Atlantic Challenge

12. Januar 2018 11:57; Akt: 12.01.2018 12:38 Print

«Als Erstes gibts Burger, Pommes und Bier»

von Barbara Lanz - Die vier Schweizer, die über den Atlantik rudern, erreichen demnächst ihr Ziel. 20 Minuten erreichte sie via Satellitentelefon beim Endspurt.

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Nach 30 Tagen und 6 Stunden sicher in Antigua angekommen: Das Team Swiss Mocean. Ziel erreicht: Das Schweizer Ruderteam bei der Ankunft in Antigua. Auch auf dem Atlantik wird Weihnachten gefeiert: Die vier Mitglieder des Schweizer Teams Swiss Mocean setzten sich passende Kopfbedeckungen auf. Grund für gute Stimmung gibt auch das bisherige Abschneiden des Teams. Der Zwischenstand vom 26. Dezember zeigte: Die Schweizer liegen auf dem hervorragenden vierten Platz. Noch dauert es aber eine Weile, bis sie am Ziel – in Antigua – anlegen können: Dort werden sie voraussichtlich erst am 17. Januar 2018 ankommen. Das Schweizer Team vor dem Start. Yves Schultheiss, Luca Baltensperger, Laurenz Elsässer und Marlin Strub treten als Viererteam für die Schweiz an der Talisker Whisky Atlantic Challenge an. Mit dem Boot Mrs Nelson rudern sie von La Gomera über den Atlantik ... ... nach Antigua. Das Team bei den Vorbereitungen auf der Kanareninsel La Gomera. Dazu gehört das Verpacken der Essensrationen. Die Schweizer haben Essen für 60 Tage. Bis zu 90 Tage könnte die Überfahrt dauern. 12'000 Kalorien verbrauchen die Ruderer pro Tag. Das wären 50 Hamburger. Drei Jahre lang haben die vier Männer trainiert und sich vorbereitet. Über 5000 Kilometer beträgt die Strecke, die sie auf dem Atlantik zurücklegen müssen. Zur Vorbereitung gehörte auch Überlebenstraining. Sollte auf dem offenen Meer ein Sturm aufziehen, müssen die Jungs vorbereitet sein. Gerudert wird teilweise nackt, um Reibung zu vermeiden. Abwechselnd in Zweierteams wollen die Schweizer durchgehend rudern. Sie seien bereit, sagen sie. Allerdings gehört zum Abenteuer auch Respekt. Man wisse schliesslich nicht, wie es sei, wenn man an seine Grenzen stosse.

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Das hätten sie sich wohl selbst nicht zugetraut. Noch nicht einmal 30 Tage sind die vier Schweizer Luca Baltensperger (26), Laurenz Elsässer (26), Yves Schultheiss (28) und Marlin Strub (26) von Swiss Mocean unterwegs, und schon fast haben sie ihr Ziel erreicht. Seit dem Start am 14. Dezember in La Gomera kämpfen die Ruderer bei der Talisker Whisky Atlantic Challenge gegen 27 andere Teams, die die gut 4700 Kilometer zurücklegen wollen.

20 Minuten begleitet die Jungs seit dem Start und erreicht sie kurz vor Ende ihrer Mission bestens gelaunt. «Wir sind ready für die Ankunft», sagt Luca Baltensperger. «Wir werden unser Mindset noch etwas anpassen und nochmal Gas geben», denn keiner von ihnen könne sich vorstellen, noch länger als bis Samstag auf dem Boot zu bleiben.

Dabei lief alles wie am Schnürchen beim Schweizer Team. Einmal mussten sie ankern, um einen kleinen Schaden am Boot zu reparieren, der Wind machte mit, grosse Stürme blieben aus. Nur einen richtigen Dämpfer habe es gleich in der ersten Woche gegeben: «Unsere Musikbox gab den Geist auf. Das war ein herber Schlag.» Ein paar Krisen habe es auch gegeben, doch Aufgeben sei nie zur Debatte gestanden.

Ein Podestplatz scheint sicher

Nach fast einem Monat auf kleinstem Raum sind die vier Freunde also immer noch entspannt. Die Momente in der Kabine, in denen man mit seinen Gedanken allein habe sein können, hätten gutgetan. Trotzdem: «Uns fehlen Schlaf, Auslauf und vor allem Essen. Essen, Essen, Essen.»

Die letzten Stunden bis zum Ziel gelten deshalb der Menüplanung: «Wir malen uns alles Mögliche aus, aber am Ende wollen wir einfach einen Burger, Pommes und Bier!» Und natürlich eine Umarmung der Liebsten. Die Familien der Ruderer sind bereits in Antigua und dürfen auf eine Sensation hoffen.

Am Donnerstagnachmittag ist das Swiss-Mocean-Team auf Platz 3 des Rennens. Das zweitplatzierte Team liegt nur knapp vor den Schweizern. «Hätte uns vor dem Rennen jemand gesagt, dass wir einen Podestplatz erreichen könnten, hätten wir ihn ausgelacht.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • meeseeks am 12.01.2018 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow

    hätte wohl vor einigen wochen niemand gedacht...grossen respekt an die vier männer! hoffe sie schneiden möglichst gut ab

  • Meckie am 12.01.2018 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bierglas als Pokal reicht völlig

    Tolle Teamleistung!! Nach meinem ersten Berglauf nahm ich das Bierglas von Bergbeizli als Trophäe nach Hause. Heute noch mein schönster Pokal;)

  • Ssndra am 12.01.2018 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Prost auf die 4!

    Coole Sache! Freue mich riesig für die 4! Geniesst die Ankunft mit euren liebsten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Connie Schmid am 13.01.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Jungs - ihr seid genial! Doch allen, die dieses Rennen beenden, einfach nur grossen Respekt!

  • Herr Schüssel am 13.01.2018 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tiefgründige Frage

    Wirklich eine beeindruckende Leistung! Aber was ich mich gefragt habe, wie läuft das mit dem WC? Ist eine Toilette vorhanden? Oder wie muss man sich das vorstellen?

    • Connie Schmid am 13.01.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

      die Schüssel ist ein Eimer

      Ganz einfach: Eimer und dann den Inhalt über Bord ;-)

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  • Te Rasse am 13.01.2018 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzliche Gratulation

    Und jetzt erst mal: en Guete

  • cecile am 13.01.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück...

    ... Euch tapferen Schweizern und Prost auf Antigua.

  • ueli am 13.01.2018 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    anker

    Wie ankert man auf dem atlantik? Ex sailor

    • Connie Schmid am 13.01.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Sailor? Treibanker?

      Als Seiler hast du sicher schon vom Treibanker gehört, oder?

    • Sehfahrer am 13.01.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      Seemannschaft ......

      Als langjaehriger Berufsseemann und Hobby Blauwassersegler muss ich sagen , dass das Ankern und der Treibanker zwei verschiedenen Zwecken dienen . Der Anker haelt das Seefahrzeug in Position am Grund , bei genuegender Wassertiefe . Der Treibanker stabilisiert das Seefahrzeug wenn es nicht fortbewegt wird , oder reduziert angetrieben wird ( Sturmsegel bei Schlechtwetter ) .-

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