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Klitschko vs. Charr
05. September 2012 12:00; Akt: 05.09.2012 12:56 Print
Mit einem K.o.-Sieg in den Ruhestand?
Sollte Witali Klitschko diesen Herbst ins ukrainische Parlament gewählt werden, sind seine Tage als Profi-Boxer wohl gezählt. Am Samstag verteidigt der WBC-Champion womöglich zum letzten Mal den Weltmeistertitel.
Immer wieder dieselbe Leier: Vor jedem Klitschko-Kampf «weiss» der Gegner, dass er gewinnen wird und am Ende liegt er auf den Brettern.
Mit einem K.o.-Sieg will der 27-jährige Kölner Manuel Charr dem WBC-Schwergewichts-Weltmeister Witali Klitschko in Moskau den Titel abnehmen. «In der Nacht auf Sonntag werden wir Geschichte schreiben», kündigte Charr an.
Bildstrecken Wladimir Klitschko vs. Tony ThompsonSportler mit Doktortitel Infografik Körpergrösse von SportlernFür Charr ist es «der Kampf meines Lebens». «Ich freue mich sehr, gegen den Stärksten der Welt zu kämpfen.» Charr fühlt sich in der Rolle von Rocky Balboa in der Filmfiktion «Rocky IV», als der amerikanische Filmheld in der «Höhle des Löwen» gegen den Giganten und Lokalmatadoren Ivan Drago triumphiert hat.
«Dr. Eisenfaust» nimmts gelassen
Witali Klitschko reagierte gelassen auf die Prognose von Charr, der einen K.o.-Sieg voraussagte. Schon viele Boxer hätten angekündigt, ihn k.o. zu schlagen, aber keiner habe es geschafft, sagte der 41-Jährige. Das Duell wird in der Moskauer Olympia-Halle ausgetragen. «Ich weiss, das wird keine einfache Sache sein. Aber das Leben ist auch nicht geschenkt, das Leben ist auch sehr schwer», sagte Charr, der syrisch-libanesischer Abstammung ist.
«Jung, aggressiv und stark»
Witali Klitschko stufte seinen Gegner als «jung, aggressiv und stark» ein. Allerdings werde er den WM-Gürtel des Verbandes WBC erfolgreich verteidigen. «Ich werde noch einmal beweisen, dass ich zu Recht diesen prestigeträchtigen Boxtitel halte», sagte Witali Klitschko. Der Champion hat von 46 Profikämpfen 44 gewonnen. Sein Rivale ist in 21 Duellen unbezwungen.
Auch für Klitschkos Trainer Fritz Sdunek ist der Kampf ein besonderes Erlebnis. Der 65-Jährige hat einst auch mit Charr gearbeitet. «Daher weiss ich, wie wir ihn anzupacken haben und den Titel verteidigen können», sagte Sdunek. Charr, der vom russischen Trainer Waleri Below betreut wird, sieht sich hingegen im Vorteil. «Ich weiss, wie er ihn taktisch eingestellt hat», sagte der Herausforderer. «Wir haben uns eine sehr schöne Taktik gegen Witali Klitschko ausgesucht. Ich bin 1000 Prozent sicher, dass diese Taktik aufgehen wird, und ich der neue Weltmeister des WBC werde», sagte Charr.
Letzter Kampf von Witali Klitschko?
WBC-Präsident José Sulaiman kündigte einen «historischen Kampf» an. Auch Klitschko versprach, das Duell werde «für immer im Gedächtnis» bleiben. «Ich bin in exzellenter Form», sagte der Weltmeister. Er kämpft zum ersten Mal in seiner Profikarriere in Moskau. Die russische Hauptstadt habe das beste Angebot gemacht, sagte Klitschko. Ausserdem könnten seine ukrainischen Landsleute ohne ein Visum nach Moskau reisen.
Das Duell könnte Klitschkos letzter Kampf sein. Er kandidiert am 28. Oktober bei der Parlamentswahl in seinem Heimatland Ukraine. Falls er an der Spitze seiner Partei Udar (Schlag) in das oberste ukrainische Parlament einzieht, erwägt Witali Klitschko das Ende seiner Laufbahn als Profiboxer.
(si)
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