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Fedor vs. Lesnar
15. April 2010 14:25; Akt: 15.04.2010 15:07 Print
Wann kommt der Superfight?
von Patrick Toggweiler - Seit Jahren ködert die UFC ihre Fans mit dem Fight zwischen Brock Lesnar und Fedor Emelianenko. Dem Kampf droht das gleiche Schicksal wie Klitschko vs. Walujew.

Brock Lesnar (l.) vs. Fedor Emelianenko bleibt weiterhin Wunschdenken der Fans.
Der seit neun Jahren und 28 Kämpfen unbesiegte Russe Fedor Emelianenko gilt als der beste Schwergewichts-Kämpfer der Welt. Soeben haben ihn die Leser des deutschsprachigen Fachmagazins «Ground and pound» überlegen zum «Kämpfer des Jahres international» gewählt.
Der ehemalige Wrestler Brock Lesnar, 121 Kilo schwer, mit dem furchteinflössenden Messer-Tattoo auf der Brust, hält den Titel des grössten MMA-Verbandes UFC. Ein Aufeinandertreffen der beiden wird herbeigesehnt, wie im Boxen das Duell eines Klitschkos gegen den Hünen Nikolai Walujew als dieser noch einen Weltmeistergürtel trug. Zu diesem Fight kam es letztlich nie – Walujew verlor seinen Gürtel an David Haye und das Massen-Publikum damit das Interesse am Kampf.
Dass es dieses Aufeinandertreffen nie gab, liegt unter anderem an den exklusiven TV-Verträgen. Boxstall Sauerland, für den Walujew kämpft, lässt sich von der ARD produzieren, die Klitschkos sind bei RTL unter Vertrag. Einziger Verlierer des Kampfes, den es nie gab: Das Publikum. Ähnlich verhalten sich die Probleme beim Kampf zwischen Brock Lesnar und Fedor Emelianenko.
Leere Versprechungen
«[Lesnar] wurde soeben Schwergewichts-Champion. Wir werden den Deal besiegeln. Und dann machen wir Brock vs. Fedor und es wird ein riesen Fight», versprach UFC-Präsident Dana White im Jahre 2007. Dass der Kampf bis heute nicht stattgefunden hat, liegt vor allem daran, dass Dana White die Erfahrung machen musste, dass sich nicht alles und jeder kaufen lässt. Die UFC verlangt von ihren Kämpfern Exklusivverträge. Fedor will aber parallel an Sambo-Turnieren teilnehmen. Wie üblich in solchen Fällen, schieben sich die beiden Parteien die Schuld gegenseitig zu, dass die Verhandlungen gescheitert sind. Ausserdem verhindert der Knebelvertrag der UFC mit Brock Lesnar, dass er sich mit Fedor andersweitig einigen könnte.
Fedor schwächelt
Obwohl die gesamte MMA-Gemeinde diesen Kampf herbeisehnt und er Rekordeinschaltquoten bescheren würde – der beste Zeitpunkt ist vorbei. So will «Ground and pound» beim Russen gewisse Schwächen festgestellt haben: «Im Gegensatz zum bisherigen Verlauf seiner Karriere zeigte der 'letzte Kaiser' im vergangenen Jahr allerdings erste Schwächen, war keineswegs der dominante Kämpfer, den man erwartete. Zwei Kämpfe bestritt er 2009. In beiden schien er zuweilen arg in Bedrängnis gewesen zu sein, auch wenn er dies selbst nach den Kämpfen natürlich kategorisch verneinte».
Brock krank
Auch Brock Lesnar erfreut sich nicht der Form seines Lebens. Kurz vor seiner Titelverteidigung gegen den ungeschlagenen Shane Carwin im Oktober 2009 zog er den Kampf zurück. Er sei noch nie im Leben so krank gewesen, liess er verlauten. Später hiess es, er leide unter Pfeifferschem Drüsenfieber. Wochen darauf verhinderte eine Dickdarmerkrankung ein Aufeinandertreffen mit Carwin, der sich mittlerweile interimistisch den Schwergewichts-Titel geholt hatte. Im Juli folgt dann der nächste Versuch, die beiden aufeinander los zu lassen.
UFC wie Boxen
UFC wollte nie wie Boxen sein. Nicht in der Politik ertrinken, sondern reinen Kampfsport bieten. Trotzdem gelang es mehrere Jahre lang nicht, den Zuschauern den Kampf zu offerieren, den sie wirklich wollen. Dies, weil es der UFC nicht gelingt, Fedor Emelianenko unter Vertrag zu nehmen. Die Besitzer der UFC haben zwar Fedors alten Verband (Pride) gekauft – den Russen aber haben sie noch immer nicht. Währenddessen nagen die Spuren der Zeit an den beiden Hauptdarstellern dieses Dramas. Das Schwergewichtsboxen lässt grüssen.





























