Klitschko vs. Charr

05. September 2012 12:00; Akt: 05.09.2012 12:56 Print

Mit einem K.o.-Sieg in den Ruhestand?

Sollte Witali Klitschko diesen Herbst ins ukrainische Parlament gewählt werden, sind seine Tage als Profi-Boxer wohl gezählt. Am Samstag verteidigt der WBC-Champion womöglich zum letzten Mal den Weltmeistertitel.

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Der Kölner Manuel Charr (rechts) ist sich vor dem Kampf sicher: «Wir werden Geschichte schreiben.» Am 8. September 2012 trifft er in Moskau auf den Riesen aus der Ukraine. Eine Aufnahme von Thompson vor seinem Kampf gegen Wladimir Klitschko im Jahre 2008. Obama gewann, Thompson verlor. Wiederholt sich die Story im Jahre 2012? Thompson hat angekündigt: «Ich werde Klitschko ausknocken und mit seiner Gürtelsammlung zurück in die USA reisen.» «Wladimir hat ein Glaskinn, das ich zerbrechen werde.» «Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich Mr. Vitali Klitschko zu Brei schlagen werde. Wenn ich ihn in der 8. Runde ausknocke, dann schocke ich damit die Welt.» «Ich bin bereit für den grossen Krieg gegen Vitali. Ich bin bereit für diesen Gürtel» «Am Samstag gibt es eine Exekution, wie sie die Boxwelt noch nicht gesehen hat und wie sie sich das Klitschko-Team nicht vorstelllen kann. Ich schüttele Dir [Wladimir Klitschko] die Hand, wenn ich Dich am Sonntag nach dem Kampf im Krankenhaus besuche.» «Sie [die Klitschkos] sind so lange vor mir davon gelaufen. Jetzt gehen Vitali die Fluchtwege aus. Ich werde der Mann sein, der Klitschkos Regentschaft beendet.» «Klitschko kann seinen Gürtel noch ein paar Wochen geniessen, dann gehört er mir.» «Ich lasse die Fäuste sprechen und werde mir die Titel holen.» «Er hat seinen Zenit bereits überschritten. Viele seiner Kämpfe waren gegen lebende Sandsäcke. Klitschko wird es bedauern, mir diese Möglichkeit gegeben zu haben.» «Ich will die Welt schockieren. Diese Chance lasse ich mir nicht entgehen.» «Niemand kann mich besiegen. Ich bin unbesiegbar. Ich habe den Kampf in Gedanken bereits gewonnen.» «Ich weiß, dass ich eine gute Chance habe.» «Ich erwarte einen Kampf über 12 Runden. Ich habe nicht mehr zu sagen. Meine Hände werden im Ring sprechen.» «Ich werde Dr. Sissi so übel verhauen, dass kein Zweifel offen bleibt, dass der Schwarze Panther wieder Weltmeister ist. Jeder der zusehen will, wie Klitschko wie ein Schuljunge verprügelt wird, soll am Samstag schauen. Und wer noch nicht gewettet hat: Nie war es einfacher gutes Geld zu gewinnen.» «Ich werde ihn wie Lennox Lewis ausknocken und seine Gürtel mit in die USA zurücknehmen. Danach ist dann sein Bruder Vitali dran.» «Ich werde Vitali ausknocken und dann seinen Bruder schlagen. Es gibt keinen Zweifel.» «Nach dem Kampf werde ich Weltmeister sein.» «Ich bin für das Siegen zuständig und das werde ich auch machen.» «Dieser Typ muss mich umbringen, ansonsten werde ich Schwergewichts-Champion.» «Ich spiele liebend gerne gegen Roger. Ich habe das Gefühl, dass ich ihm in den letzten sechs Monaten wieder näher gekommen bin, nachdem er mich in den drei Jahren zuvor etwas distanziert hatte.» 83 Minuten später konstatierte Roddick: «Es war frustrierend, es war elend, es war schrecklich.»

Immer wieder dieselbe Leier: Vor jedem Klitschko-Kampf «weiss» der Gegner, dass er gewinnen wird und am Ende liegt er auf den Brettern.

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Mit einem K.o.-Sieg will der 27-jährige Kölner Manuel Charr dem WBC-Schwergewichts-Weltmeister Witali Klitschko in Moskau den Titel abnehmen. «In der Nacht auf Sonntag werden wir Geschichte schreiben», kündigte Charr an.

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Für Charr ist es «der Kampf meines Lebens». «Ich freue mich sehr, gegen den Stärksten der Welt zu kämpfen.» Charr fühlt sich in der Rolle von Rocky Balboa in der Filmfiktion «Rocky IV», als der amerikanische Filmheld in der «Höhle des Löwen» gegen den Giganten und Lokalmatadoren Ivan Drago triumphiert hat.

«Dr. Eisenfaust» nimmts gelassen

Witali Klitschko reagierte gelassen auf die Prognose von Charr, der einen K.o.-Sieg voraussagte. Schon viele Boxer hätten angekündigt, ihn k.o. zu schlagen, aber keiner habe es geschafft, sagte der 41-Jährige. Das Duell wird in der Moskauer Olympia-Halle ausgetragen. «Ich weiss, das wird keine einfache Sache sein. Aber das Leben ist auch nicht geschenkt, das Leben ist auch sehr schwer», sagte Charr, der syrisch-libanesischer Abstammung ist.

«Jung, aggressiv und stark»

Witali Klitschko stufte seinen Gegner als «jung, aggressiv und stark» ein. Allerdings werde er den WM-Gürtel des Verbandes WBC erfolgreich verteidigen. «Ich werde noch einmal beweisen, dass ich zu Recht diesen prestigeträchtigen Boxtitel halte», sagte Witali Klitschko. Der Champion hat von 46 Profikämpfen 44 gewonnen. Sein Rivale ist in 21 Duellen unbezwungen.

Auch für Klitschkos Trainer Fritz Sdunek ist der Kampf ein besonderes Erlebnis. Der 65-Jährige hat einst auch mit Charr gearbeitet. «Daher weiss ich, wie wir ihn anzupacken haben und den Titel verteidigen können», sagte Sdunek. Charr, der vom russischen Trainer Waleri Below betreut wird, sieht sich hingegen im Vorteil. «Ich weiss, wie er ihn taktisch eingestellt hat», sagte der Herausforderer. «Wir haben uns eine sehr schöne Taktik gegen Witali Klitschko ausgesucht. Ich bin 1000 Prozent sicher, dass diese Taktik aufgehen wird, und ich der neue Weltmeister des WBC werde», sagte Charr.

Letzter Kampf von Witali Klitschko?

WBC-Präsident José Sulaiman kündigte einen «historischen Kampf» an. Auch Klitschko versprach, das Duell werde «für immer im Gedächtnis» bleiben. «Ich bin in exzellenter Form», sagte der Weltmeister. Er kämpft zum ersten Mal in seiner Profikarriere in Moskau. Die russische Hauptstadt habe das beste Angebot gemacht, sagte Klitschko. Ausserdem könnten seine ukrainischen Landsleute ohne ein Visum nach Moskau reisen.

Das Duell könnte Klitschkos letzter Kampf sein. Er kandidiert am 28. Oktober bei der Parlamentswahl in seinem Heimatland Ukraine. Falls er an der Spitze seiner Partei Udar (Schlag) in das oberste ukrainische Parlament einzieht, erwägt Witali Klitschko das Ende seiner Laufbahn als Profiboxer.

(si)

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