WM-Qualifikation

10. Januar 2018 19:43; Akt: 10.01.2018 21:13 Print

Schweizer Handballer erleiden Rückschlag

Die Schweizer Nationalteam verpasst die vorzeitige Qualifikation für die WM-Playoffs. Es unterliegt in St. Gallen Bosnien-Herzegowina.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach zwei Siegen gegen Estland gab es für die Schweizer Handballer einen erheblichen Rückschlag. In St. Gallen verlor die SHV-Auswahl gegen Bosnien-Herzegowina mit 21:24. Angesichts des gut bestückten Herausforderers, der auf diverse in europäischen Spitzenligen engagierte Professionals zurückgreifen kann und am kommenden Samstag in Tuzla vor einer grossen Kulisse antreten wird, ist nicht mehr zwingend mit dem erstmaligen WM-Playoff-Vorstoss seit 2010 zu rechnen.

Nach sportlichem Ermessen werden die Schweizer das 12. WM-Turnier in Folge verpassen. Die nach der Doublette gegen Estland aufgeflammte Euphorie hat sich bereits wieder etwas verflüchtigt. «Wir müssen nun in einem Hexenkessel spielen, das wird schwierig», erklärte Leistungssportchef Ingo Meckes und vermutete, dass einige der Schweizer Akteure bereits in der ausverkauften Kreuzbleiche-Halle von der Ambiance der bosnischen Anhänger «etwas überfordert gewesen sind».

Totalausfall von 16 Minuten

Nach einer guten ersten Hälfte leistete sich die Equipe von Coach Michael Suter in der entscheidenden Phase einen 16-minütigen Totalausfall. In jener Baisse verspielten die Einheimischen jeglichen Schwung und eine 18:16-Führung. Nach zehn Fehlern in Serie resultierte der bosnische Umschwung, der nicht mehr zu korrigieren war.

Die dritte Niederlage im dritten Wettbewerbsspiel gegen die Equipe vom Balkan wäre vermeidbar gewesen. Lange deutete nichts auf einen derart kolossalen Einbruch hin. In der Defensive hielten die SHV-Talente dem Druck des international erprobten Widersachers stand, und im Angriff spielte Regisseur Lukas von Deschwanden zunächst einen guten Part.

Showdown am Samstag

Nun kommt es am Samstag in Bosnien-Herzegowina zum grossen Showdown im Kampf um die WM-Playoffs. Allerdings benötigt die Schweiz im Rückspiel in Tuzla nun einen Sieg.

Schweiz - Bosnien-Herzegowina 21:24 (12:12) St. Gallen. - 2561 Zuschauer (ausverkauft). - SR Leandersson/Lindroos (FIN). - Torfolge: 0:2, 1:3, 2:3, 2:4, 5:4, 6:5, 6:7, 8:7, 8:8, 11:8, 11:9, 12:9, 12:12; 13:12, 14:13, 15:14, 17:15, 17:16, 18:16 (41.), 18:21, 19:21 (57.), 19:22, 20:22, 20:23, 20:24, 21:24. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5mal 2 Minuten gegen Bosnien-Herzegowina. Schweiz: Portner; Meister (6), Rubin (2), Lier (3), Delhees, Von Deschwanden (5/1), Röthlisberger, Küttel (4), Maros (1), Huwyler, Geisser, Gerbl, Blättler, Dähler. Bosnien-Herzegowina: Buric; Ovcina (1), Mandic, Tarabochia (5/2), Panic (2), Terzic (2), Vranjes (2), Malinovic, Nuic (1), Predragovic (2), Vegar (6), Toromanovic (2), Peric, Vrazalic (1). Bemerkungen: Schweiz ohne Raemy, Sidorowicz, Vernier, Markovic, Tynowski (alle verletzt), Schmid (dispensiert). Timeouts: Schweiz (27./12:10, 49./18:19, 56./18:21.), Bosnien-Herzegowina (22./10:8, 55./18:20, 59./20:23). Buric hält Penalty von Von Deschwanden (35./14:14). Portner hält Penalty von Terzic (41./17:16).

WM-Qualifikation. Gruppe 6. Mittwoch: Schweiz - Bosnien-Herzegowina 21:24 (12:12); in St. Gallen. - Rangliste: 1. Bosnien-Herzegowina 3/4 (80:74). 2. Schweiz 3/4 (86:67). 3. Estland 4/2 (96:121). - Weiteres Programm. - Samstag, 13. Januar, 20.00 Uhr: Bosnien-Herzegowina - Schweiz (in Tuzla). – Modus: Der Gruppensieger erreicht das Playoff im Juni.

(fal/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CH Bosnier am 10.01.2018 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    schwacher Handball

    insgesamt war ein schwaches Match von beiden Teams. Zu langsam und irgendwie veraltet. Ich als Bosnier der lange in der Schweiz lebt wäre glucklich wenn sich beide Teams qualifizieren würden, geht leider nicht. Bin froh dass die Fans für eine gute Stimmung gesorgt haben, ohne unschönen Szenen.

    einklappen einklappen
  • Dani elle am 10.01.2018 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    15 minuten lang fällt kein Tor und man lässt danach einen heute sehr schwachen Luka Maros spielen. Wie auch Von Deschwanden der hätte einmal eine kurze Pause von 5 minuten gebraucht um sich zu sammeln ist zwar kein Vergleich zu einem Quali Spiel, aber bei Wacker Thun hat es zu 80% funktioniert. Dazu muss man sagen das der Nati einen Sieg reicht um weiter zu kommen, nicht so wie vom SRF Moderator gesagten min. 4 Tore um weiter zu kommen. Den nun steht es in der Tabelle Bosnien 4 Schweiz 4

  • bulleye am 10.01.2018 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    handball

    pech fuer die schweiz , dass sie auf ihren besten ( andi schmid) und fuer mich der beste handballer der welt verzichten mussten .

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland Marti am 14.01.2018 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade! Wieder eine Chance verpasst.

    Wen überrascht das? Die Schweiz konnte sich es leisten, auf einen Weltklassespieler wie Andy Schmid zu verzichten. Was haben sich da die Funktionäre und Coach Michael Sutter wohl gedacht. Wir bleiben so immer zweit- oder sogar drittklassig!

  • urschweizer am 11.01.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht's anderes erwartet ...

    Mit diesen Spielern - wenige Ausnahmen - sind nicht fähig als Kollektiv aufzutreten und sich als Mannschaft auf dem Feld zu zeigen. Zu viele "Galeriespieler" und klar, das Niveau des CH-Handball ist nicht sehr hoch.

  • evi am 11.01.2018 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja

    ich denke wenn einige spieler von yb im aufgebot gewesen wären, würde dss Resultat anders aussehen

  • Un Glaublich am 11.01.2018 07:08 Report Diesen Beitrag melden

    unterirdisches Niveau

    Wow, im Handball können wir uns gerade mal mit Estland, Liechtenstein und Madagaskar messen, warum sind wir sooo stark???

    • Claude B am 11.01.2018 08:15 Report Diesen Beitrag melden

      Der Fehler liegt im System

      zu viele möchtegern "Profis", die im Ausland versagt haben, jetzt in der CH sind und sich ein schönes Leben machen. Viele sitzen an den entscheidenen Stellen (Meckes z.B., Trainerausbildung, Clubs). Sie verhindern, dass gute Trainer kommen und modernen Handball spielen lassen können. Wieso sollten auch die Verantwortlichen, die die letzten 10 Jahre versagt haben, plötzlich Erfolg haben? Wenn es die Kadetten nicht gäbe, wären die Auswirkungen noch viel schlimmer. Fazit: überall Ausmisten , oder aber man lässt alles beim alten und akzeptiert, dass man auf Augenhöhe mit Liechtenstein spielt.

    • exakt am 11.01.2018 09:56 Report Diesen Beitrag melden

      Die Frage ist exakt richtig!

      Antwort: Weil wir uns einem Schablonen-Handball verschreiben. Plus "Kraft ist alles, Grips bitte nicht." Letztes Mal war die Schweizer Handball Nati gut, als es zwei Trainer (aus der Gegend von Bosnien) exakt umgekehrt gemacht haben. Ist aber einige Jahrzehnte her.

    • Andy Schmid am 11.01.2018 10:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Un Glaublich

      Bosnien ist kein kleiner Fisch im Handball! Zudem hat die Schweiz gerade Serbien geschlagen und im letzten Spiel gegen Deutschland mit nur einem Tor verloren. Weiss jetzt nicht von was du hier schreibst. Wahrscheinlich keine Ahnung von Handball oder?

    • exakt am 11.01.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      @ 'Andy Schmid'

      Ich denke, er schreibt vom serienweisen Verpassen von internationalen Turnieren. - "Schuss muss Tor sein, haben wir damals gelernt und gelehrt."

    • Jürg am 11.01.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Schmid

      Wann war die Schweiz zum letzten mal an EM/WM/Olympia ??? Ich nehme an, die Spiele gegen Serbien und D (wie sie geschrieben haben) waren nur Freundschaftspiele, sonst hätte es da ganz anders ausgesehen! Im Fussball qualifiziert sich die Nati fast immer für EM/WM und wird trotzdem kritisiert.

    • Alex English am 11.01.2018 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      nicht immer alles negativ sehen

      Deutschlandspiel war Quail im Hallenstadion vor ausverkaufter Halle. Grips ohne Kraft ist erfolgloser als Kraft ohne Grips auf dem Niveau. Aber es braucht beides! Bei den Fussballern sind mehr Teams an den Anlässen dabei. Zudem ist der Fussball in der CH eine Vollprofi-Angelegenheit. Handball leider nicht. Anzahl lizenzierte Spieler in der CH ist tiefer als in der Stadt Berlin. Arno Ehret kommt übrigens aus dem süddeutschen Raum und nicht aus Bosnien ;)

    einklappen einklappen
  • Nikl am 10.01.2018 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Junge Schweizer

    Gutes Spiel der Schweiz auch dank sehr starkem Torhüter. Bis zur 40. Minute klar auf Augenhöhe mit Bosnien. Ab da hätte ein Andi Schmid gut getan der nochmal neue Ideen hätte bringen können. Hoffe es klappt in Bosnien. Hopp Schwiz!