Schweizer Neuling

30. November 2017 17:04; Akt: 30.11.2017 18:10 Print

Einst Handballer und Ringer, jetzt MMA-Fighter

von Adrian Hunziker - Nick Betschart hat erst vor sechs Monaten mit MMA begonnen. Am Samstag steht er mit 30 Jahren erstmals im Oktagon.

Video: Tarek El Sayed
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Muotathal hat etwas mehr als 3500 Einwohner, die Gemeinde im Kanton Schwyz ist bekannt für den jährlichen Käse- und Älplermarkt. Die grösste sportliche Beachtung gab es bisher für die hiesigen Handballer des KTV Muotathal. Nun schickt sich ein Einheimischer an, die Gemeinde auf dem Radar des Kampfsports zu platzieren.

Der Mann heisst Nick Betschart und führt in Muotathal seit drei Jahren eine eigene Beiz. Nun will sich der 30-Jährige in Mixed Martial Arts (MMA) einen Namen machen. Am kommenden Samstag trifft er in der Basler St.-Jakobs-Halle anlässlich von «We love MMA 35» (siehe Box) auf Ugur Dogan aus Deutschland. Für das Debüt attestiert ihm sein Trainer Rafael Perlungher von der Yogaka MMA Academy in Zürich eine gute Chance auf den Sieg, da sein Schützling vom Ringen kommt.

Ausgang statt Sport

Das Problem von Betschart: Er hat erst vor sechs Monaten mit MMA begonnen, musste erst lernen zu boxen und zu kicken. Auf seine Chancen beim Debüt angesprochen, überlegt er kurz und sagt: «Ich muss schauen, dass ich zu Beginn nicht in einen Hammer laufe.» Etwas später schiebt er nach: «Ich werde womöglich zwei oder drei einstecken müssen. Oder mehrere. Dann muss ich an ihn ran und mein Ding durchziehen.»

Betschart, der in Muoatathal wie viele andere mit Handball begann, wechselte als 7-Jähriger zum Ringen, bis er als Jugendlicher das Partyleben entdeckte und zehn Jahre lang keinen Sport mehr machte. Erst zum Anfang dieses Jahres kam er nach Zürich zu Perlungher in den Zürcher Ringerclub.

Mehr Möglichkeiten als im Boxen

Nun will er seinen Kollegen aus Muotathal zeigen, dass er auch im Oktagon mitziehen kann. Er trainierte vor dem Fight nur noch Ausdauer. «Ich muss schauen, dass ich nicht krank, sondern fit bin. Viel dazulernen kann ich jetzt nicht mehr. Jetzt noch etwas Neues einzubauen, bringt nur mein Kampfkonzept durcheinander.»

Betschart sucht sein Heil also im Bodenkampf – da hilft ihm seine Erfahrung als Ringer. «Wenn ich ein wenig an ihn herankomme, muss ich ihn auf den Boden bringen und da weitermachen – und es hoffentlich zu Ende bringen.» Den 30-Jährigen fasziniert MMA, weil er da mehr Möglichkeiten hat als im Boxen oder Kickboxen, um einen Gegner zu besiegen. «Ich will MMA mal ausprobieren. Es nimmt mich einfach wunder, das muss ich erlebt haben. Wenns gut läuft, mache ich noch weitere Kämpfe. Wenn nicht, dann wars das», sagt Betschart ganz unbekümmert.

Muotathal reist mit

Sein Einstieg in die MMA hat für Furore in der Heimat gesorgt. Die Leute sind interessiert, sie wollen von ihm ständig wissen, was das sei, was man da tue. «Ich werde immer wieder gefragt, ob ich fit sei, oder ob man wirklich alles machen darf, so wie im Fernsehen. Ich antworte dann immer, dass es eigentlich schlimmer aussieht, als es in Wirklichkeit ist.»

Das Interesse ist so gross, dass rund 100 Personen – Familie und Freunde – am 2. Dezember nach Basel reisen, um sich die Show anzusehen und ihn zu unterstützen. Sie reisen gemeinsam in einem Car knapp zwei Stunden von Muotathal nach Basel. Da will sich Betschart natürlich nicht lumpen lassen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simi am 30.11.2017 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Keine weiteren Fragen

    Ne Südstaatenflagge auf der Brust und "Outlaw" auf den Hals tätowiert... das sagt mir schon alles, was ich wissen muss.

  • Ringdokti am 01.12.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Uiuiui

    Der arme hat ja keinen Plan...sehr verantwortunglos von seinem Trainer. Ein MMA Kampf kann für jemanden mit mangelnder Erfahrung bleibende Schäden hinterlassen. In diesem Sport kann man sich keine Trainingspausen leisten. Ein wenig ringen und ein paar Boxlektionen reichen da bei weitem nicht. Mit der Einstellung " zwei oder drei einstecken müssen" hast du schon verloren da ein Schlag mehr als genug sein kann. Ich hoffe er überlebts und das man ihn danach norch erkennt.

  • Man wirds sehen am 30.11.2017 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Unverantwortlich

    Ich finde das sehr unverantwortlich jamanden mit so wenig Erfahrung in den Ring zu lassen, das kann bleibende Konsequenzen haben. Ich hoffe er überlebt den Kampf ohne schwerwiegende Folgen. Solch ein Trainer sollte das besser wissen. Jedem das seine...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ringdokti am 01.12.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Uiuiui

    Der arme hat ja keinen Plan...sehr verantwortunglos von seinem Trainer. Ein MMA Kampf kann für jemanden mit mangelnder Erfahrung bleibende Schäden hinterlassen. In diesem Sport kann man sich keine Trainingspausen leisten. Ein wenig ringen und ein paar Boxlektionen reichen da bei weitem nicht. Mit der Einstellung " zwei oder drei einstecken müssen" hast du schon verloren da ein Schlag mehr als genug sein kann. Ich hoffe er überlebts und das man ihn danach norch erkennt.

  • Man wirds sehen am 30.11.2017 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Unverantwortlich

    Ich finde das sehr unverantwortlich jamanden mit so wenig Erfahrung in den Ring zu lassen, das kann bleibende Konsequenzen haben. Ich hoffe er überlebt den Kampf ohne schwerwiegende Folgen. Solch ein Trainer sollte das besser wissen. Jedem das seine...

  • W. Vogl am 30.11.2017 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Na danke...

    Hat der echt ein riesiges Tattoo der Konföderierten-Flagge auf der Brust? Da war doch neulich schon so eine Meldung, von wegen Rassismus und Kampfsport...

  • Boxer am 30.11.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Boxsack

    Uiuiui...alles Gute und viel Glück er wirds brauchen.

  • Simi am 30.11.2017 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Keine weiteren Fragen

    Ne Südstaatenflagge auf der Brust und "Outlaw" auf den Hals tätowiert... das sagt mir schon alles, was ich wissen muss.