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19. Juni 2018 21:07; Akt: 19.06.2018 21:16 Print

Happige Sperre für argentinischen Tennisprofi

Murray scheitert bei Comeback knapp +++ Bacsinszky muss aufgeben +++ Vögele früh out +++ Red Bull wechselt Motorenpartner +++ Semenya geht gegen«unfaire» Regel vor +++

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Nicolas Kicker ist von der Tennis-Untersuchungsbehörde (TIU) für drei Jahre gesperrt und mit 25'000 Dollar gebüsst worden. Der 25-jährige Argentinier, der in der Weltrangliste aktuell die 100. Position belegt, hat gemäss TIU im Juni 2015 und September 2015 bei Challenger-Turnieren im italienischen Padua und im kolumbianischen Baranquilla zweimal den Ausgang eines Matches beeinflusst. Zudem hat er einen Bestechungsversuch nicht gemeldet und bei den Untersuchungen gegen ihn nicht kooperiert. Der Schotte Andy Murray hat sein Wettkampf-Comeback nach fast einem Jahr Verletzungspause nur ganz knapp nicht erfolgreich gestalten können. Der ehemalige Weltranglistenerste, der sich im Januar einer Hüftoperation unterzogen hat und im Ranking bis an die 156. Position zurückgefallen ist, unterlag beim Rasenturnier im Londoner Queen's Club Nick Kyrgios (ATP 21) 6:2, 6:7 (4:7), 5:7. Die Partie dauerte 2:41 Stunden. Der Australier zeigte sich nach verlorenem Startsatz in den Schlüsselmomenten zwingender als Murray, der seit seinem Viertelfinal-Ausscheiden am 12. Juli 2017 in Wimbledon (gegen den Amerikaner Sam Querrey) keine Partie mehr bestritten hatte. Das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon, das der 31-jährige Murray schon zweimal gewonnen hat, beginnt am 2. Juli. Der Leidensweg von Timea Bacsinszky (WTA 312) geht weiter. Bei ihrem Comeback nach zwei Monaten Wettkampf-Absenz musste die Waadtländerin beim mit 25'000 Dollar dotierten ITF-Turnier in Montpellier in der 1. Runde aufgeben. Zu diesem Zeitpunkt der Partie lag sie gegen die Französin Sherazad Reix (WTA 239) 2:6, 1:2 zurück. Nach Angaben der Organisatoren des Sandplatzturniers in Südfrankreich litt Bacsinszky nach wie vor an den Folgen einer Wadenverletzung, die sie sich Anfang Mai am Turnier im marokkanischen Rabat beim Aufwärmen vor der ersten Partie zugezogen hatte. Stefanie Vögele (WTA 93) scheidet beim Rasenturnier in Mallorca in der 1. Runde gegen die Weissrussin Victoria Asarenka nach harter Gegenwehr aus. Die als Lucky Loser ins Haupttableau gerutschte Aargauerin unterlag der zweifachen Grand-Slam-Siegerin Asarenka 7:6 (7:4), 3:6, 5:7. Die Weissrussin, ehemals die Weltnummer 1, nimmt im Ranking nur noch die 85. Position ein. Das Formel-1-Team Red Bull wechselt auf die nächste Saison hin von Renault auf Honda als Motoren-Lieferant. Die Zusammenarbeit mit den Japanern, die in der laufenden Saison bereits das zweite Team von Red Bull, Toro Rosso, mit Antrieben ausstatten, ist vorerst auf zwei Jahre befristet. Mit dem Wechsel zu Honda endet eine zwölf Saisons dauernde Partnerschaft mit Renault, die sich in jüngster Vergangenheit nicht zur Zufriedenheit der «Roten Bullen» entwickelt hat. Zu Kritik hatten die Standfestigkeit und vor allem die Leistungsstärke der Aggregate aus Frankreich Anlass gegeben. Das Defizit im Vergleich zu den Antrieben der Konkurrenz von Mercedes und Ferrari soll zwischenzeitlich über 100 PS betragen haben. Red Bull hatte mit Unterstützung von Renault aber auch grossen Erfolg. Von 2010 bis 2013 gewann die Equipe des Getränkeherstellers mit Sebastian Vettel vier Fahrertitel und sicherte sie sich in dieser Phase stets auch den Sieg in der Konstrukteure-Wertung. Die zweimalige 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya will vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den Leichtathletik-Weltverband IAAF vorgehen. Der Einspruch der dreimaligen Weltmeisterin aus Südafrika vor der höchsten Sport-Instanz richtet sich nach Mitteilung ihrer Anwälte gegen die «unfaire» Regel der IAAF, die zum 1. November erneut Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit hohen natürlichen Testosteronwerten einführen will. Kernpunkt der Regel: Das Startrecht für Rennen zwischen 400 Metern und einer Meile bekommen Frauen künftig nur, wenn ein spezifischer Testosterongehalt im Blut (5 Nanomol pro Liter) nicht überschritten wird. Läuferinnen müssten künftig «innerhalb einer durchgehenden Periode von mindestens sechs Monaten – beispielsweise durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel» – ihren erhöhten Wert dauerhaft reduzieren. Die neue Regel sei «irrational» und «ungerechtfertigt», teilte die in London ansässige Anwaltskanzlei Norton Rose Fulbright mit. Der internationale Gerichtshof stützt den Einspruch der zweifachen 800-Meter-Olympiasiegerin. «Semenya hat beantragt, diese Regelungen für rechtswidrig zu erklären und zu verhindern, dass sie in Kraft gesetzt werden. Ein Schiedsverfahren ist eröffnet worden», heisst es in einer Mitteilung des CAS. Silvan Dillier wird im Juli seine erste Tour de France bestreiten. Der Aargauer gehört zum Aufgebot des französischen Teams AG2R. Nicht berücksichtigt wird dagegen der Luzerner Mathias Frank. Dillier, der Anfang April als Zweiter der Classique Paris - Roubaix überrascht hat, wird in der Frankreich-Rundfahrt vom 7. bis 29. Juli einer der Helfer von Teamleader Romain Bardet sein. Der Franzose, in den vergangenen zwei Jahren im Schlussklassement Zweiter und Dritter, will auch dieses Jahr ein gewichtiges Wort im Kampf um den Gesamtsieg mitreden. Die Nicht-Selektion von Frank hatte sich abgezeichnet. Der Innerschweizer ist in der laufenden Saison noch nicht wie gewünscht auf Touren gekommen. An der Tour de Suisse, in der er einen Spitzenrang in der Gesamtwertung anvisiert hatte, reichte es Frank lediglich zu Platz 17. Bernhard Heusler, der ehemalige Präsident des FC Basel, und Urs Wietlisbach wurden vom Exekutivrat von Swiss Olympic zu den neuen Präsidenten der Stiftung Schweizer Sporthilfe gewählt. Als CEO wird künftig Dominique Gisin tätig sein. Der ehemalige Wirtschaftsanwalt Heusler, Mitgründer der Beratungsfirma HWH AG, und Wietlisbach, Mitgründer der Vermögensverwaltungsgesellschaft Partners Group, folgen auf Max Peter. Dieser hatte sein Amt als Präsident Ende 2017 nach fünf Jahren aus beruflichen Gründen niedergelegt. Als eine der ersten Amtshandlungen konnten Heusler und Wietlisbach Dominique Gisin als CEO für die Stiftung Schweizer Sporthilfe gewinnen. Die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2014 wird ab 1. Oktober ihre Führungsaufgaben wahrnehmen. «Als ehemalige Spitzensportlerin weiss ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine gezielte Förderung und die finanzielle Unterstützung für junge Talente ist. Mit viel Engagement werde ich die Bedürfnisse der Athletinnen und Athleten und die Anliegen der Stiftung glaubwürdig nach innen und aussen vertreten können», so Gisin. Barry Trotz hat weniger als zwei Wochen nach dem Gewinn des Stanley Cup seinen Rücktritt als Trainer der Washington Capitals bekanntgegeben. Der 55-jährige Kanadier übernahm das Team um den russischen Superstar Alex Owetschkin im Mai 2014. Zuvor stand er während 17 Saisons bei den Nashville Predators an der Bande. Noemi Zbären (SK Langnau) kann in diesem Jahr keine Wettkämpfe bestreiten. Zunächst hatte die Hürdenläuferin die Hallensaison aufgrund eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel verpasst. Seit Frühling leidet sie an Schmerzen im Hüftbereich, die auch mit intensiver Therapie nicht verschwanden. An ein geregeltes Training war nicht zu denken. Swiss Athletics hat 21 weitere Athletinnen und Athleten für die Europameisterschaften in Berlin (6. bis 12. August) selektioniert. Aufgeboten wurden unter anderen mit Mujinga Kambundji (Bild) vom ST Bern und Lea Sprunger (COVA Nyon) zwei Medaillengewinnerinnen der EM 2016 in Amsterdam und mit Alex Wilson (Old Boys Basel) und Julien Wanders (Stade Genève) ein Duo, das in diesem Jahr schon mit Schweizer Rekorden glänzte. Die Qualifikations-Periode für Berlin dauert für einzelne Athleten noch bis zum 29. Juli. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte Swiss Athletics die Selektionen im Bereich Marathon bekanntgegeben.

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