Tom Lüthi

03. September 2010 19:08; Akt: 03.09.2010 19:13 Print

Neuer Motor, alte Probleme, neues DebakelNeuer Motor, alte Probleme, neues Debakel

von Klaus Zaugg, Misano - Töffstar Tom Lüthi (24) hat einen neuen Motor. Aber es hat ihm im ersten Training zum GP von San Marino in Misano nichts geholfen: Rang 27. Ein Debakel.

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Rang 27 im Training - ein Debakel für Tom Lüthi. (Bild: Keystone)

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Nach drei Podestplätzen in Serie (2., 3., 2.) folgte ab dem GP von Deutschland eine Pleite-Serie: Sturz, Platz 11, Platz 7.

Der Grund: Lüthi hatte bei der jeweils alle drei Rennen durchgeführten Motorenverlosung ein Schrott-Triebwerk erwischt. Davon will zwar der Deutsche Honda-Motorengeneral Adi Stadler gegenüber 20 Minuten Online nichts wissen. "Die Triebwerke werden alle durchgetestet und funktionieren einwandfrei. Das sind Fakten. Der Rest Behauptungen."

Gemäss Stadler haben also alle Piloten bei jeder Verlosung gleichwertige Honda-Einheitsmotoren. Dies ist allerdings auch eine Behauptung und kein Fakt. Immerhin musste beim letzten GP in Indianapolis an Lüthis Motor ein defekter Sensor ausgewechselt werden weil die Elektronik nicht mehr funktionierte (20 Minuten Online berichtete).

Nun, Tom Lüthi hat sich auf Misano gefreut. Weil hier den Teams wieder neue Motoren zugelost worden sind. Und tatsächlich sagte der Berner nach dem ersten Moto2-Training gegenüber 20 Minuten Online. "Für den Motor hatte ich im Gegensatz zum letzten Rennen in Indianapolis ein sehr gutes Gefühl. In Indianapolis konnte ich ja nicht mal auf der Gerade im Windschatten mithalten."

Aber auf dem Resultatblatt hat sich das gute Gefühl für das neue Triebwerk (noch) nicht ausgewirkt: Platz 27. Ein Debakel. Für das Abschlusstraining ist eine Steigerung von Nöten: Die bisher schlechteste Klassierung im Moto2-Abschlusstraining: 21. beim GP von Deutschland auf dem Nürburgring.

Das Problem ist nicht mehr der Motor. Was nun? Lüthi, sichtlich ratlos gegenüber 20 Minuten Online: "Wir hatten Probleme mit der Geometrie." Gemeint ist damit nicht etwa das Schulfach Geometrie. Es handelt sich vielmehr um die Lenkgeometrie der Maschine, die nicht mehr stimmt. Oder noch einfacher: Die Fahrwerkseinstellung. "Bei der schnellen Kurve bin ich deshalb bei Tempo 250 zweimal beinahe gestürzt." Man werde nun neue Einstellungen versuchen.

Diese Schwierigkeiten mit der Fahrwerkseinstellung sind ein altes Problem. Zu Beginn der Saison beeinträchtigten starke Vibrationen das Fahrverhalten und zuletzt war es die fehlende Bodenhaftung des Hinterrades.

Lüthis Techniker müssen in der Lage sein, dieses Problem zu lösen. Er setzt ein Moriwaki-Fahrwerk - das gleiche Fabrikat, das WM-Leader Toni Elias fährt. Die Motoren-Ausrede für die drei missglückten letzten Rennen hatte einen realen Hintergrund. Eine Fahrwerkshausrede hingegen zählt nicht.