Sport kompakt

15. Juli 2018 23:09; Akt: 16.07.2018 11:28 Print

Joana Heidrich muss drei Monate pausieren

Kadetten Schaffhausen holen serbischen Internationalen +++ Djokovic zurück in den Top Ten, Bencic in den Top 50 +++ Ex-NHL-Goalie Ray Emery verstorben +++ Vögele reist mit Turniersieg nach Gstaad +++

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Die Schweizer Beachvolleyballerin Joana Heidrich muss eine mehrmonatige Pause einlegen. Die Rückenverletzung, die sich die Zürcherin am Freitag in den Sechzehntelfinals des Major-Turniers von Gstaad zugezogen hat, erwies sich als Bandscheibenvorfall und erzwingt eine Operation. Der Eingriff fordert eine Wettkampfpause von voraussichtlich drei Monaten. Mit ihrer Partnerin Anouk Vergé-Dépré hätte Heidrich in dieser Woche an der EM in den Niederlanden zu den Medaillenkandidatinnen gehört. Vergé-Dépré wird stattdessen mit ihrer jüngeren Schwester Zoé antreten. Heidrich hatte sich in Gstaad im verlorenen Sechzehntelfinal gegen die Niederländerinnen Joy Stubbe/Marleen Ramond-van Iersel bei einer Abwehraktion im zweiten Satz den bereits zuvor lädierten Rücken überdreht und die Partie verletzt zu Ende gespielt. Die Kadetten Schaffhausen verstärken ihr Kader mit dem serbischen Internationalen Zarko Sesum (32). Der Rückraumspieler unterschrieb einen Dreijahresvertrag. In den vergangenen vier Saisons war Sesum beim Bundesligisten Göppingen tätig. Zuvor war er während ebenfalls vier Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen Teamkollege von Andy Schmid. Nach knapp neun Monaten kehrt Novak Djokovic dank seines Wimbledonsieges in die Top Ten zurück. Roger Federers Rückstand auf die Weltnummer 1 Rafael Nadal ist gross. Der Serbe Novak Djokovic, nun 13-facher Sieger eines Grand-Slam-Turniers, verbesserte sich in der ATP-Weltrangliste von Platz 21 auf 10. Sein Finalgegner Kevin Anderson gewann drei Positionen und ist als Nummer 5 so gut klassiert wie noch nie. An der Spitze führt nach wie vor Rafael Nadal vor Roger Federer. Der Spanier baute aber seinen Vorsprung von 50 auf 2230 Punkte aus. Das ist mehr als der Gegenwert eines Grand-Slam-Titels (2000). Stan Wawrinka rückte dank seiner Zweitrunden-Qualifikation von Platz 224 auf 199 nach vorne. Auch bei den Frauen blieben die ersten beiden Plätze - Simona Halep vor Caroline Wozniacki - gleich. Wimbledonsiegerin Angelique Kerber machte sechs Ränge gut und ist neu die Nummer 4. Finalistin Serena Williams machte einen Sprung von WTA-Platz 181 auf 28, mit nur vier gespielten Turnieren. Die beste Schweizerin Belinda Bencic rückte dank ihrer Achtelfinalqualifikation in Wimbledon elf Positionen nach vorne auf Rang 45. Sogar um 15 Plätze verbesserte sich Stefanie Vögele mit ihrem Sieg beim ITF-Turnier im französischen Contrexeville. Die Aargauerin ist neu die Nummer 78. Der ehemalige NHL-Goalie Ray Emery stirbt im Alter von 35 Jahren bei einem Schwimmunfall am frühen Sonntagmorgen im Hafen seiner Heimatstadt Hamilton in der kanadischen Provinz Ontario. Emery war zunächst als vermisst gemeldet und einige Stunden später nahe seines letzten bekannten Aufenthaltsortes tot aufgefunden worden. Emery, 2001 in der vierten Runde von Ottawa gedraftet, führte die Senators sechs Jahre später - zusammen mit dem Berner Goalie Martin Gerber - in den Stanley-Cup-Final. Diesen gewann er jedoch erst 2013 zum einzigen Mal - als Ersatz-Keeper der Chicago Blackhawks. Ausserdem trug Emery, der 2016 zurücktrat, in der NHL auch das Trikot der Philadelphia Flyers und der Anaheim Ducks. Insgesamt bestritt er 326 NHL-Partien. Stefanie Vögele reist als Turniersiegerin zum Ladies Championship Gstaad. Die Aargauerin gewinnt nach ihrem Erstrunden-Out in Wimbledon das mit 100'000 Dollar dotierte ITF-Turnier in Contrexéville. Nachdem die Nummer 93 der Welt in den vier Runden zuvor nur einen Satz hatte abgeben müssen, liess Vögele im Final des Sandplatz-Events in Frankreich auch der Spanierin Sara Sorribes Tormo (WTA 102) keine Chance und setzte sich mit 6:4, 6:2 durch. Für Vögele ist es der siebte Titel auf ITF-Stufe und der erste seit fast zweieinhalb Jahren. Auf höchster Stufe hat die frühere Weltnummer 42 noch kein Turnier gewinnen können. In Gstaad misst sich Vögele in der 1. Runde mit der Deutschen Tamara Korpatsch (WTA 143). Der 23-jährige Benjamin Gapany erringt am Freiburger Kantonalschwingfest in Riaz bei Bulle seinen fünften und bislang wertvollsten Kranzfestsieg. Im Schlussgang bezwang der Welschfreiburger den Schwyzer Gast Andreas Ulrich, den vierfachen Eidgenossen. Als Aussenseiter in den Schlussgang gestartet, brachte Gapany gegen Ulrich schon nach knapp einer Minute den entscheidenden Kurzzug an. Zuvor hatte der Schwinger aus Marsens am Greyerzersee zweimal das Waadtländer Fest sowie je einmal das Genfer und das Freiburger für sich entschieden. In dieser Saison hatte er das Waadtländer Fest in Lausanne gewonnen. Nino Schurter verpasste in Andorra im fünften Cross-Country-Weltcuprennen der Saison seinen 30. Weltcupsieg. Im fünften Saisonrennen ging Schurter erst zum zweiten Mal nicht als Sieger hervor. Der Bündner musste sich in Vallnord hinter dem italienischen Überraschungssieger Gerhard Kerschbaumer mit Platz 2 begnügen. Zuletzt hatte Schurter dreimal in Folge gewonnen, nachdem er im März beim Saisonauftakt in Südafrika erstmals seit September 2016 nicht zuoberst auf dem Podest eines Weltcup-Rennens gestanden hatte. Das Major-Turnier der Beachvolleyballerinnen in Gstaad wird zur Beute der topgesetzten Melissa Humana-Paredes (r.)/Sarah Pavan. Die Kanadierinnen bezwangen im Final die Deutschen Chantal Laboureur/Julia Sude, die Vorjahressiegerinnen aus Deutschland, in drei Sätzen 21:17, 12:21, 17:15. Für Richie Porte ist die Tour de France wie schon im letzten Jahr nach einem Sturz am zweiten Renn-Sonntag vorzeitig und auf schmerzhafte Weise zu Ende. Der BMC-Teamleader kam in der 9. Etappe von Arras nach Roubaix nach acht Kilometern und damit noch vor Beginn des ersten Pavé-Sektors zu Fall. Der Sieger der Tour de Suisse war in einen Massensturz verwickelt. Offenbar erlitt Porte eine Schulterverletzung. Der Australier stieg in ein Spitalauto am Streckenrand. Tom Lüthi verpasste auch im neunten Anlauf seine ersten WM-Punkte in der MotoGP-Klasse. Der Berner, der zwischenzeitlich an 15. Stelle lag, klassierte sich im Grand Prix von Deutschland letztlich nur im 17. Rang. Den Sieg sicherte sich überlegen der Spanier Marc Marquez, der auf dem Sachsenring zum neunten Mal in Serie triumphierte und seine WM-Führung deutlich ausbaute. Die Schweizer Beachvolleyballerin Joana Heidrich muss in der kommenden Woche auf die EM in den Niederlanden verzichten. Die Rückenverletzung, die sich die Zürcherin am Freitag in den Sechzehntelfinals des Major-Turniers von Gstaad zugezogen hat, lässt keinen Einsatz zu. Wie schwer Heidrich wirklich verletzt ist, ist unklar. 'Ein Einsatz macht auf jeden Fall keinen Sinn', bestätigte Philippe Saxer, der Direktor Beachvolleyball von Swiss Volley, das Forfait. Heidrichs Partnerin Anouk Vergé-Dépré (26) wird in den Niederlanden dennoch starten: mit ihrer sechs Jahre jüngeren Schwester Zoé. Jolanda Neff musste sich im Mountainbike-Weltcup in Vallnord zwar der norwegischen Altmeisterin Gunn-Rita Dahle Flesjaa geschlagen geben. Als Zweite baute die Weltmeisterin aber die Führung in der Gesamtwertung aus. Neff fuhr bis in der 4. Runde ein starkes Cross-Country-Rennen. Sie bestimmt von der Spitze aus die Gangart und befand sich auf gutem Weg, den elften Weltcup-Sieg ihrer Karriere einzufahren. Die 25-jährige Ostschweizerin stand die hohe Pace aber nicht durch und musste sich von Dahle Flesjaa ein- und überholen lassen. Der Berner Moto2-Fahrer Dominique Aegerter wird beim Grand Prix von Deutschland 14. und holt zum sechsten Mal in diesem Jahr Punkte. Der Sieg geht an Aegerters KTM-Markenkollegen Brad Binder. Aegerter startete auf dem Sachsenring nur von Position 23 ins Rennen. Die 'grosse Enttäuschung' über das misslungene Qualifying weckte beim Oberaargauer aber den Kampfgeist fürs neunte von 19 Saisonrennen. Dank gutem Start und zwei gestürzten Spitzenfahrern tauchte er in der dritten Runde schon in den Top 15 auf. Skiff-Weltmeisterin Jeannine Gmelin hat zum ersten Mal den Gesamt-Weltcup gewonnen. Nach den Siegen in Belgrad und Linz-Ottensheim setzte sich die 28-jährige Ustermerin auch auf dem Rotsee in Luzern durch. In den ersten beiden Weltcup-Regatten in dieser Saison hatte Gmelin ihre Konkurrentinnen deutlich distanziert. Diesmal musste sie aber bis zum Schluss kämpfen, am Ende verwies sie die Irin Sanita Puspure um 23 Hundertstel auf Platz 2. Damit wahrte sie ihre Ungeschlagenheit seit dem 5. Rang an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Manny Pacquiao darf sich wieder Weltmeister nennen. Dank einem K.o.-Sieg in der 7. Runde gegen den argentinischen Titelverteidiger Lucas Matthysse holte sich der 39-jährige Philippiner in Kuala Lumpur den WBA-Gürtel im Weltergewicht auf überzeugende Weise zurück. Matthysse musste in der 3. und 5. zu Boden, ehe der Ringrichter den Kampf nach einem weiteren Niederschlag in der 7. Runde abbrach. Für Pacquiao war es der erste K.o.-Sieg seit neun Jahren und der 39. vorzeitige bei insgesamt 60 Erfolgen Reto Ziegler erzielte beim 3:1-Sieg des FC Dallas in der nordamerikanischen Major Soccer League gegen Chicago Fire im 16. Einsatz der Saison sein drittes Tor. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler traf neun Minuten vor Schluss per Foulpenalty zum 3:0. Zieglers Verein führt die Western Conference an. Auch Wayne Rooney trug sich in der Nacht auf Sonntag in die Skorerliste ein. Beim Debüt für DC United, das schlechteste Team der Eastern Conference, lieferte der einstige Captain von Englands Nationalteam die Vorlage zum 3:0 durch Paul Arriola (80.). Rooney war im Spiel gegen die Vancouver Whitecaps in der 58. Minute eingewechselt worden. Jean-Eric Vergne ist Formel-E-Meister. Dem Franzosen genügte im ersten von zwei Rennen des Saisonfinales in New York Platz 5 zum Titelgewinn. Der aus der Pole-Position losgefahrene Sébastien Buemi wurde hinter dem Brasilianer Lucas di Grassi und dessen deutschem Teamkollegen Daniel Abt Dritter. Vergne führt das Gesamtklassement vor der abschliessenden Prüfung am Sonntag uneinholbar mit 31 Punkten Vorsprung an. Pro Rennen gibt es im Maximum 29 Punkte zu gewinnen, 25 für den Sieg, 3 für die Pole-Position, 1 für die schnellste Runde im Rennen. Tony Martin muss die 105. Tour de France vorzeitig beenden. Ein Wirbelbruch macht es dem 33-jährigen Deutschen unmöglich, am Sonntag zur 9. Etappe nach Roubaix anzutreten, wie sein mit einer Schweizer Lizenz fahrendes Team Katjuscha-Alpecin bekannt gab. Martin war am Samstag 17 km vor dem Ziel in Amiens in einen Massensturz verwickelt und beendete die 8. Etappe schwer gezeichnet mit einem Rückstand von über elf Minuten auf das Feld. Der Luxemburger Gilles Muller beendet nach dieser Saison seine Karriere. Der 35-Jährige, aktuell die Nummer 60 der Welt, gewann im letzten Jahr seine einzigen zwei ATP-Titel in Sydney und 's-Hertogenbosch. Zweimal erreichte er bei einem Grand-Slam-Turnier die Viertelfinals (2017 in Wimbledon und 2008 beim US Open/Niederlage gegen Roger Federer). In den letzten vier Jahren war er jeweils «Sportler des Jahres» in seiner Heimat. Mit 40 Jahren überflügelt Mike Bryan (links) seinen Zwillingsbruder Bob. In einem dramatischen Wimbledonfinal gewann er an der Seite seines amerikanischen Landsmanns Jack Sock seinen 17. Grand-Slam-Titel, den ersten ohne seinen derzeit verletzten Bruder. In über dreieinhalb Stunden setzten sich Bryan und Sock 7:5 im fünften Satz gegen das südafrikanisch-neuseeländische Duo Raven Klaasen/Michael Venus durch. Für Sock war es der zweite Titel in Wimbledon nach 2014 mit dem Kanadier Vasek Pospisil. Der Doppelfinal der Frauen war eine fast rein tschechische Angelegenheit. Die beiden 22-jährigen Tschechinnen Barbora Krejcikova und Katerina Siniakova (links) doppelten nach ihrem French-Open-Triumph nach und besiegten die Tschechin Kveta Peschke und die Amerikanerin Nicole Melichar in drei Sätzen. Die 43-jährige Peschke, die viele Jahre beim TC Ried Wollerau in der Schweiz Interclub spielte, hatte in Wimbledon 2011 mit der Slowenin Katarina Srebotnik gewonnen. Nicola Spirig darf mit ihrem ersten Einsatz in der WM-Serie in diesem Jahr zufrieden sein. Die Schweizer Triathlon-Olympiasiegerin von 2016 verpasst das Podest als Vierte lediglich um fünf Sekunden. Wegen gesundheitlichen Problemen mit einer fünfmonatigen Sehnenentzündung am hinteren Oberschenkel sowie einem hartnäckigen Erkältungshusten hatte sich Spirigs Saisoneinstieg verzögert. In Hamburg bestritt die 36-jährige Zürcherin nach dem Gewinn von Olympia-Silber 2016 in Rio und der Geburt ihrer zweiten Tochter im Mai 2017 erst ihr zweites Rennen in der WM-Serie. Die Norweger Anders Mol (links) und Christian Sörum haben sensationell das Major-Turnier der Beachvolleyballer in Gstaad gewonnen. Sie gewinnen den Final gegen Pablo Herrera und Adrian Gavira 21:18, 21:12. Als bestes Schweizer Team hatten Adrian Heidrich und Mirco Gerson das Turnier im 9. Rang abgeschlossen. Am Sonntag geht der Event - einer von nur drei der höchsten Kategorie in diesem Jahr - mit den Finalspielen der Frauen zu Ende.

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