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Stéphane Lambiel
27. Juli 2009 08:49; Akt: 27.07.2009 09:31 Print
«Ich will in Vancouver der Beste sein»
Im Oktober 2008 gab Stéphane Lambiel seinen Rücktritt bekannt. Neun Monate später will es der 24-jährige Walliser noch einmal wissen. Sein grosses Ziel sind die Olympischen Spiele im Februar 2010 in Vancouver, wo er die Goldmedaille gewinnen will.

Stéphane Lambiel will Olympia-Gold. (Bild: Keystone)
Vor seinem Abflug in ein zweiwöchiges Trainingslager in Kanada äusserte sich Lambiel zu seinem Comeback, dem aktuellen Formstand und den Olympischen Spielen.
Stéphane Lambiel, wann haben Sie zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, ein Comeback zu geben?
Stéphane Lambiel: «Ich bin ein Wettkampf-Typ. Auch nach meinem Rücktritt wollte ich unbedingt laufen und auf dem Eis stehen, aber ohne meine Gesundheit zu gefährden. In den letzten Wochen habe ich sehr viel auf dem Eis trainiert und hatte das Gefühl, dass meine Verletzung an den Adduktoren die Strapazen aushält. In dieser Zeit habe ich meinen Comeback-Entscheid getroffen, weil ich gefühlt habe, dass ich dazu bereit bin.»
Haben Sie die Adduktoren-Verletzung denn jetzt im Griff?
«Diese Verletzung wird immer da sein. Nach 20 Jahren auf dem Eis kann ich nicht einfach mit dem Finger schnippen und alles ist wieder okay. In der Physiotherapie habe ich aber sehr viel über meinen Körper gelernt und kann nun mit diesem Handicap besser umgehen.»
Sie sind nach ihrem Rücktritt vor neun Monaten nur Shows gelaufen. Was ist der grösste Unterschied zwischen einer Eislauf-Gala und einem Wettkampf?
«Eigentlich gibt es nicht so grosse Unterschiede. Auch bei den Shows wollte ich immer meine Leistung abrufen und mein Bestes geben, auch wenn ich nicht so viele Sprünge wie in einem Wettkampf gezeigt habe.»
Swiss Olympic fordert von Ihnen für eine erfolgreiche Olympia-Selektion das Erreichen von 195 Punkten an zwei Wettkämpfen. Ihre Bestleistung beträgt 239,10 Punkte. Wenn Sie jetzt gleich auf dem Eis laufen müssten, wären Sie in der Lage, die geforderte Punktzahl zu erreichen?
«Ja, ich glaube, dass würde ich schaffen.»
Welches sind die Elemente, die am schwierigsten neu zu erlernen sind?
«Die einzelnen Elemente sind Dinge, die ich beherrsche. Das Schwierige ist, alle Elemente zu einem Ganzen zu kombinieren, damit alles passt. Das wird sicherlich den grössten Teil der Arbeit ausmachen. Auch an meinem Problemsprung, dem Axel, muss ich weiterhin arbeiten.»
Falls Sie sich qualifizieren: Was ist das Ziel für die Olympischen Spiele in Vancouver?
«Ich will einfach der Beste sein. Wenn du Sportler bist, willst du einfach gewinnen. Ich bin hungrig und habe Lust auf Wettkämpfe. Olympia ist die beste Erfahrung im Leben und mit einer Goldmedaille um den Hals ist es noch schöner. Es wird sicher nicht einfach, aber ich glaube, dass es möglich ist.»
Wer wird aus Ihrer Sicht in Vancouver Ihr stärkster Konkurrent sein? Jewgeni Pluschenko?
«Ich habe keine Konkurrenten. Ich bin allein auf dem Eis und muss dort zeigen, was ich kann. Aber ich freue mich sehr auf das Duell mit Jewgeni. Für mich ist es sowieso gut, wenn das Wettkampf-Niveau hoch ist. Das gibt mir noch mehr Kraft.»
Ihre Kür wird die Weiterentwicklung ihres letzten Tango-Programms sein. In welche Richtung geht Ihr Kurzprogramm?
«Es wird etwas Klassisches sein. Mehr sage ich dazu nicht. Ich lasse die Gerüchteküche noch ein Weilchen brodeln.»
Was kommt nach den Olympischen Spielen?
«Das ist eine Frage, die ich derzeit nicht beantworten will und kann. Mein Ziel ist einzig und allein Vancouver, und darauf bin ich fokussiert.»
(si)


























