Sport kompakt

19. Juli 2018 13:05; Akt: 19.07.2018 13:16 Print

Uran steigt bei der Tour vom Sattel

Teamkollege von Shaqiri fällt gesamte Saison aus +++ Kambundji siegt auch in Bellinzona +++ Hischier & Co. im Sichtungscamp des Nationalteams +++

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Der Vorjahres-Zweite Rigoberto Uran gab bei der Tour de France verletzungsbedingt auf. Der 31-jährige Kolumbianer aus der EF-Mannschaft trat nicht mehr zur Etappe vom Donnerstag an, nachdem er sich auf dem neunten Teilstück nach Roubaix bei einem Sturz erhebliche Blessuren zugezogen und auf den ersten beiden Alpen-Abschnitten viel Zeit verloren hatte. «Ich habe mich nach dem Sturz nicht mehr erholt. Gestern hatte ich ab dem ersten Anstieg Schmerzen am ganzen Körper», sagte der am linken Bein und am linken Arm verletzte Uran. Das ist eine bittere Pille für den FC Liverpool: Alex Oxlade-Chamberlain dürfte wohl die gesamte Saison ausfallen. Die Knieverletzung, die sich die Offensivkraft der Reds im Champions-League-Halbfinal gegen die AS Roma am 24. April zuzog, erweist sich als schlimmer als angenommen. Eine Operation ergab, dass gleich mehrere Bänder gerissen sind. Zwar war dies dem Spieler und dem Club schon früher bewusst, aber der Mittelfeldspieler selbst wollte erst jetzt damit an die Öffentlichkeit gehen. «Ich denke, jetzt ist der richtige Zeitpunkt bekannt zu geben, dass er sich kommende Saison ausschliesslich auf seine Genesung und die Reha fokussieren wird», kommentierte Trainer Jürgen Klopp. Beim internationalen Meeting Galà dei Castelli in Bellinzona holte sich Mujinga Kambundji den grössten Applaus des Abends: Die Bernerin gewann das 100-m-Rennen in 11,13 Sekunden. Auch Julien Wanders (Stade Genève) über 3000 m und Fabienne Schlumpf (TG Hütten) über 5000 m liefen in Bellinzona Schweizer Topzeiten und zeigten auf, dass ihre Formkurve für die EM in Berlin stimmt. Wanders stellte in 7:50,35 Minuten eine persönliche Bestzeit auf und klassierte sich im 6. Rang. Wanders ist damit der zweitschnellste Europäer in dieser Saison. Zufrieden sein kann auch die 3000-m-Steeple-Spezialistin Schlumpf. Sie lief im 5000-m-Rennen in 15:23,44 Minuten mit persönlicher Bestleistung auf den 5. Platz, womit sie sich in der nationalen Allzeit-Bestenliste an vierter Position einreihte. Eishockey-Nationalcoach Patrick Fischer bot im Hinblick auf die Heim-WM 2020 insgesamt 23 Spieler zum zweiten Sichtungs-Camp der Nationalmannschaft auf. Dieses findet vom 29. Juli bis 2. August in Bern statt. Angeführt wird das Aufgebot von Nico Hischier (Bild), dem Overall-Nummer-1-Draft der New Jersey Devils von 2017. Insgesamt wurden sieben Spieler aufgeboten, die in der kommenden Saison in Nordamerika engagiert sind. Alle aufgebotenen Akteure sind zwischen 19- und 25-jährig. «Zwölf Spieler des letztjährigen Aufgebots waren Teil des WM-Silber-Teams von Kopenhagen und waren bereits im Vorjahr am ersten Prospect-Camp dabei», betont Raeto Raffainer, der Nationalmannschafts-Direktor. Das Camp soll den Spielern unter anderem die Gelegenheit bieten, das Spielsystem der Nationalmannschaft weiter zu vertiefen oder es erstmals kennenzulernen. Gut einen Monat vor den Kanu-Weltmeisterschaften (23. bis 26. August) in Portugal sind die deutschen Athleten entrüstet. Olympiasieger Sebastian Brendel (Bild) und seine Kollegen müssen ab sofort einen Teil der bei Dopingkontrollen entstehenden Kosten selber übernehmen. Grund ist der gestiegene finanzielle Aufwand für die Kontrollen, wie deutsche Medien berichten. Der Deutsche Kanuverband sehe sich nicht mehr in der Lage, die gesamten Kosten selber zu übernehmen, weshalb ein Teil davon auf die Sportler abgewälzt wird. «Das ist für uns natürlich unbefriedigend», wird Brendel zitiert. Es sei komisch, selber dafür bezahlen zu müssen, um zu zeigen, dass man sauber sei. «Jetzt müssen wir mit der Situation umgehen und nach Lösungen suchen», ergänzte der dreifache Olympiasieger. Doch kurzfristig ist keine Besserung in Sicht. Die Beiträge für den Kampf gegen Doping wurden im laufenden Jahr massiv erhöht, sie verdoppelten sich sogar beinahe. So muss der Kanuverband statt 47'000 Euro nun 87'000 Euro pro Jahr an die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland (NADA) bezahlen. Rund 300 Euro jährlich müssen die Kanuten jährlich aus der eigenen Tasche beisteuern. Das ist zwar nicht viel, doch für Athleten einer Sportart, die für Sponsoren nicht so lukrativ wie eine andere ist, schenkt das ein. Bei den Olympischen Spielen vom 24. Juli bis 9. August 2020 in Tokio wird die Rekordzahl von 339 Medaillen in 33 Sportarten vergeben. Der Schweizer Nationalfeiertag am 1. August 2020 wird dabei zum Super-Samstag mit Entscheidungen in 23 Sportarten. Das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees genehmigte am Mittwoch in Lausanne das Wettkampfprogramm für 2020. 2016 in Rio de Janeiro gab es noch 306 Medaillen in 28 Sportarten zu gewinnen. Das Programm der Spiele in Tokio enthält neue Sportarten und neue Disziplinen, die mit Blick auf jüngere Generationen aufgenommen wurden. Dazu gehören Basketball 3x3 (3 gegen 3 Spieler), Skateboarden und Surfen. Schon zwei Tage vor der Eröffnungsfeier beginnen die Vorrundenspiele im Fussball und Softball. Am ersten Wettkampftag findet unter anderem das Rad-Strassenrennen von Tokio bis zu den Ausläufern des Fujiyamas, dem höchsten Berg Japans, statt. Der ehemalige Formel-1-Teamchef Mo Nunn (im Archivbild von 1981 links neben Marc Surer) ist in den USA im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Brite gründete 1973 den Rennstall Ensign, den er drei Jahre später wieder verkaufte. Für Ensign fuhren auch die ehemaligen Schweizer Formel-1-Fahrer Clay Regazzoni (1977 und 1980) und Marc Surer (1979). Regazzoni verunfallte im März 1980 in einem Ensign und war danach gelähmt. Im Dezember 2006 starb Regazzoni bei einem Unfall auf einer italienischen Autobahn. Als Teamchef blieben Nunn die grossen Erfolge verwehrt, doch als leitender Ingenieur feierte er in amerikanischen Rennserien grosse Erfolge. So verhalf Nunn Emerson Fittipaldi zu dessen ersten Sieg bei den 500 Meilen von Indianapolis. Juan Pablo Montoya, Alex Zanardi und Jimmy Vasser führte er zu den Titelgewinnen in der Champ-Car-Meisterschaft.

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