Horrorunfall in Zimbabwe

23. November 2017 11:50; Akt: 23.11.2017 12:42 Print

Golfprofi gibt Comeback nach 27 Operationen

von Sebastian Rieder - Fast hätte Marc Cayeux nach einem Autounfall sein Bein verloren. Sieben Jahre später steht der Golfer aus Zimbabwe wieder auf dem Platz.

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Marc Cayeux wird nie mehr schmerzfrei laufen können. Dass der 39-jährige Mann aus Zimbabwe aber überhaupt gehen kann, grenzt schon an ein Wunder. 27 Operationen und sieben Jahre Heilung benötigte der Golfprofi, der einst an der Seite von Tiger Woods spielte, um wieder auf dem Green zu stehen. «Es wäre schön, einen schmerzfreien Tag zu haben, aber die Realität ist, dass es nicht passieren wird», sagt Cayeux, der am Wochenende sein Comeback auf der afrikanischen Sunshine Tour gab. «Ich muss einfach weitermachen.»

2010 kam es zu jenem tragischen Unfall, der sein Leben für immer verändern sollte. Auf einer unwegsamen Landstrasse wurde Cayeux ausgerechnet von einem Polizeiauto, das wegen einer Kuh auf die Gegenfahrbahn geriet, frontal gerammt und ins Gehölz geschleudert. Cayeux lag schräg in seinem brennenden Fahrzeug. Sein Kopf blieb dank dem Airbag fast unversehrt, der Sicherheitsgurt hatte aber seine Bauchdecke aufgeschlitzt. Der linke Fuss war völlig zertrümmert und baumelte nur noch an seinem Bein.

18 Stunden ohne Morphium

Als wäre der Unfall nicht schon schlimm genug gewesen, musste sich Cayeux vier Stunden gedulden, ehe er in der Hauptstadt Harare in ein Spital gebracht wurde. Für die erste Operation stand der Belegschaft auf der Intensivstation nur Lachgas zur Verfügung. Bis ihm das erlösende Morphium verabreicht wurde, vergingen weitere vierzehn Stunden. «Es war ein unerträglicher Schmerz», sagt der zweifache Familienvater und erinnert sich, wie die Ärzte eine Amputation des Fusses in Betracht zogen.


Die Story geht um die Welt: Das Drama von Marc Cayeux im TV. (Video: The Dan Nicholl Show)

Cayeux' Bruder intervenierte und organisierte kurzerhand einen Flug ins benachbarte Südafrika, wo Marc schliesslich in einem modernen Spital weitere sieben Wochen auf der Intensivstation verbrachte und aus der Ferne von der Fehlgeburt seiner Frau erfuhr. «Ich war auf der Station, konnte nicht gehen. Ich war so frustriert, dass ich wirklich versuchte, aus dem Bett zu steigen, sie zu sehen und für sie da zu sein, weil sie immer an meiner Seite gewesen war. Ich fühlte mich sehr hoffnungslos.»

Humor gegen den Schmerz

Nach drei Monaten kehrte er im Rollstuhl nach Hause zurück. Vier Jahre auf Krücken und 27 Operationen später lernte er in einem Hydrotherapie-Pool wieder laufen. Durch die vielen Eingriffe war sein Bein am Ende zweieinhalb Zentimeter kürzer, worauf Cayeux die Ärzte bat, sein anderes Bein auf die entsprechende Länge anzupassen. «Ich sagte dem Doktor, ich wolle auf dem Golfplatz nicht im Kreis laufen», sagte Cayeux kürzlich in einer Dokumentation auf BBC und bewies dabei eindrücklich, wie er sein Schicksal trotz posttraumatischer Depression mit Humor überwindet. «Wenn ich jetzt Economy Class fliege, habe ich mehr Beinfreiheit.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amani.92 am 23.11.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Viel Glück und gute Besserung. Das nenn ich Kampfgeist!

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  • Chrümel am 23.11.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Genesung

    Bravo und weiterhin alles Gute. Könnte auch ein Radprofi sein.

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  • Realist am 23.11.2017 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch eine Möglichkeit

    Nur Lachgas auf der Intensivstation.. So sieht es eben Billigmedizin. Also wenn uns unsere Meditin zu teuer ist können eir auf Zimbabwe-Variante ausweichen. Dann müssen wir nicht viel zahlen.... Und haben mehr Geld für Ferien und Sport..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Amani.92 am 23.11.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Viel Glück und gute Besserung. Das nenn ich Kampfgeist!

    • marko 32 am 23.11.2017 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Amani.92

      Super

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  • Realist am 23.11.2017 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch eine Möglichkeit

    Nur Lachgas auf der Intensivstation.. So sieht es eben Billigmedizin. Also wenn uns unsere Meditin zu teuer ist können eir auf Zimbabwe-Variante ausweichen. Dann müssen wir nicht viel zahlen.... Und haben mehr Geld für Ferien und Sport..

    • marko 32 am 23.11.2017 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Super

    • The True am 23.11.2017 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Sie wissen schon das Morphium eig. Eines der günstigsten Medikamente ist?

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  • Chrümel am 23.11.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Genesung

    Bravo und weiterhin alles Gute. Könnte auch ein Radprofi sein.

    • marko 32 am 23.11.2017 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chrümel

      Super

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