Sport kompakt

26. Mai 2018 20:12; Akt: 27.05.2018 18:27 Print

Froome gewinnt erstmals den Giro d'Italia

Schurter gewinnt in extremis +++ Capela und Houston müssen in die «Belle» +++ Fulham zurück in der Premier League +++ Wawrinka-Bezwinger gewinnt Turnier in Genf

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Chris Froome hat den 101. Giro d'Italia gewonnen. Weil die letzte Etappe in Rom wegen der schlechten Strassenzustände neutralisiert wurde, stand der Brite bereits vor dem eigentlichen Abschluss als Gesamtsieger der Italien-Rundfahrt fest. Froome feiert seinen ersten Gesamtsieg am Giro mit einem Vorsprung von 46 Sekunden auf den Vorjahressieger Tom Dumoulin aus der Niederlande und 4:57 Minuten auf den Kolumbianer Miguel Angel Lopez. Froome entschied damit die dritte grosse Rundfahrt in Folge für sich, nachdem er 2017 die Tour de France und die Vuelta gewonnen hatte. Seit der Spanien-Rundfahrt läuft auch ein Doping-Verfahren gegen den 33-jährigen Briten, nachdem er mit einem zu hohen Salbutamol-Wert erwischt worden war. Froome bestreitet die Vorwürfe, das Urteil wird vor dem Start der Tour de France erwartet. Auch an der Frankreich-Rundfahrt (ab 7. Juli) strebt der Fahrer des Teams Sky den Gesamtsieg an. Er wäre der erste Profi seit dem Italiener Marco Pantani 1998, dem das «Double» gewinnen würde. Froome ist der siebente Fahrer mit Siegen in allen drei grossen Rundfahrten. Nachdem er in den ersten beiden Wochen Mühe hatte, steigerte sich Froome in der dritten Woche. In die Maglia rosa liess er sich erst nach der drittletzten Etappe einkleiden, nachdem er mit einer 80 Kilometer langen Soloflucht für den grossen Umsturz gesorgt hatte. Im dritten von sieben Rennen übernahm Nino Schurter mit seinem insgesamt 28. Weltcupsieg die Führung in der Gesamtwertung. Anders als vor einer Woche in Albstadt setzte sich der Bündner in Nove Mesto nur ganz knapp durch. Jolanda Neff fuhr bei den Frauen auf Platz 2. Es gibt Weltcuprennen, die sind auch für einen Olympiasieger und sechsfachen Weltmeister noch speziell. Dazu zählt Schurters Triumph im tschechischen Nove Mesto. «Das war ein verrücktes Finale», sagte der 32-Jährige, nachdem er den Neuseeländer Anton Cooper im Zielsprint nur um wenige Zentimeter hinter sich gelassen hatte. «Das war der härteste Sprint, den ich je hatte. Es ist unglaublich, so zu gewinnen.» In Albstadt hatte Schurter seine Konkurrenten relativ früh distanziert. Im tschechischen Bike-Mekka Nove Mesto blieb Cooper bis am Schluss am Hinterrad des Schweizers, und im Zielsprint sah es lange so aus, als könnte der Neuseeländer Schurter überholen und seinen ersten Weltcupsieg feiern. In einer der knappsten Entscheidungen in der Geschichte des Cross-Country-Weltcups wuchtete Schurter das Rad aber noch ganz knapp vor Cooper über die Ziellinie. Capela und Houston verpassen vorerst die NBA-Finals. Die Golden State Warriors gewannen ihr drittes Heimspiel in Oakland mit 115:86. Die Warriors können zum vierten Mal hintereinander die NBA-Finals erreichen; den Titel holten sie zuletzt 2015 und 2017. Die «Belle» in dieser Halbfinalserie findet jedoch in Houston statt. Die Houston Rockets erwischten in Spiel 6 einen Traumstart und führten nach dem ersten Viertel 39:22. In der Schlussminute des zweiten Viertels und in den ersten zweieinhalb Minuten des dritten Viertels machte Golden State jedoch aus einem 49:61-Rückstand eine 62:61-Führung. Die Vorentscheidung gelang dem Heimteam Mitte des dritten Viertels, als sie innerhalb von 140 Sekunden ein 70:in 74 ein 82:74 verwandelten. Danach brach Houston ein. Clint Capela verbuchte 15 Rebounds, aber nur einen erfolgreichen Wurf (2 Punkte) und beendete die Partie mit einer Minus-32-Bilanz. Capela könnte nach Thabo Sefolosha (2012 mit Oklahoma City) als zweiter Schweizer die NBA-Finals erreichen. Der FC Fulham kehrt nach vier Jahren in die Premier League zurück. Die Londoner bezwangen Aston Villa im Spiel um den letzten Aufstiegsplatz 1:0. Den einzigen Treffer vor 85'423 Zuschauern im Wembley-Stadion erzielte in der 23. Minute Tom Cairney. Vor Fulham waren schon die Wolverhampton Wanderers und Cardiff City in die höchste englische Liga aufgestiegen. Der Nachfolger von Stan Wawrinka als Sieger des ATP-Turniers in Genf heisst Marton Fucsovics. Der 26-jährige Ungar gewann den Final des Geneva Open gegen den Deutschen Peter Gojowczyk klar 6:2, 6:2 und errang den ersten ATP-Titel. Balasz Taroczy hatte 1980 das erste ATP-Turnier in Genf gewonnen. Anfang Woche prophezeite der ehemalige Doppelpartner von Heinz Günthardt, dass er nun endlich einen Nachfolger aus seiner Heimat erhalten werde. Die Prognose war gewagt, hatte doch seit Taroczy vor 34 Jahren in Indianapolis kein Ungar mehr einen ATP-Final erreicht. Der 26-jährige Fucsovics (ATP 60) trat im Parc des Eaux-Vives, wo er wie Finalgegner Gojowczyk schon Interclub gespielt hatte, aber von A bis Z wie ein grosser Champion auf. Zum zweiten Mal nach der Achtelfinal-Qualifikation vor fünf Monaten am Australian Open, wo er von Roger Federer gestoppt worden war, liess er die Klasse aufblitzen, dank der er 2010 Wimbledonsieger bei den Junioren geworden war. Einzig im Halbfinal gegen Steve Johnson gab er einen Satz ab. Im Viertelfinal hatte er Stan Wawrinka, dem Sieger der letzten beiden Jahre, nur vier Games überlassen. Daniel Ricciardo startet erst zum zweiten Mal in seiner Karriere aus der Pole-Position zu seinem 135. Grand Prix. Der 28-jährige Australier gewann sämtliche Trainings vor dem Grand Prix von Monaco und unterbot in seinem Red Bull-Renault den bisherigen Rundenrekord von Kimi Räikkönen aus dem Vorjahr um 1,4 Sekunden. Neben Ricciardo startet Sebastian Vettel im Ferrari aus der ersten Startreihe, die auf keiner anderen Strecke so wichtig ist wie auf dem 3,34 km langen Strassenkurs in Monte Carlo. In der zweiten Reihe stehen Weltmeister Lewis Hamilton, der vor dem sechsten Saisonrennen in der Gesamtwertung 17 Punkte vor Vettel liegt, und Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Erneut den Sprung ins Q2 schaffte Charles Leclerc. Der 20-jährige Monegasse im Team von Alfa Romeo Sauber nimmt das Rennen am Sonntag um 15.10 Uhr als 14. aus der siebten Reihe in Angriff. Der Formel-1-Rookie war vor seinem Heimrennen eine halbe Sekunde schneller als Teamkollege Marcus Ericsson auf Rang 16. Chris Froome wird am Sonntag, wenn er nicht mehr von einem Sturz gebremst wird, als Sieger des Giro d'Italia in Rom einfahren. Einen Tag nach seiner beeindruckenden Soloflucht liess der Brite in der zweitletzten Etappe nichts mehr anbrennen. Der Vorjahressieger Tom Dumoulin, der mit 40 Sekunden Rückstand in die 20. Etappe von Susa nach Cervinia gestartet war, griff im Schlussanstieg mehrmals an, kam aber nicht weg. Im Gegenteil: Froome hinterliess bei der Bergankunft den stärkeren Eindruck als der Niederländer. Dumoulin verlor im Zielsprint gar noch sechs Sekunden auf Froome und wird seinen Gesamtsieg aus dem Vorjahr nicht wiederholen können. Froome auf der anderen Seite wird die dritte grosse Rundfahrt in Folge für sich entscheiden nach der Tour de France und der Vuelta 2017. Am letzten Tag einer dreiwöchigen Rundfahrt wird der Leader traditionellerweise nicht mehr angegriffen. Den Tagessieg sicherte sich Mikel Nieve. In der Problematik um den lange verletzt gewesenen deutschen Nationalgoalie und Captain Manuel Neuer hat sich Bundestrainer Joachim Löw gegenüber der ARD klar geäussert. Löw gibt Neuer eine Einsatzgarantie, falls dieser nach der achtmonatigen Pause ans WM-Turnier nach Russland reist. Das bedeutet, dass Neuer entweder der Torhüter Nummer 1 sein oder gar nicht im Kader figurieren wird. Löw muss sich bis zum 4. Juni entscheiden. Die umstrittene amerikanische Fussball-Torhüterin Hope Solo kommt um einen Prozess wegen häuslicher Gewalt herum. Die 36-jährige zweifache Olympiasiegerin wurde beschuldigt, 2014 zwei Mitglieder einer Familie in einem Haus bei Seattle tätlich angegriffen zu haben. Über ihre Anwälte legte Solo so lange Rekurse gegen den Prozess ein, bis die Zeugen darauf verzichteten, sich zu äussern. Über den Tatbestand an sich wurde bis heute nicht geurteilt. Solo hatte sich nebenbei vergeblich darum bemüht, Präsidentin den US-Fussballverbandes zu werden. Im allgemeinem weltweiten Trend der MeToo-Kampagne beschuldigte sie 2017 den früheren FIFA-Präsidenten Joseph Blatter, er habe sie vier Jahre vorher an einer Gala am Gesäss berührt. Mit 46 Punkten, als mit Abstand bester Werfer, hat LeBron James den Cleveland Cavaliers ein siebtes Spiel in der NBA-Halbfinalserie gegen die Boston Celtics ermöglicht. Die «Cavs» siegten im sechsten Spiel daheim 109:99. Der entscheidende Match zwischen den besten zwei Mannschaften der Eastern Conference wird in der Nacht auf Montag um 2.30 Uhr Schweizer Zeit in Boston stattfinden. Mit intakten Chancen werden die Cavaliers dennoch nicht in die Belle gegen Boston steigen. Ihr Allstar-Spieler Kevin Love verletzte sich nach einer Einsatzzeit von nur gut fünf Minuten am Kopf und konnte nicht weitermachen. LeBron James' Leistung war nicht nur aufgrund der Punkte herausragend. Der 33-jährige Superstar, der möglicherweise sein letztes Spiel für die Mannschaft aus dem US-Bundesstaat Ohio absolviert hat, trug auch elf Rebounds und neun Assists bei. Er verpasste also das Triple-Double sehr knapp. Bis auf zwei Minuten war James immer im Einsatz. Der peruanische Fussballverband kämpft vor dem Schweizer Bundesgericht gegen die Dopingsperre und das damit verbundene WM-Out seines Captains Paolo Guerrero. Verbandspräsident Edwin Oviedo habe eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, die den Wert und die Wichtigkeit des 34-jährigen Guerrero für die Nationalmannschaft betone, teilte der Verband mit. Der Verband hofft, bis Ende nächster Woche aus Lausanne einen Entscheid zu erhalten. Guerrero war vom internationalen Sportgerichtshof CAS für 14 Monate gesperrt worden. Er würde damit auch die WM in Russland verpassen. Im Oktober 2017 war der frühere Bundesliga-Spieler bei einer Dopingkontrolle nach dem 0:0 im Qualifikationsspiel gegen Argentinien positiv auf einem im Tee enthaltene Substanz getestet worden. Mark Hughes hat Southampton als Interimscoach vor dem Abstieg aus der Premier League bewahrt. Jetzt bekommt der 54-jährige walisische Ex-Internationale vom südenglischen Klub einen fixen Vertrag über drei Saisons als Cheftrainer. Als Hughes Mitte März den Trainerposten interimistisch vom entlassenen Mauricio Pellegrino übernahm, steckte Southampton als 17. der Tabelle mitten im Abstiegskampf. Die Mannschaft blieb unter Hughes zwar im 17. Rang, hatte zuletzt aber drei Punkte Reserve auf einen Abstiegsplatz. Beim einzigen öffentlichen Training der brasilianischen Nationalmannschaft, Gruppengegner der Schweiz an der WM-Endrunde, haben sich tumultartige Szenen abgespielt. Rund 400 Fans warteten vor dem Eingang zum Trainingsgelände Granja Comary im Bundesstaat Rio de Janeiro und blockierten den Verkehr. Die Polizei ging gegen einige Fans vor, die nach stundenlangem Warten die Anlage gestürmt hatten. Am Sonntag reist das Team von Nationaltrainer Tite nach London, wo es seine Vorbereitung fortsetzt. Vor der WM bestreitet Brasilien Freundschaftsspiele gegen Kroatien und Österreich. Im ersten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft trifft die Seleção am 17. Juni auf die Schweiz. An der PGA Championship in Wentworth bei London, dem wichtigsten Golfturnier Europas nach dem British Open, tritt Rory McIlroy dieser Tage so stark auf wie selten in den letzten vier Jahren. Der 29-jährige Nordire, vierfacher Gewinner von Grand-Slam-Events, übernahm mit Runden von 67 und 65 Schlägen und dem Zwischentotal von 12 unter Par die klare Führung nach zwei Runden. Er distanzierte die Konkurrenz bei Turnierhälfte um drei und mehr Schläge. Vor allem der zweite Umgang, den er mit sieben Birdies und ohne Schlagverlust absolvierte, war eine Demonstration des einstigen Wunderkinds. McIlroys Mitspieler Alexander Noren aus Schweden sagte, es sei die beste Runde gewesen, die er jemals einen Konkurrenten habe spielen sehen. Noren, der zweifache Gewinner des Omega European Masters in Crans-Montana, spielt in Wentworth als Titelverteidiger. Basels Stürmer Dimitri Oberlin erzielte im U21-Test in Biel beide Tore beim 2:1-Sieg gegen Frankreich. Doch das reichte nicht, um noch ins WM-Kader zu rutschen. Nationalcoach Vladimir Petkovic gab wenige Minuten nach dem Schlusspfiff sein 26-Mann-Kader bekannt. Auch Oberlins Stürmerkollege Albian Ajeti wird nicht nach Russland reisen. Für den neuen U21-Nationalcoach Mauro Lustrinelli war es im zweiten Spiel der erste Sieg. Bei seinem Debüt Ende März in der EM-Qualifikation hatte seine Mannschaft nach einer 2:0-Führung gegen Portugal noch 2:4 verloren. Führt Stephan Lichtsteiner seine Laufbahn in England fort? Italienische und englische Medien berichten, dass Arsenals neuer Trainer Unai Emery den Schweizer Aussenverteidiger und Captain des Nationalteams gerne in seinen Reihen hätte. Bei den Gunners würde der Luzern auf den Basler Granit Xhaka treffen. Wie auch immer: Nach dem Abschied aus Turin muss die Familie Lichtsteiner ohnehin zügeln.

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(sal/fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MAX MEIER am 12.04.2018 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kaputter Fussball

    ahahha falls der schiedsrichter das gesehen hat...na klar. der liebe herr schiedsrichter hat rein gar nichts gesehen gestern. man sollte ganz einfach englische Fussballregeln im europäischen Fussball übernehmen. in England hat man seit der Erfindung des fussballs noch keine Schwalbe gesehen und die regeln der FA mit nachträglichen sperren verstärkt dies nur noch positiv!

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  • Spaniel am 09.04.2018 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Nachricht

    Weiterhin gute Besserung!

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  • ramos am 12.04.2018 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geldgeld

    ach da muss der gute ramos sowiso keine angst haben, der schiri sieht nur was das geld ihn sehen lässt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Zürcher am 25.05.2018 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Da hat man 2 junge, schnelle und hungrige Stürmer (Ajeti & Oberlin), welche wißen wo das Tor steht. Diese beiden läßt Petko zu Hause und nimmt dafür einen Chancentod Seferovic mit.

  • Spray am 25.05.2018 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Froomie

    ....so ein Asthmaspray wie der Froomi möchte ich auch haben. Ein paarmal sprayen und die magische Kräfte sind zurück..... Sicht alles mi Arztes Segen.

  • Ueli am 25.05.2018 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Was....

    Der Dopping-Spezialist fährt noch Radrennen?

  • Christ am 25.05.2018 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CR7

    Wer Volk um 14 Mio betrügt ist auch Schwerverbrecher

  • urschweizer am 22.05.2018 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    komische Auslosung ...

    ... eher eine "Zuteilung". Schweden, Russland, Tschechien, Oesterreich - alles Gegner an dieser WM. Einzig Lettland als Direktkonkurrent um den vierten Platz wurde "ausgewechselt" und Norwegen, Italien sollte nur Punktelieferant sein.