Jahr insgesamt 1918 Dopingkontrollen durchgeführt. Die Zahl der Verstösse erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von elf auf 13 Fälle, wobei nahezu die Hälfte Cannabis betraf. Blutkontrollen wurden 2008 aus personellen und finanziellen Gründen keine durchgeführt.

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Diese Sportler haben alle schon gekifft.

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Die Stiftung Antidoping Schweiz ist seit dem vergangenen 1. Juli für die Dopingbekämpfung verantwortlich. «Wir sind auf gutem Weg», sagte Corinne Schmidhauser, die Stiftungspräsidentin vor den Medien in Bern. Die von Bund und Swiss Olympic vorgegebenen Ziele in den Bereichen Kontrollen, Information und Prävention sowie Forschung seien insgesamt erreicht worden.

2008 wurden von Antidoping Schweiz 1918 Urinkontrollen durchgeführt. 945 ausserhalb von Wettkämpfen, 973 im Wettkampf. Darin enthalten sind 526 Kontrollen im Auftrag Dritter, wie Direktor Matthias Kamber laut Mitteilung ausführte. Die meisten Kontrollen wurden in den Sportarten Leichtathletik, Rad, Ski und Snowboard sowie Fussball durchgeführt.

Die Zahl der Dopingverstösse erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von elf auf 13 Fälle. Sechs Fälle betrafen Cannabis, je drei Anabolika und Stimulanzien und je zwei Hormone sowie die Verletzung der Meldepflicht. Es falle auf, dass mehr als die Hälfte der Dopingfälle im Wettkampf verbotene Rauschmittel betreffen, hiess es im Jahresbericht. Bei diesen könne davon ausgegangen werden, dass sie hauptsächlich in der Freizeit und nicht primär zur Leistungssteigerung im Wettkampf verwendet worden seien.

Zu wenig Geld für Bluttests

Leider habe Antidoping Schweiz aus personellen und finanziellen Gründen auch 2008 keine Blutkontrollen durchführen können, erklärte Kamber. Dies sei umso bedauerlicher, als dass in der Schweiz mit dem Laboratoire Suisse d'Analyse du Dopage in Epalinges (LAD) eines der weltweit führenden Labors für Blutkontrollen bestehe. Einen besonderen Erfolg erzielten Antidoping Schweiz und das LAD mit einem Projekt zum Nachweis von Cera, einem Epo-ähnlichen Wirkstoff, der die Bildung von roten Blutkörperchen anregt, hiess es im Jahresbericht weiter. Dank der Forschungsresultate und der Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma konnte der Wirkstoff bei Fahrern der Tour de France 2008 erstmals nachgewiesen werden. Mitentscheidend für den Erfolg sei der gezielte und unbürokratische Einsatz von Forschungsgeldern durch Antidoping Schweiz gewesen, hiess es.

«Simon» soll Vereinfachungen bringen

Antidoping Schweiz will 2009 mehrere Neuerungen einführen. Mit dem System «Simon» soll im Laufe des Jahres den Athletinnen und Athleten ein EDV-gestütztes Meldesystem zur Verfügung stehen, das ihnen Vereinfachungen bringen soll. Gleichzeitig ermögliche es im Bereich Kontrollplanung, Einsatzplanung der Kontrolleure und dem Resultatmanagement Optimierungen, hiess es in der Mitteilung weiter. Mit einem E-Learning-Programm soll insbesondere der Nachwuchs angesprochen werden. Auch die Prävention im Bereich Breitensport soll ausgebaut werden. So will die Stiftung an vier bis fünf Breitensportanlässen präsent sein und die Sporttreibenden sensibilisieren und informieren.

In Zukunft will Antidoping Schweiz vermehrt mit Partnern zusammenarbeiten. Bereits besteht eine Zusammenarbeit mit einem Kranken- und Unfallversicherer. Trotz dieser Projekte sei die Finanzierung der Stiftung für die kommenden Jahre nicht ausreichend. Antidoping Schweiz will sich deshalb für die Anpassung des jährlichen Bundesbeitrages um mindestens eine Million Franken bemühen.

(dapd)