Sportlicher Ausflug

27. März 2014 07:33; Akt: 27.03.2014 07:33 Print

Spirig strebt am Zürich Marathon die EM-Limite an

von Oliver Fischer - Am 6. April gibt Nicola Spirig ihr Debüt über 42,195 km. Das Ziel am Zürich Marathon ist, die Limite von 2:44 Stunden für die Heim-EM im August zu laufen.

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Die Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig ist eine gute Schwimmerin. Trotzdem ist ihr Start am Zürich Marathon am 6. April ein Sprung in unsicheres Gewässer. Es ist nämlich ihr Debüt auf der Marathon-Strecke. «Der Respekt vor dieser Aufgabe ist gross, aber die Freude überwiegt ganz klar», sagt die 32-Jährige. Es sei ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

Kein Olympia-Sieger-Bonus bei der Selektion

Spirigs Ziel ist nicht ohne: Sie will bei ihrem ersten Marathonlauf gleich die EM-Limite von 2:44 Stunden erreichen. Und: Es ist ihr einziger Versuch, denn Ende April selektioniert Swiss Athletics die Läufer für den EM-Marathon im August in Zürich. Selbst wenn sie die Limite schaffen sollte, wäre die Konkurrenz gross, haben doch schon jetzt mehr Läuferinnen die geforderte Zeit erreicht, als die Schweiz Startplätze hat. Einen «Olympia-Sieger-Bonus» gebe es nicht, sagt auch Beat Freihofer, Kommunikationsleiter bei Swiss Athletics.

Wenn es über die 42 Kilometer nicht reichen sollte, würde Spirig versuchen, die Limite über die 10’000 Meter zu schaffen, wofür sie noch länger Zeit und mehrere Versuche zu Verfügung hätte. So weit denkt sie aber noch nicht. Der Fokus liegt vollständig auf dem Zürich Marathon, für den Spirig vom Veranstalter zwei Pacemaker zur Verfügung gestellt bekommt. «Es ist für mich sehr wichtig, erfahrene Läufer um mich zu haben», sagt die Zürcherin. Es gebe doch einige Aspekte eines Marathons, die sie nicht trainieren könne: «Ich weiss zum Beispiel nicht, wie ich mich im Rennen am besten verpflegen kann und muss.»

«Loslaufen und spüren, ob das Tempo gut ist oder nicht»

Spirig hat zur Vorbereitung auch mit anderen Triathleten gesprochen, die schon Marathons gelaufen sind. Und obwohl diese sie davor gewarnt hätten, das Rennen zu schnell anzugehen, werde sie wahrscheinlich genau das trotzdem machen. «Ich muss einfach loslaufen und spüren, ob das Tempo gut ist oder nicht.» Ein Zwischenziel sei, den Halbmarathon in 1:20 zu absolvieren, in der Annahme, dass sie auf der zweiten Hälfte etwas langsamer werde. Da ihr jegliche Marathon-Erfahrung fehle, könne sie auch überhaupt nicht abschätzen, wie ihr Körper auf die Belastung reagieren werde. «Vielleicht bin ich im Ziel einfach nur froh, dass es zu Ende ist und will nie mehr einen Marathon laufen», ergänzt sich schmunzelnd.

Nach dem Zürich Marathon steht für die 32-Jährige Ende April ein Trainingslager in Mexiko an, wo sie sich auch wieder auf die beiden anderen Triathlon-Disziplinen Schwimmen und Radfahren konzentrieren wird. Denn, so stellt sie klar, der Abstecher in die Leichtathletik sei nur ein spannender und lehrreicher Ausflug. «Ich profitiere enorm von diesem Weg, aber ich bin und bleibe Triathletin.»

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