Auch das noch

06. November 2012 09:22; Akt: 06.11.2012 15:00 Print

«Vor neun Monaten las mein Mami ‹Fifty Shades›»

«Fifty Shades of Grey» wird gerne von Kritikern auch «Mummy Porn» genannt. Müssen deswegen Babys jetzt mit Motto-Stramplern durchs Leben krabbeln?

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Es geht um Unterwerfung, Dominanz, Lustschmerz und die Aufarbeitung eines Missbrauch-Traumas, wenn Milliardär Christian Grey seine Anastasia Steele von allen Seiten nimmt. Die Trilogie «Fifty Shades of Grey» von E.L. James ist ein Millionen-Bestseller. Wers mag, der liests.

SadoMaso-Strampler für die Kleinsten

Doch sitzt die Millionen-Leserschaft erst einmal im Boot, hören schlaue Vermarkter schon den ganz grossen Zaster knistern. Merchandising – ein Zauberwort, das nicht nur «Harry Potter»-Autorin J.K. Rowling zur Milliardärin machte. Über den Sinn von überteuerten Zauberstäben, Hexenmänteln oder Plastik-Puppen können Erziehungsberechtigte und Kinder gerne debattieren. Schliesslich sind die Kleinen die Zielgruppe.

Beim Verkauf von «Fifty Shades of Grey»-Artikeln liegt der Fall anders. US-Kritiker prägten den Begriff «Mummy Porn», weil die Abenteuer von Anastasia und Christian vor allem von – eben – Mamis gelesen werden. Trotzdem muss der Nachwuchs dran glauben: Da gibt es Pullöverchen mit dem Aufdruck «I'm the result of Mommy reading Fifty Shades of Grey» oder Strampler mit dem Schriftzug «I pretend Christian Grey is my daddy» zu kaufen. Wenn Mami oder Papi auf das Buch stehen, wird das Baby via Lätzli-Propaganda zum «By-product of Fifty Shades of Grey».

Klar, Babys werden bei Motto-Mode immer zur Werbefläche. Ob für «Mein kleines Pony», «Cars» oder andere kinderaffine Themen. Bloss gehts hier um was anderes: Um ein babyfernes Universum. Oder liessen Sie Ihr kleines Töchterchen mit Handschellen spielen? Wahrscheinlich nicht.

Modischer Schutz für Kleinkinder

Nun, liebe Eltern, ein bisschen Tabu-Bruch, Selbstironie und – wer weiss – Humor möge auch dabei sein. Aber Babys begreifen Ironie, Suberversivität oder lustige Eltern-Witze noch nicht. Und gehören deshalb modisch manchmal auch vor ihren Eltern geschützt.

(bbe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sonja B am 07.11.2012 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um nichts!

    Als a) Buchhändlerin und b) BDSM Kenner muss ich sagen, dass diese Bücher 1) handwerklich schlecht geschrieben und 2) weit entfernt von der BDSM Realität sind

  • Roland T. am 06.11.2012 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Vom Lesen wird man nicht schwanger

    Und ich dachte immer, vom Lesen eines Buchs wird man (Frau) nicht schwanger ...

  • Franc am 06.11.2012 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Einziger?

    Ich kann das ganze Tamtam nicht verstehen. Selbst die bravste und keuscheste Mutti liest jetzt das Buch. Ein Marketingerfolg auf der ganzen Linie.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sonja B am 07.11.2012 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um nichts!

    Als a) Buchhändlerin und b) BDSM Kenner muss ich sagen, dass diese Bücher 1) handwerklich schlecht geschrieben und 2) weit entfernt von der BDSM Realität sind

  • manuesli am 06.11.2012 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg bringt Neider

    Primär kann all denen gesagt werden, die hier wettern von wegen schlecht geschrieben, langweilig ect. , macht es zuerst mal besser. Ob ein Buch gut oder schlecht ist liegt immer im Auge des Betrachters, aber trotzdem sollte man ein gewisses Mass an Anstand besitzen und nicht ein Buch und vor allem eine Autorin derart schlecht machen. Der Erfolg von SoG spricht für sich und das Buch findet wie ich erlebt habe in sämtlichen Schichten anklang! Sind wir doch mal ehrlich, der grösste Teil all jener die nur negatives finden, sind leider nur Neider.

    • tobi am 06.11.2012 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      @manuesli

      lustig finde ich leute die andere, weche etwas "schlecht" finden immer als neider bezeichnen. auf was soll man hier bitte neidisch sein? mit kritik muss man umgehen können sorry. warum sich das buch verkauft hat? weil es ein "tabubruch" war.. vorallem in der USA, das es nacher auch nach europa kam ist auch normal -> mainstream halt.

    • Manuela am 07.11.2012 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Tabubruch, wo?

      @Tobi Schlecht finden und schlecht machen sind zwei paar Schuhe! Es gibt hier def. Kommentare die nur darauf abzielen das Buch wie auch oder vor allem die Autorin schlecht zu machen und solch ein Verhalten hat ausschliesslich mit Neid zu tun! Und zum Erfolg, wo bitte ist der Tabubruch? Schalt den Fernseher ein, da siehst du tagsüber Schlimmeres oder lies 80 Days, ist deutlich schlimmer um nicht zu sagen primitiv obszön und nicht halb so erfolgreich, deine Theorie geht meines Erachtens nicht auf, sorry!

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  • la luna am 06.11.2012 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    shades of grey

    Ich fand das buch super. Praktiziere ken sm fand aber das Buch interessant und kurzweilig. Hab alle 3 gelesen. :)

  • Lola Roses am 06.11.2012 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fässelndes Buch(jeder will doch einen Grey besitze

    Also wer hier schreibt das Buch wäre nicht gut und dieses wäre nur langweillig frage ich mich von wo wisst ihr das? Jedermanns geschmack ist anders. Somit ist es klar das es einigen gefällt anderen nicht. Und ich bin 20 Jahre alt und habe einige Kolleginen denen gefällt das Buch auch.

  • Friederike von Stein am 06.11.2012 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Shades of Grey

    Ich bin mit Sicherheit eine lustvoll geprägte Frau und stehe auch nicht immer nur auf Gänseblümchensex. Traurig, dass die mainstream-Leserin sich um solch schlechtgeschriebene Literatur reißt, sorry, ich musste mich durchquälen auf der Suche nach dem Warum dieses Efolges. Vergeblich und zutiefst gelangweilt und in meinem literarischen Anspruch beleidigt. Man (Frau) könnte z.B. ja zu Henry Miller greifen. Er befriedigt Intellekt und erotische Ambitionen.

    • Manuesli am 06.11.2012 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Intellekt ist nicht alles

      Eine Frau, deren literarischer Anspruch beleidigt wird durch SoG ewähnt ausgerechnet Henry Miller! Sein Werk Sexus ist definitiv kein intellektueller Erguss. Bei einem erotischen Roman sollte der Intellekt aber auch nicht an erster Stelle sein, ganz im Gegenteil. Primär soll ein erotischer Roman die Fantasie anregen und da zählt das gleiche wie bei guten Sex, abschalten, gehen lassen und geniessen dann ist man auch nicht zutiefst gelangweilt oder gar unbefriedigt.

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