Schweizer MMA-Fighter

28. Februar 2018 15:26; Akt: 28.02.2018 16:08 Print

Der Knock-out kam unerwartet und viel zu früh

von Adrian Hunziker - Nick Betschart hat in Basel sein MMA-Debüt gegeben. Der Muotathaler war motiviert bis in die Haarspitzen – und muss sich noch steigern.

Nick Betschart bei seinem MMA-Debüt in Basel. (Video: Tarek El Sayed)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Bamm! Plötzlich lag er am Boden. Stand aber sofort wieder auf, er war bereit weiterzukämpfen. Los, los, weiter! Nein, sagte der Schiedsrichter, dann war es vorbei. «Was war denn geschehen?», fragte sich Nick Betschart selber.

Umfrage
Was halten Sie von MMA?

Der 30-Jährige hatte erst gerade im vergangenen Mai mit Mixed Martials Arts (MMA) begonnen, zuvor war er Handballer und Ringer gewesen. Im Dezember hätte er sein Debüt geben sollen. Doch ein Hautpilz verhinderte seinen Start, also musste der Muotathaler seinen ersten Kampf aufschieben. Bis am 17. Februar, am International Swiss Open (einem Amateur-Turnier) in Basel war es endlich so weit.

Kein Fairplay des Gegners

Sein Gegner reichte Betschart zu Beginn des Kampfes die linke Hand als Fairplay-Geste, griff nur Bruchteile von Sekunden später aber mit einem Tritt an – nicht die feine englische Art. «Das hab ich bemerkt, wenn er meint, er müsse das tun, ist das sein Problem. Ich mag es ihm trotzdem gönnen, dass er gewonnen hat», sagte der Debütant dazu. Betschart, der sich in den vergangenen Monaten das Boxen und Kicken erst neu beibringen musste, suchte sofort sein Heil im Bodenkampf, da hat er dank seiner Ringer-Erfahrung Vorteile. Und siehe da, schnell hatte er seinen Gegner am Boden, im Griff, konnte den Fight aber nicht beenden. «Wenn ich ihn dann hätte richtig fassen können, hätte ich weiterarbeiten können. Es sollte nicht sein.»

Wieder auf den Beinen attackierte Betschart zu forsch, wie er selber sagte, und lief in einen Hammer. Da war sein Debüt kurz vor Ende der ersten Runde (von deren zwei à zwei Minuten) bereits beendet. «Ich habe nicht realisiert, was geschehen ist, ich stand ja schnell wieder auf. Ich fragte noch, weshalb denn fertig sei, worauf einer meiner Coachs meinte, ich sei getaucht.» Betschart legte nach: «Das ist ein neues Gefühl, das habe ich noch nie erlebt.»

Konkurrenz nicht weit weg

Körperliche Schmerzen verspürte er ob des Niederschlages nicht, er war im Stolz getroffen, die Niederlage schmerzte mehr. Sie wäre nicht nötig gewesen, ist Betschart überzeugt. Er will mit MMA weitermachen, «ich habe noch nicht genug, ich weiss jetzt, wo meine Schwächen sind. Ich merkte aber auch, dass die Konkurrenz nicht weit weg ist. Ich fühlte mich gleich stark.»

Der Muotathaler, der in seiner Heimat eine Beiz führt, weiss genau, was er verbessern muss. Er hat einen grossen Rückstand im Boxen im Vergleich zu seinen Gegnern. Das wird er nun intensiv trainieren. «Ich musste in diesem Kampf einige Treffer einstecken. Solange er mich immer trifft, komme ich nicht an ihn heran. Also muss ich das lernen», resümiert er. Ende April bietet sich dem 30-Jährigen die nächste Chance auf seinen ersten Sieg in einem MMA-Fight.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Kämpfer am 28.02.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Naja, die einzige Technik war der Wurf, der Rest war kopfloses herumfuchteln....

  • Küde Bike am 28.02.2018 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ringen statt Muay Thai

    nur ein halbes Jahr Box Training ,kein Kick Boxen oder Muay Thai als vorheriger Sportlicher Hintergrund? Da reicht sein Ringen eher nicht, weil ja eher Grappling gefragt wäre. Aber trotzdem Chapeau für sein Mut!

    einklappen einklappen
  • Vir2ell am 28.02.2018 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da gibts keine..

    .. schauspielerei ala valentin im fussball. Da wird hart gekämpft!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Monika S. am 28.02.2018 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Kampfsport

    Ich selbst würde mich freuen,wenn man mehr über Kampfsport berichten würde.Ich mache selbst 2-3 mal wöchentlich Kickboxen,Boxen und Sparring und es gibt mehr fairness als sonst in nem Sport. Und wer behauptet,dass das einfach nur Prügeln ist,hat einfach keine Ahnung.

  • Realist am 28.02.2018 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Power

    DAS ist Sport vom feinsten! Wer will schon Tennis und einen Röschi-Buuräbüebli sehen wenn man sich sowas reinziehen kann!

  • Ricola am 28.02.2018 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja peinlich

    "nicht die feine englische Art" Das ist MMA und nicht Tea Time. Die feine englische Art hat dort nichts verloren. Das ist nicht so wie bei den schweizer Skifahrern die glauben dabei sein sei alles bei einer Olympiade. Die Leute die in einen MMA Ring steigen, tun dies nur um zu gewinnen und den Gegner mit allen erlaubten Mitteln fertig zu machen. Sowas zu schreiben ist echt peinlich. Offenbar ist der Muotathaler kein grosses Talent wenn er mit erst 30 solche Kämpfe hat aber vielleicht wird er ja noch besser. mein Sport wärs nicht.

  • tinu am 28.02.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Der Gegner

    ...hiess Ugur Dogan, wurde im Artikel versehentlich nicht erwähnt.

  • Lace Anderson am 28.02.2018 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab!

    Er hat ne super lockere und coole Art an sich, auch im Umgang mit Sieg und Niederlage, dass ist auf jeden Fall etwas das einen Kampfgeist ausmacht ;-)