Schweizer Atlantik-Überquerer

27. Dezember 2017 10:14; Akt: 27.12.2017 10:14 Print

«Nackt rudern brachte nichts, wir tragen Hosen»

Die Schweizer, die im Ruderboot den Atlantik überqueren, sind gut im Rennen: Ein Podestplatz liegt in Griffnähe. Ihre Pläne, nackt zu rudern, haben sie nach einem Versuch begraben.

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Nach 30 Tagen und 6 Stunden sicher in Antigua angekommen: Das Team Swiss Mocean. Ziel erreicht: Das Schweizer Ruderteam bei der Ankunft in Antigua. Auch auf dem Atlantik wird Weihnachten gefeiert: Die vier Mitglieder des Schweizer Teams Swiss Mocean setzten sich passende Kopfbedeckungen auf. Grund für gute Stimmung gibt auch das bisherige Abschneiden des Teams. Der Zwischenstand vom 26. Dezember zeigte: Die Schweizer liegen auf dem hervorragenden vierten Platz. Noch dauert es aber eine Weile, bis sie am Ziel – in Antigua – anlegen können: Dort werden sie voraussichtlich erst am 17. Januar 2018 ankommen. Das Schweizer Team vor dem Start. Yves Schultheiss, Luca Baltensperger, Laurenz Elsässer und Marlin Strub treten als Viererteam für die Schweiz an der Talisker Whisky Atlantic Challenge an. Mit dem Boot Mrs Nelson rudern sie von La Gomera über den Atlantik ... ... nach Antigua. Das Team bei den Vorbereitungen auf der Kanareninsel La Gomera. Dazu gehört das Verpacken der Essensrationen. Die Schweizer haben Essen für 60 Tage. Bis zu 90 Tage könnte die Überfahrt dauern. 12'000 Kalorien verbrauchen die Ruderer pro Tag. Das wären 50 Hamburger. Drei Jahre lang haben die vier Männer trainiert und sich vorbereitet. Über 5000 Kilometer beträgt die Strecke, die sie auf dem Atlantik zurücklegen müssen. Zur Vorbereitung gehörte auch Überlebenstraining. Sollte auf dem offenen Meer ein Sturm aufziehen, müssen die Jungs vorbereitet sein. Gerudert wird teilweise nackt, um Reibung zu vermeiden. Abwechselnd in Zweierteams wollen die Schweizer durchgehend rudern. Sie seien bereit, sagen sie. Allerdings gehört zum Abenteuer auch Respekt. Man wisse schliesslich nicht, wie es sei, wenn man an seine Grenzen stosse.

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Im Ruderboot mit blosser Muskelkraft den Atlantik überqueren: Darum geht es bei der Talisker Whisky Atlantic Challenge, die am 14. Dezember in La Gomera startete. Mit dem dabei ist erstmals auch ein Schweizer Team.

Und das Team Swiss Mocean rudert vorne mit. Derzeit liegen Luca Baltensperger (26), Laurenz Elsässer (26), Yves Schultheiss (28) und Marlin Strub (26) an vierter Position. Dass sie nicht noch besser im Rennen sind, liegt an Zwischenfällen mit der Steuerung und einem gebrochenen Ruder. «Das hatte zur Folge, dass wir 18 Stunden lang gar nicht rudern konnten», sagt Marlin Strub am Dienstag per Satellitentelefon zu 20 Minuten.

An Heiligabend gabs Geschenke

Die Schweizer sind guten Mutes, dass sie bald auf den dritten Rang vordringen können. Strub: «In der Position vor uns ist ein Solo-Ruderer, der wohl langsamer wird, sobald der Wind abflaut.»

Die Stimmung im Boot sei gut, erzählt Strub. «Jetzt an den Weihnachtstagen sowieso.» Aus Anlass des Fests der Liebe setzten die Ruderer sich Chlausmützen auf. Und nicht einmal auf Geschenke mussten sie verzichten. «Man hat uns Päckli mitgegeben, die wir an Heiligabend öffneten – es waren M&Ms drin.»

Begegnungen mit Fischen, Walen und Delfinen

Anderen Menschen begegnen die Ruderer auf dem Atlantik nicht. «Lediglich am ersten Tag haben wir zwei Schiffe gesehen», sagt Marlin Strub. Und: «In der Nacht ist es unglaublich dunkel.»

Kontakte gibt es dafür mit der Tierwelt, wie Strub berichtet: «Wale folgten uns, auch Delfine haben wir gesehen.» Zudem bekamen sie unerwarteten Besuch von einem Fisch, der in ihr Boot sprang. «Wir haben ihn wieder ins Wasser zurückgeworfen.» Und sie haben laut Strub einen ständigen Begleiter: «Es gibt einen Vogel, der uns seit unserem Start nachfliegt. Jedenfalls schaut er jeden Tag wieder bei uns vorbei.»

«Nackt rudern haben wir ausprobiert»

Einen Drittel der insgesamt 4700 Kilometer langen Strecke haben die Ruderer mittlerweile geschafft. Noch dauert die Fahrt: Sie werden frühestens Mitte Januar am Ziel, der Karibikinsel Antigua, ankommen.

Vor dem Start in La Gomera hatten die Schweizer Ruderer erwogen, nackt zu rudern, um so Reibungsverluste durch Kleidung zu vermeiden. Dazu sagt Strub nun: «Wir haben es ausprobiert. Doch es hat nichts gebracht, die Vorteile haben uns nicht überzeugt. Deshalb tragen wir jetzt wieder Hosen.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lisa am 27.12.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab!

    Echten Respekt den vier Herren! Weiter so. Kämpft für euer Ziel

  • Der Egon am 27.12.2017 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Talisker

    Einfach Hammermässig! Finde ich Super dass Ihr das macht! Weiter so, seit im Moment die Nr.4.. save row!!!

  • Nympho Manin am 27.12.2017 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ja okay aber,...

    ...für ein Foto hättet ihr jetzt schon ohne Hose posieren können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • alfmir am 27.12.2017 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    hinter dem Holländer....

    Nur..Dieser vierte Platz ist nicht mehr so "hervorragend", wenn man weiss, dass ein Einzelruderer(!) aus Holland vor ihnen platziert ist..!!

    • Erschrockener am 27.12.2017 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      alfmir kann

      meine Gedanken lesen. Lass das alfmir.

    • Kamerad Schwungrad am 27.12.2017 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alfmir

      1. dieser Hollönder ist schon 3 mal um die Welt gesegelt, kennt das Wellen und Strömungsverhalten des Meeres perfekt und hat Jahrelange Hochseeerfahrung. 2. der Solo Ruderer wird immer langsamer weil die Wettervorteile nachlassen und Swiss Mocean zu gute kommen. 3. Machen sie es doch besser

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  • marko 32 am 27.12.2017 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    Nackt Rudern Ist nicht normal

    • Skywalker99 am 27.12.2017 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      wer definiert was normal ist?

    • Also bitte am 27.12.2017 15:20 Report Diesen Beitrag melden

      marko 32

      hör auf mit deinen Absurd langen Texten.

    • Ruderer am 27.12.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      etwas vom letzten

      Als Ruderer kann ich sagen: Rudern wäre etwas vom letzten, das ich nackt machen würde. Man sitzt auf einem Rollsitz, auf dem man sich vor und zurück bewegt. Schon die Vorstellung, sich dabei etwas einzuklemmen (was grad runterhängt) dürfte Grund genug sein Hosen zu tragen.

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  • Oliver Meier am 27.12.2017 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rockäd das Ding

    Viel Glück. Rockäd das Ding

  • Paddy-Ze am 27.12.2017 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    solo

    das war wohl eine anspielung an den solo-ruderer... der holländer hat die welt schon dreimal umsegelt. der wird wohl genau wissen, wo die winde drehen... nun, wenn niemand kontrolliert, dass er ein segel dabei hat?! dann bitte... als notfall-plan, wäre ein segel sicher nicht so schlecht... aber es scheint, man hat sein spiel durchschaut. jetzt nur nicht den anschluss verlieren swiss mocean team - dran bleiben ist besser, als aufholen

    • marko 32 am 27.12.2017 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paddy-Ze

      Schrecklich

    • alfmir am 27.12.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      alle gleich....

      woher wollen Sie wissen, ob dieser Notfall-Plan nicht auch bei den Schweizern einkalkuliert wurde..??

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  • heinz b. am 27.12.2017 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gemüsebauer

    ich arbeite auch viel nackt, fühle mich so frei. rudere jedoch am erfolg vorbei

    • marko 32 am 27.12.2017 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @heinz b.

      Schrecklich

    • Gärtner am 27.12.2017 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @heinz b.

      Cool...dann ist dein Setzholz immer einsatzbereit..

    • Skywalker99 am 27.12.2017 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      was ist schrecklich daran?

    • *Ela* am 27.12.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skywalker99

      Das ist auch mir ein Rätsel.

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