Eiskunstlauf

16. Oktober 2008 11:10; Akt: 16.10.2008 12:51 Print

Stéphane Lambiel tritt zurückStéphane Lambiel tritt zurück

Der zweifache Weltmeister Stéphane Lambiel tritt vom Wettkampfsport zurück. Eine Verletzung an den linken Adduktoren zwang den 23-jährigen Unterwalliser zu diesem Schritt.

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Am 16. Oktober 2008 beendet Lambiel seine erfolgreiche Karriere. Ein herber Verlust für die Sportart und die Schweiz. Stéphane Lambiel wurde 1998 erstmals Schweizer Juniorenmeister. Im Jahr 2000 sicherte er sich den ersten Titel bei den Erwachsenen. 2001 kam Lambiel bei der Junioren-WM auf den fünften Rang. Ein Jahr später schickte Swiss Skating Lambiel an die Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City. Das war der Lohn für den 4. Platz an der EM. Bei Olympia wurde Lambiel 15. Bei der WM kurz darauf kam er auf Rang 18. Lambiel an den Olympischen Spielen 2002. Art on Ice in Zürich begeleitete Lambiel durch seine Karriere. So auch 2003. An der EM 2003 erreichte Lambiel Platz 5, an der WM verbesserte er sich ebenfalls. Lambiel näherte sich kontinuierlich der Weltspitze. Vierter an der WM 2004 und Sechster an der EM. Den ersten Triumph feierte Lambiel an der WM 2005 in Moskau, wo Jewgeni Pluschenko verletzt absagen musste. Lambiel überzeugte mit dem «King Arthur» Soundtrack. Für Turin 2006 war Lambiel bereit. Die Olympischen Spiele wurden zum Erfolg. Silber sprang für den Walliser heraus. Bei der EM holte Lambiel ebenfalls den zweiten Platz. Auch dort hinter Pluschenko. Gold gab es dann wieder an der WM. Doch wieder war Superstar Pluschenko abwesend. Damit wurde er zum ersten Schweizer Doppel-WM-Sieger im Eiskunstlauf. Die Leistungen wurden gebührend gelobt. Hier ein Empfang bei Bundesrat Samuel Schmid. 2007 tanzte sich Lambiel zu Gold beim Grand Prix Final zum zweiten Mal in seiner Karriere. Von der WM 2007 musste sich Lambiel zurückziehen. Dafür konnte er bei der WM in Göteborg 2008 mitmachen. Allerdings gelang ihm keine perfekte Performance. Es reichte nur für Rang 5. Der Rücktritt: Lambiel macht eine Verletzung an den linken Adduktoren zu schaffen. Olympia: Silber 2006 WM: 2-mal Gold (2005/2006), einmal Bronze (2007), einmal Vierter (2004), einmal Fünfter (2008). EM: Zweimal Silber (2006, 2008), einmal Vierter (2005), einmal Sechster (2004) Schweizer Meister: Achtmal (2001 - 2008), zweimal Juniorenmeister (1998, 1999) Grand Prix Finals: Zweimal Gold (2006, 2008) Sieg beim Skate Canada International (2007), Zweite Plätze beim Cup of China (2007) und Cup of Russia (2006, 2008) und ein dritter Platz beim Cup of China (2008). Dazu weitere Erfolge bei kleineren Wettkämpfen und diverse Platzierungen an Europa- und Weltmeisterschaften.

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«Ich war in den vergangenen Wochen nie in der Lage, hundertprozentig richtig zu trainieren», sagte Lambiel. «Um eine Chance auf einen Titelgewinn zu haben, müsste dies aber sein, da reichen 90 Prozent nicht.» Denn das neue Wertungssystem erfordere von den Läufern eine ganz enorme athletische Verfassung.

Ursprünglich hatte Lambiel noch bis nach der Olympia-Saison weitermachen wollen, um 2010 in Vancouver nach dem Gewinn der Silbermedaille 2006 in Turin seiner grossartigen Karriere das i-Tüpfelchen aufzusetzen. Um sein letztes grosses Ziel zu erreichen, entschloss er sich nach dem 5. WM-Rang in Göteborg im März zu einem Neuanfang. Er verliess seinen langjährigen Trainer Peter Grütter, um bei Viktor Petrenko, Olympiasieger 1992, und Galina Smijewska in Wayne, New Jersey, neue Impulse zu erhalten. Zwar fühlte sich Lambiel in den USA wohl, doch das Trainieren war eine Plackerei, da die an der WM in Göteborg erlittene Adduktorenverletzung sich wieder bemerkbar machte.

Alles unternommen - vergeblich

Lambiel unternahm alles, um wieder ganz fit zu werden - er ging mehrmals zu Bayern-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach München. Zwar ging der Schmerz mehr und mehr zurück, aber nicht genügend. «Ich hoffe, dass man versteht, dass ich nach dem Gewinn von zwei Weltmeistertiteln (2005 in Moskau und 2006 in Calgary, die Red.) und einer Silbermedaille bei Olympia nichts anderes als Goldmedaillen anvisieren wollte», erklärte der achtfache Schweizer Meister. Da dies seiner Meinung nach unter den gegebenen Umständen nicht möglich ist, zog er nun den Schlussstrich.

Herber Schlag für den Sport

Das Ende seiner Amateurkarriere bedeutet für den Sport einen herben Schlag. Lambiel war einer der wenigen Läufer, dem es nicht nur primär darum ging, möglichst viele Punkte zu sammeln, sondern der das Publikum unterhalten wollte. Bestes Beispiel dafür war seine in den letzten beiden Saisons gelaufene Flamenco-Kür, die ein wahres Kunstwerk war. Der zweifache EM-Silbermedaillengewinner betrieb dafür einen immensen Aufwand.

Weiterhin bei Art on Ice

Trotz seines Rücktritts können ihn die Fans jedoch weiter bewundern. Lambiel will auch künftig bei Eis-Galas auftreten. So wird er 2009 beispielsweise bei Art on Ice in Zürich (29. Januar bis 1. Februar) und Lausanne (3./4. Februar) laufen.

(si)