Super Bowl 52

05. Februar 2018 17:52; Akt: 05.02.2018 18:07 Print

Statt Pfarrer ist er jetzt der «heilige Nick»

von Dominic Duss - Dank Quarterback Nick Foles schweben die Philadelphia Eagles im Superbowl-Himmel. Der 29-Jährige schöpft Kraft beim Beten.

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Über Nacht wurde er weltberühmt. Der Mann, der dem unvergleichlichen Tom Brady im NFL-Final die Show stahl, zum Matchwinner und wertvollsten Spieler der 52. Superbowl wurde. Nicolas Edward «Nick» Foles hat eine bewegte Karriere hinter sich, welche am Sonntag vor einem Milliardenpublikum mit dem Gewinn der Superbowl einen Höhepunkt fand. Dabei spielte er letztes Jahr noch mit dem Gedanken, seinen Rücktritt als NFL-Profi zu geben.

Denn seine Karriere war ein Auf und Ab gewesen. 2012 war Foles als Nummer 88 von den Eagles gedraftet worden. In Philadelphia unterschrieb er damals einen Vertrag über vier Jahre und entwickelte sich zum Starting Quarterback – startete in seinem ersten Spiel als solcher gleich mit einem Touchdown durch –, verpasste jedoch mit einer gebrochenen Hand den Schluss der Saison. In der folgenden Spielzeit entfaltete sich der Südstaatler weiter. Er stellte einen neuen Rekord auf: Als jüngster Spieler der NFL-Geschichte realisierte er sieben Touchdowns in einer Partie. Doch im Playoff schied Foles mit den Eagles in der ersten Runde aus.

«Ich möchte Pastor werden»

2015 wechselte er im Tausch für einen anderen Spieler zu den St. Louis Rams, spielte dort aber seine schlechteste NFL-Saison. In gegenseitigem Einvernehmen wurde Foles' Vertrag aufgelöst. Daraufhin verpflichteten ihn die Kansas City Chiefs, wo er jedoch nur vereinzelt zum Einsatz kam und schliesslich entlassen wurde. Dennoch holten die Philadelphia Eagles den Texaner zurück, was im Nachhinein zum Coup wurde. Als Starting Quarterback Carson Wentz am 14. Spieltag der Regular Season mit einem Kreuzbandriss ausfiel, sprang Foles ein und mauserte sich innert weniger Wochen vom Ersatzmann zum gefeierten Helden.

Schon nach den Playoff-Siegen über Atlanta und Minnesota war er von Fans als «heiliger Nick» hochgejubelt worden. Das kommt nicht von ungefähr, denn Foles ist bekennender Christ. Auf seinem Twitter-Account beschreibt er sich: «Believer in Jesus Christ, husband, father, son, brother» – zu Deutsch: gläubiger Christ, Ehemann, Vater, Sohn, Bruder. Das Beten habe ihm nach seiner Verletzung bei der Entscheidung geholfen, in der NFL zu bleiben. Vor der Superbowl hatte der 29-Jährige verraten: «Ich möchte Pastor an einer Highscool werden.» Seine Anhänger dürften nun sagen: «Gott sei Dank ist er (noch) nicht Priester geworden.»

Ein Familienmensch

Foles, der neben dem Feld mit seiner schmächtigen Statur und der aufgesetzten Brille eher wie ein Student denn wie ein American-Football-Spieler wirkt, überlegte sich auch schon, wie sein Vater ein Restaurant zu eröffnen. Emotionen geweckt und viele Sympathien gewonnen hat der Quarterback nach dem Titelgewinn, als er seine kleine Tochter Lily herzhaft knuddelte. Das zeigt, wie wichtig ihm auch seine Familie ist – und vielleicht hat er mit ihrer Unterstützung seine Karriere erst richtig lanciert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jamaika Jamal am 05.02.2018 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gigantisch

    Nick Foles spielte gestern mindestens so gut wie Brady. Wenn nicht sogar besser. Respekt Mr. Foles.

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  • Swissman73 am 05.02.2018 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Er hat es durchgezogen

    Nick Foles ist nicht über Nach berühmt geworden. Nur berühmter als vorher. Also es ist ja so: Die hiesigen Medien kannten Foles nicht. Machen jetzt natürlich einen Hype drum. Wir Football-Fans kennen ihn natürlich schon lange. Übrigens Brady wurde beim Draft im Jahr 2000 als Nr. 199 gezogen, dies so nebenbei. Es war der beste Superbowl den ich je gesehen habe, mit den verdienten Siegern am Schluss. Nicht der Sieger, die Sieger. Auch Football ist ein Teamsport.

  • corvette6 am 05.02.2018 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nick Foles

    Ist nächste Saison definitiv kein Backup mehr sondern Starter.... Weiter so Mr. Foles :-))))

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Die neusten Leser-Kommentare

  • EnBWler am 06.02.2018 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schmächtig?

    Der Kerl ist 1,98 m und wiegt so ungefähr 110 kg. (Quelle rannfl) Nur zum Vergleich: Brady 1,93 m und 100 kg. Case Keenum (Minnesota Vikings) ist schmächtig: 1,85 m und 95 kg. #skol

  • SCBern am 06.02.2018 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist sport

    Cool ist das von der ganzen manschaft nicht von einem einzelnen!

  • Slado am 05.02.2018 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Klar wieso

    Weder Foles noch Bardy haben das Spiel entschieden, sondern die schwächere Defence der Patriots, insbesondere die 2 Guards, die Brady nicht die Zeit verschafften und die Center, die das effiziente Laufspiel nicht unterbinden konnten. Die Defence machte den Unterschied!

    • Mike am 06.02.2018 08:16 Report Diesen Beitrag melden

      komisches Begriff Wirrwar

      Was erzählst Du da? Center die das Laufspiel nicht unterbinden? Defence insbesondere Guards?? Du meinst wohl die defensive tackles welche das Laufspiel nicht unterbunden haben?

    • EnBWler am 06.02.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Ja nee, is klar

      Er meint die beiden Guards der O-Line, die aber noch vertretungsweise in der D-Line stehen und da Brady nicht schützen konnten.

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  • bartender am 05.02.2018 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirt

    im neustädtli gibts für den betenden auch ein römer ahv:)

  • Herr Max Bünzlig Live vom Ochsen am 05.02.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    der Pfarrer kann gerne in den Ochsen kommen, ein Einerli ist Ihm sicher