Sports Awards

10. Dezember 2012 12:55; Akt: 10.12.2012 13:06 Print

Sahnen die Olympia-Helden die Trophäen ab?

Die Nominierten für die Schweizer Sportler-Wahlen des Jahres 2012 sind bekannt. Unter den 20 Athleten und Athletinnen figurieren auch die Olympia-Medaillengewinner.

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Zum fünften Mal entschied Fabian Cancellara den Prolog der Tour de France für sich. Die Eroberung des Maillot jaune, das er im Sommer während einer Woche getragen hat, gelang ihm knapp drei Monate nach seinem schweren Sturz an der Flandern-Rundfahrt. Mit dem Sieg im Zeitfahren bei der Fernfahrt Tirreno - Adriatico startete Cancellara optimal in die Saison. An den Olympischen Spielen gewann er nach einem Sturz im Strassenrennen mit Schmerzen in der Schulter ein olympisches Diplom im Zeitfahren. Im vergangenen Winter liess Dario Cologna im Kampf um den Gesamtsieg im Langlauf-Weltcup keinerlei Spannung aufkommen und gewann die dritte grosse Kristallkugel seiner Karriere mit 750 Punkten Vorsprung auf den Kanadier Devon Kershaw. Häufiger als Cologna als Gesamtweltcupsieger ausgezeichnet wurden bislang einzig Björn Dählie (No) und Gunde Svan (Sd). Den Grundstein zu Platz 1 in der Weltcup-Gesamtwertung legte der Münstertaler mit seinem dritten Sieg an der Tour de Ski zu Jahresbeginn. Auch in seiner letzten Saison gehörte Didier Cuche in den Speed-Disziplinen zur absoluten Weltspitze. Mit 37 Jahren gewann der Neuenburger im letzten Weltcup-Winter drei Abfahrten und einen Super-G. Zwei Tage, nachdem der Schweizer Sportler des Jahres 2011 seinen bevorstehenden Rücktritt auf Ende Saison bekannt gegeben hatte, gewann Cuche die prestigeträchtige Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel als erster Fahrer zum fünften Mal insgesamt und zum dritten Mal in Folge. Mit seinem siebten Titel in Wimbledon zeigte Roger Federer einmal mehr auf eindrückliche Weise, dass man ihn nie abschreiben darf. Nach seinem 17. Major-Titel eroberte der Baselbieter nach mehr als zwei Jahren Unterbruch Platz 1 im ATP-Ranking zurück und übertraf mit 302 Wochen als Weltranglisten-Erster den Rekord von Pete Sampras (286). Als Olympia-Silbermedaillengewinner schloss Federer einen für ihn traumhaften Sommer in London ab und durfte sich über vier Titel an Masters-1000-Turnieren freuen. In der ersten Saison nach dem Vorstoss an die Weltspitze war Beat Feuz mit 13 Podestplätzen so erfolgreich wie seit Paul Accola vor 20 Jahren kein Schweizer mehr. Der 25-jährige Emmentaler gewann vier Weltcuprennen, unter anderen den Abfahrtsklassiker am Lauberhorn. In der Weltcup-Gesamtwertung musste er sich nur dem Österreicher Marcel Hirscher geschlagen geben. In den Disziplinen-Wertungen von Abfahrt, Super-G und Super-Kombination klassierte sich Feuz ebenfalls jeweils unter den ersten drei. Mit Nino des Buissonnets sprang Steve Guerdat an den Olympischen Spielen in London ins Reiterparadies. Erst 30-jährig eroberte der Jurassier im Greenwich-Park Olympia-Gold - als erster Schweizer seit 88 Jahren. Guerdat beendete dabei als einziger Reiter die beiden finalen Runden ohne Fehler. Schon im Frühjahr hatte Guerdat mit dem zehnjährigen Franzosen-Fuchs geglänzt, als er am Weltcupfinal Zweiter wurde. Anfang Oktober entschied er in Rio den höchstdotierten Grand Prix für sich. Zum Auftakt der OL-Weltmeisterschaften in Lausanne zeigte Matthias Kyburz einen nahezu perfekten Lauf und setzte sich im Sprintrennen vor Matthias Merz und Matthias Müller, zwei weiteren Aargauern, durch. Für Kyburz war es die erste Goldmedaille an Weltmeisterschaften. Zwei Monate später siegte der 22-jährige Fricktaler in Vuokatti (Fi) im letzten Weltcuprennen des Jahres und gewann damit als Nachfolger des Thurgauers Daniel Hubmann erstmals die Weltcup-Gesamtwertung. Der gegenwärtig weltbeste Freestyle-Snowboarder neben Superstar Shaun White krönte sich im vergangenen Winter in Oslo zum Halfpipe-Weltmeister der Industrietour «Ticket to Ride» und feierte damit seinen bislang grössten sportlichen Triumph. Zwei Wochen später gewann Iouri Podladtchikov erstmals das prestigeträchtige Burton European Open in Laax. An den X-Games in Aspen musste sich der 24-jährige Zürcher nur dem zweifachen Olympiasieger White geschlagen geben und holte Silber. In der abgelaufenen Saison bewies Nino Schurter Konstanz auf höchstem Niveau. Einen Monat nach dem Gewinn der Olympia-Silbermedaille in London stand der 26-jährige Bündner beim Schweizer Dreifach-Triumph im Cross-Country-Rennen an der WM in Saalfelden zuoberst auf dem Podest. Es war das i-Tüpfelchen in einem fast perfekten Jahr. Zuvor hatte sich Schurter dank vier Siegen in fünf Rennen zum zweiten Mal in seiner Karriere den Gesamtsieg im Weltcup gesichert. Als erster Schweizer Basketballer stand Thabo Sefolosha im letzten Juni mit Oklahoma City Thunder in den NBA-Finals. Nach Siegen gegen Titelverteidiger Dallas, die Los Angeles Lakers und San Antonio wurde Oklahoma City als bestes Team der Western Conference erst von Miami gestoppt. Sefolosha stand jeweils in der Startformation. Als Defensivspezialist stellte der Waadtländer in der Position des Shooting Guards die ideale Ergänzung zu den Superstars Kevin Durant und Russell Westbrook dar. Lara Dickenmann, Fussball Patrizia Kummer, Snowboard Sanna Lüdi, Skicross Jolanda Neff, Mountainbike Simone Niggli-Luder, Orientierungslauf Nicola Spirig, Triathlon Caroline Steffen, Triathlon Giulia Steingruber, Turnen Esther Süss (r.), Mountainbike Fabienne Suter, Ski alpin

Zum Thema
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Wer war der beste Schweizer Sportler 2012, wer die beste Sportlerin? An der TV-Gala «Credit Suisse Sports Awards» vom Sonntag, 16. Dezember, geht es um die Nachfolge der letztjährigen Sieger Didier Cuche und Sarah Meier. Nominiert sind je zehn Kandidatinnen und Kandidaten.

Die Sportlergala findet wie in den Jahren zuvor in den Studios von Schweizer Radio und Fernsehen in Zürich statt. Vier Schweizer Sportler erkämpften sich an den Olympischen Sommerspielen in London eine Medaille. Der Springreiter Steve Guerdat und die Triathletin Nicola Spirig gewannen Gold, der Tennisstar Roger Federer und der Mountainbiker Nino Schurter holten Silber. Selbstverständlich zählen diese vier Athleten zu den Nominierten bei der Wahl der Sportlerin und des Sportlers des Jahres 2012. Doch die Olympiahelden treten gegen erfolgreiche Konkurrenten an.

Grosse Fernsehkiste

In der Livesendung ab 20.05 Uhr werden die Schweizer Sportfans in zwei Wahlgängen per TED den Sportler und die Sportlerin des Jahres wählen. Eine Vorauswahl von je zehn Kandidatinnen und Kandidaten haben die Schweizer Spitzensportler sowie die Sportmedien (Sportredaktionen, Sektionen des Verbands sportpress.ch) bereits im Vorfeld getroffen. In einem ersten Wahlgang wählen die TV-Zuschauer aus den zehn Kandidatinnen und Kandidaten je fünf Sportlerinnen und Sportler für den Final. Im zweiten Wahlgang werden die Siegerin und der Sieger ermittelt. Die Resultate der Vorwahlen durch die Medien und durch die Spitzensportler sowie die Ergebnisse der TED-Abstimmung zählen je zu einem Drittel.

Die folgenden Athletinnen und Athleten sind nominiert. Männer:
Fabian Cancellara (Rad)
Dario Cologna (Ski nordisch)
Didier Cuche (Ski alpin)
Roger Federer (Tennis)
Beat Feuz (Ski alpin)
Steve Guerdat (Reiten)
Matthias Kyburz (Orientierungslauf)
Iouri Podladtchikov (Snowboard)
Nino Schurter (Mountainbike)
Thabo Sefolosha (Basketball).

Frauen:
Lara Dickenmann (Fussball)
Patrizia Kummer (Snowboard)
Sanna Lüdi (Skicross)
Jolanda Neff (Mountainbike)
Simone Niggli (Orientierungslauf)
Nicola Spirig (Triathlon)
Caroline Steffen (Triathlon)
Giulia Steingruber (Turnen)
Esther Süss (Mountainbike)
Fabienne Suter (Ski alpin).

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elin am 11.12.2012 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dario

    Dario bringt über Jahre Topleistungen. Es ist an der Zeit, ihm diese Anerkennung entgegen zu bringen.

  • ddario am 10.12.2012 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cologna

    cologna hätte es am meisten verdient, für seine gigantischen leistungen über die letzten jahre hinweg.

  • Sport-Fan am 10.12.2012 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    and the winner is...

    Roger Federer / Nicola Spirig

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elin am 11.12.2012 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dario

    Dario bringt über Jahre Topleistungen. Es ist an der Zeit, ihm diese Anerkennung entgegen zu bringen.

  • Sabrina Walter am 10.12.2012 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt und Ehre für Olympia-Sieger

    Die Titel müssen an Nicola Spirig und Steve Guerdat gehen. Alles andere würde beweissen, dass die Schweiz kein Olympia Gold verdient, weil die Schweizer ihre Olympia Sieger nicht gebürend anerkennen!

    • okok am 10.12.2012 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ok

      Lieber fedi. derhat es allen bewiesen dass er noch mal die nr1 werden konnte

    einklappen einklappen
  • S. J am 10.12.2012 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spirig / Guerdat

    In einem Olympia Jahr sollten die Titel an die Gold Grwinner gehen. Und da haben wir ja passend einen Mann und eine Frau.

  • ddario am 10.12.2012 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cologna

    cologna hätte es am meisten verdient, für seine gigantischen leistungen über die letzten jahre hinweg.

  • Serena Müller am 10.12.2012 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Eindeutig

    Ganz klarer Fall Männer: Steve Guerdat (hoch verdient) und bei den Frauen Nicola Spirig