MMA-Kämpferin Ronda Rousey

12. August 2017 15:29; Akt: 12.08.2017 16:23 Print

Vom zweiten K. o. erholte sie sich nie mehr

von A. Hunziker - Die MMA-Kämpferin Ronda Rousey war ein Star, sie galt als unbezwingbar. Dann passierte das Unvorstellbare, nun steht sie vor einer Zäsur.

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Ronda Rousey war eine äusserst erfolgreiche MMA-Kämpferin. Die Kalifornierin hatte eine Bilanz von 12:0 Siegen, sechs davon erreichte sie in der UFC. Bei ihren letzten drei Siegen legte sie ihre Gegnerinnen in 66, 16 und – hier Cat Zingano – in 14 Sekunden flach. Rousey, mit Spitzname Rowdy, galt als unbesiegbar. Sie wurde auch neben dem Oktagon zum Star. Die Amerikanerin war Teilzeitmodel und zierte im Februar 2015 die Swimsuit-Ausgabe der «Sports Illustrated». Alle wollten was von Ronda Rousey. Die MMA-Kämpferin genoss den Rummel sichtlich. 2012 liess sie sich für die Body-Ausgabe des «ESPN»-Magazins sogar nackt ablichten. Rousey war ein Traum für viele Männer, doch sie ist seit 2015 vergeben, an den MMA-Fighter Travis Browne. Die beiden gaben im letzten April ihre Verlobung bekannt, der 35-jährige Amerikaner hatte ihr in Neuseeland einen Antrag unter einem Wasserfall gemacht. Ja klar, auch in der Schauspielerei versuchte sie sich, wie hier in Expendables 3. Sie arbeitete dabei mit den grossen Stars Arnold Schwarzenegger (l.) und Sylvester Stallone zusammen. Vor ihrer grossen MMA-Karriere war die Amerikanerin Judoka, sie gewann an den Olympischen Spielen in Peking 2008 die Bronzemedaille. Doch dann kam Holly Holm und besiegte die Unbesiegbare, es war Rouseys erste Niederlage in ihrem 13. Kampf, der Bantam-Weltmeistertitel der UFC war weg. Die Besiegte hatte nach der Pleite mit Suizid-Gedanken zu kämpfen, wie sie in einem Interview mit der amerikanischen TV-Talkmasterin Ellen DeGeneres preisgab. Es dauerte über ein Jahr, bis Rousey für ihr Comeback bereit war. Sie wollte sich gegen Amanda Nunes den WM-Titel zurückholen. Doch Nunes hatte was dagegen und gewann bereits nach 48 Sekunden durch technischen K.o. Für Rousey war es die zweite empfindliche Niederlage in Serie. Davon schien sie sich nie mehr richtig erholt zu haben. Darum erwägt sie nun offenbar einen Sportartenwechsel. Diverse Medien berichten, dass sie sich im Wrestling versuchen will. An Wrestlemania 31 schnupperte sie bereits einmal Wrestling-Luft an der Seite von The Rock. UFC-Boss Dana White geht jedenfalls davon aus, dass Rousey nie mehr in das UFC-Oktagon zurückkehren wird. Er zweifelt gar daran, ob sie je wieder einmal in einen Ring steigen wird. White ist überzeugt: «Sie wird heiraten und Kinder kriegen.»

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Der Kontrast war ihr Markenzeichen. Ronda Rousey, einerseits sexy und verführerisch, im Ring aber eine Furie. Niemand konnte sie stoppen. Ihre MMA-Bilanz lag bei 6:0 Siegen und sie war die erste Frau, die in der Ultimate Fighting Championship, in der aktuell der Schweizer Volkan Oezdemir für Furore sorgt, einen Vertrag unterschrieb (2012). Auch in der UFC leuchtete ihr Licht immer heller, sie verlor keinen Kampf, bis die Bilanz auf 12:0 aufgebessert war, verteidigte ihren Weltmeistertitel in der Bantamgewichtsklasse dabei sechsmal.

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Rouseys Ruf machte sie zum grössten Star der UFC. Sie, die vom Judo zum MMA gekommen war, bekannt für einen Kampfstil, der die Gegnerinnen am Ende im sogenannten Arm-Schraubstock zu armseligen Kreaturen machte. So gewann sie neun ihrer zwölf Kämpfe, acht davon gingen bereits in der ersten Runde zu Ende.


Suizid-Gedanken nach überraschender Pleite

Die Kalifornierin wurde in der Folge auch Schauspielerin (unter anderem in «The Expendables 3» und «Fast & Furious 7») und posierte bei Fotoshootings in aufreizender Manier. Es schien, als könnte sie niemand aus dem Kampfsport-Olymp verdrängen.

Doch dann kam Holly Holm. Bis zu ihrem Kampf gegen Rousey war die fünf Jahre ältere Holm ebenfalls ungeschlagen geblieben, doch sie hatte in der UFC erst zwei Siege eingefahren und war die klare Aussenseiterin.

Holm aber zeigte im November 2015 ihre Klasse und traf Rousey in der zweiten Runde mit einem Kick an den Kopf derart schwer, dass die Überfliegerin der Kampfsportszene plötzlich bewusstlos am Boden lag – vorbei war die dreijährige Herrschaft als Weltmeisterin.

Von diesem Schock erholte sich Rousey nicht mehr. Sie kämpfte danach mit Suizid-Gedanken, wie sie in einem Interview mit der amerikanischen TV-Talkmasterin Ellen DeGeneres preisgab.

Comeback ging in die Hose

Rowdy, wie Rousey auch genannt wurde, brauchte über ein Jahr, um wieder in den Ring zu steigen. Sie bekam aber sogleich die Chance, ihren verlorenen WM-Titel zurückzuholen. Im Dezember 2016 trat sie aber nicht gegen Holly an – diese hatte den Titel im nächsten Kampf gegen Miesha Tate sogleich wieder verloren, sondern sie traf im Ring auf Amanda Nunes.

Rousey schien also auf dem Weg der Besserung, da sie ja wieder kämpfen wollte. Ihr Comeback blieb jedoch glücklos, bereits nach 48 Sekunden gewann Nunes durch technischen K. o. Seither ist es um die heute 30-jährige Rousey stiller geworden.


Wrestling oder Familie?

Nun machen sich aber Gerüchte breit, dass Rowdy wieder das Rampenlicht sucht. Aber nicht wie bis anhin im UFC-Oktagon, sondern im Wrestling-Ring. Die Fighterin selber gab auf ihrer Website an, dass «grosse Neuigkeiten» anstehen, mehr gab sie nicht preis. Wie einige Medien bereits zu wissen scheinen, soll die Kalifornierin das Training in der Santino Brothers Pro Wrestling School schon bald beginnen.

Für Rowdy wäre dieser Wechsel ins Sport-Entertainment kein absoluter Neuanfang. Denn bei Wrestlemania 31 im März 2015 schnupperte sie bereits Showluft. Sie stieg dort mit The Rock, Triple H und Stephanie McMahon in den Ring. Im Wrestling müsste Rousey sicher weniger einstecken als noch im Oktagon. UFC-Boss Dana White geht davon aus, dass sein ehemaliges Aushängeschild nie wieder in den MMA-Ring zurückkehrt: «Ich glaube, die Fans haben noch nicht realisiert, dass sie zurücktreten wird. Sie verliert nicht gern. Also wird sie ein nächstes Kapitel aufschlagen.»

Wir sind gespannt, ob Rowdey im Wrestling zu alter Berühmtheit zurückfindet und damit ihrem Namensvetter, der 2015 verstorbenen Wrestling-Legende «Rowdy» Roddy Piper, alle Ehre macht. Oder aber sie wird sich gänzlich aus dem Rampenlicht zurückziehen. White formulierte es so: «Sie wird heiraten und Kinder kriegen.» Auch das ist möglich, ist sie seit April doch mit dem MMA-Fighter Travis Browne verlobt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rust am 12.08.2017 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Arrogant

    Sie wurde leider EXTREM überheblich und Ihre erste Niederlage wurde von vielen gefeiert, denn häufig verspottete Sie ihre Gegnerinnen.

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  • Mike am 12.08.2017 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Das äussere Spiel vs das innere

    Sie war wohl zu stark auf ihr äusseres Spiel (Ego) fixiert, so dass sie ihr inneres vergass, nämlich einfach nur ihr bestes zu geben. Es ist eine Kunst, beide Spiele in einer gesunden Balance zu halten, insbesondere beim Sport. Ein Roger Federer beispielsweise beherrscht sein inneres Spiel geradezu perfekt. Die meisten Menschen sind allerdings dazu nicht gewillt und fallen nach einem Höheflug, sei es beim Sport oder in der Karriere, ins tiefe Loch.

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  • Snooker am 12.08.2017 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist so

    Bekanntes Sprichwort. Man kann nicht immer gewinnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissman73 am 14.08.2017 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht weiter schlimm...

    Pech wenn man in einer Kampfsportart nicht verlieren kann... Dann kommt es eben so wie es gekommen ist. Ist auch besser, wenn nur echte Kämpferinnen diesen Sport betreiben, sonst kann man sich noch wehtun.

  • Andi Bühler am 14.08.2017 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Hochmut

    kommt vor dem Fall. Rousey ist ein klassisches Beispiel. Die ausgezeichnete Judoka wollte innehalb eines Jahres lernen, zu Boxen. Wahrscheinlich weil ihr Stil zwar effektiv, aber etwas langweilig war. Mit dem üblichen 'Ground-Game' hätte sie wahrscheinlich beide Gegnerinnen geschlagen.

  • Invalidenproduktion am 13.08.2017 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    gut versichert?

    Hoffentlich, dass sie eine sehr gute Krankenkasse oder wie es auch in ihrem Land die Versicherung heisst

    • Thomas am 13.08.2017 14:42 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher schon

      Im Gegensatz zu Boxen und all den anderen Kampfsportarten, versichert die UFC jede einzelne ihrer Kämpferinnen. Dito bei den Männern. ps. ..Zur Info, In der UFC gab es noch keinen Toten! ...was die Cheerleading-Vereinigung in den USA nicht sagen kann.

    • Karl am 13.08.2017 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Betonung auf noch. Man muss dabei auch berücksichtigen, wie lange es den mma als anerkannte Sportart gibt, und wie lange das cheerleading...

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  • cph4 am 13.08.2017 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sport?

    Wie kann man es blos wagen, diesen beinahe schon "kriminellen Schwachsinn" als SPORT bezeichnen?

    • Zrkd am 13.08.2017 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @cph4

      Es ist technischer und vielschichtiger als viele andere Sportarten. Kaum ein Sport verlangt Körper und Geist eine solche Leistung ab, und wenn beide kämpfen wollen, und sich der Konsequenzen bewusst sind, dann habe ich auch mit der Brutalität kein Problem.

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  • Sevix am 13.08.2017 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verlieren gehört dazu

    echt hübsches mädel.....aber auch verlieren gehört zum sport...so eine starke kämpferin...welche soviel erreicht hat...und psychisch so labil....schade