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Freestyle.ch
25. September 2008 04:00; Akt: 25.09.2008 22:56 Print
Höher, spektakulärer, krasser
von Patrick Toggweiler - Risikofreude in Übergrösse. Ab Freitag riskieren wagemutige Sportler beim grössten Freestyle-Event Europas wieder Kopf und Kragen. In diesem Jahr dürfen sie sich über noch halsbrecherische Anlagen freuen.
Ein Lift der Sorte «Chinesischer Grubenfahrstuhl» bringt die Journalistenschar nach oben. Das Ziel ist klar und hoch: 36 Meter. Ein Koloss aus 330 Tonnen Stahl mit der einzigen Aufgabe, die Snowboarder und Freeskier noch weiter und höher, noch spektakulärer in den Himmel über Zürich zu schleudern. Das ist der neue Big-Air-Turm.
20 Minuten Online berichtet umfassend über freestyle.ch. Am Freitag geht es mit einem ausführlichen Bericht über die Auslosung vom Donnerstag los und ab 19 Uhr werden alle Events des Weekends vom freestyle.ch live bei 20 Minuten Online übertragen. Als Highlight wird am Sonntag bei den Finals (ab 14 Uhr) zusätzlich ein 20-Minuten-Online-Reporter unterwegs sein und Stimmen der Teilnehmer direkt nach den Sprüngen einholen. Alles live und in Bild und Ton!Bereits die Fahrt nach oben wird zum kleinen Abenteuer. Der Lift rattert, nur schwindelfreie Journalisten, bitte. Im Lift scherzt das Schweizer Snowboard-Ass Iouri Podladtchikov, wie sich die Snowboarder im Aufzug manchmal alle gleichzeitig in die Knie fallen lassen würden – um einen Ruck auszulösen. Einfach so zum Spass. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Oben geht eine kühle Brise. Holzbretter verhindern den langen Fall. Dazwischen daumenbreite Spalten. Nur schwindelfreie Journalisten, bitte. 36 Meter Höhe bedeuten eine Erweiterung um 8 Meter. Aber vor allem viel mehr Zeit in der Luft für die Athleten - Airtime. «Mehr Zeit, mehr Genuss», meint Iouri Podladtchikov. In seinen stahlblauen Augen ist kein bisschen Furcht zu erkennen – vielmehr Vorfreude, sich von hier oben den Zuschauern entgegenstürzen zu können: «Es ist auch eine Show, da überlegt man sich zuvor schon, was man anzieht.» Die Sorgen eines Snowboardprofis, der ab Freitagabend zum Gaudi der Zuschauer Kopf und Kragen riskieren wird. «Weil der Landehang so steil ist, werden wir viele spektakuläre Sprünge sehen. Man kann hier sehr viel riskieren, ein Sturz ist weniger schlimm. Man rutscht einfach den Hang hinunter», meint Iouri Podladtchikov lächelnd.
Die Journalisten nehmen wieder den Klapperaufzug nach unten. Trotz unheimlichem Lärm, das Ding ist sicher. Wie der gesamte Koloss, wie versichert wird. 1200 Seiten Ingenieurbericht beglaubigen diese Aussage. Man hat sogar eine Drainage montiert. Damit das Schmelzwasser nicht einfach auf den Boden tropft, sondern sauber abgeleitet wird. Das macht sonst kein anderer Organisator – Freestyle ist in Zürich auch Perfektion.
Nicht nur die Snowboarder und Freeskier kommen in den Genuss von mehr Airtime. Auch die Halfpipe ist grösser: 4,4 statt 3,8 Meter Höhe, 18 statt 15 Meter Breite. Diese Dimensionen werden dem Superstar Sandro Dias gerecht. Der Brasilianer ist einer von nur drei Skateboardern weltweit, die je einen Backside 900 gestanden haben. Er wird beim diesjährigen freestyle.ch der grosse Favorit in seiner Kategorie sein.
Zum grossen Favoriten in der Kategorie FMX, Freestyle Motocross, gehört der Schweizer Mat Rebeaud. In diesem Jahr avancierte er zum «Roger Federer» seiner Sportart, gewann beinahe überall, wo er antrat. Er und seine Berufskollegen finden die selben Bedingungen wieder, wie letztes Jahr. Die Anlage reicht, um die schwierigsten Sprünge zu zeigen.
Die Voraussetzungen für grösstmögliches Spektakel sind erfüllt. Europas grösster Freestyle-Event hat nochmals aufgerüstet. Bleibt nur zu hoffen, dass auch das Wetter mitspielt. Die Prognosen: Drei wunderschöne Herbsttage in Zürich.

























