Während seiner Regentschaft sorgte Juan Carlos mit seinem Hang zu Geld, Frauen und tierischen Abenteuern für einige Skandale. Mit 81 Jahren kehrt bei ihm nun endgültig Ruhe ein.
Juan Carlos war fast vier Jahrzehnte lang – zwischen November 1975 und Juni 2014 – König von Spanien. Leicht hatte es der heute 81-Jährige aber nicht immer – insbesondere seine «traumatische Kindheit», wie die spanische Zeitung «Cotilleo» seine Jugend beschrieb, prägten den Monarchen. Sein Großvater, König Alfons XIII., sowie der Rest der Familie war 1931 nach der Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik ins Exil gegangen. Daher wurde Juan Carlos am 5. Januar 1938 auch im Exil in Rom geboren. Seine Kindheitstage verbrachte er zunächst in Italien, Portugal und der Schweiz. Erst als ihn Diktator Francisco Franco dazu auserwählte, nach dessen Tod spanischer König und neuer Staatschef zu werden, betritt Juan Carlos (Mitte im Bild bei der Moorhuhnjagd) ... ... im Alter von zehn Jahren erstmals spanischen Boden – ohne seine Familie. In Madrid legt er das Abitur ab und wird auf Militärakademien für seine künftige Aufgabe gedrillt. Die Jugend des Diktatoren-Schülers wurde von einem dramatischen Ereignis überschattet: Der damals 18-Jährige war der einzige Zeuge, als sich beim Reinigen einer Waffe ein Schuss löste und die Kugel seinen vier Jahre jüngeren Bruder Alfonso in die Stirn traf. Gerichtlich untersucht wurde der ... ... Zwischenfall nie – auch nicht, wer von den beiden Kindern den Schuss ausgelöst hat. Francos (rechts) sicherte bereits vor seinem Tod im Jahr 1975 die Nachfolge per Volksabstimmung ab, wonach Spanien wieder zur Monarchie erklärt wird. Somit wurde Juan Carlos ab dann als König und Staatschef eingesetzt. Bei den Spaniern wurde er ... ... anfangs mit Skepsis betracht – bis er alle überrascht und entschied, die Diktatur zu beenden und den Anstoss zu demokratischen Reformen zu geben. «Ich erbte damals von Franco die gesamte Macht. Aber ich verzichtete darauf, weil es keinen anderen Weg gab als den der Demokratie», erzählt er später in einem Dokumentarfilm. So sehr er vom spanischen Volk auch geliebt wurde (vor allem weil er das Land mit einer dramatischen TV-Ansprache im Jahr 1983 vor einem Militärputsch rettete), die Skandale während seiner Regentschaft blieben stets in Erinnerung. Schlagzeilen machte der damalige König, als er 2006 in Russland den Braunbären Mitrofan erlegte. 2012, mitten in der Wirtschaftskrise, mutierte Carlos zum gefallenen Helden. Bei einer Safari in Afrika erschoss er einen 50 Jahre alten Elefanten. Dessen Tod war symbolisch der Anfang seines Endes. Die Reise wurde übrigens nur deshalb publik, weil er sich bei einem Sturz die Hüfte gebrochen hatte. Seit 1962 ist Juan Carlos bereits mit Sofía von Griechenland verheiratet – allerdings nicht glücklich. Laut dem Biografen Amadeo Martínez Inglés soll der König im Laufe seines Lebens knapp 5000 Frauen geliebt und beglückt haben. Sein Beuteschema: «Gross, blond, schön, mit exotischen Kurven», erzählt der Biograf einst der «Gala». Sogar Prinzessin Diana soll zu seinen ... ... Affären zählen. 1986 hat sie ihn unter anderem mit Prinz William (36) und Prinz Harry (34) auf Mallorca besucht. Zuletzt wurde auch seine einstige Beraterin, die Deutsche Corinna zu Sayn-Wittgenstein (55), als Geliebte gehandelt. Seine Frau Sofía (80) sah stets diskret zur Seite. Laut der spanischen Autorin Pilar Eyre habe die einstige Königin ihren Mann mehrmals mit anderen Frauen im Bett erwischt. Ein Grund, warum sie seit 1976 nicht mehr das Schlafzimmer miteinander geteilt haben sollen. Neben Felipe (2.v.l.) und den beiden Töchtern Elena (2.v.r.) und Cristina (r.) soll Juan Carlos noch weitere Kinder gezeugt haben. Sowohl die Belgierin Ingrid Sartiau als auch der Spanier Alberto Solà Jiménez behaupten, dass der spanische Ex-König ihr Vater sei. Vor Gericht hatten die beiden zwar keinen Erfolg, lediglich ein DNA-Test zeigte, dass sie zu 91 Prozent ein gemeinsames Elternteil haben. Sein Vater, der 1993 verstorbene Juan de Borbón y Battenberg, soll Juan Carlos (hier 2011 in Bern) ein stolzes Vermögen von 7,8 Millionen Euro hinterlassen haben. Sowohl das Finanzamt als auch die spanische Bevölkerung wussten davon nichts, lag das Geld auf drei Konten in der Schweiz. Erst im Jahr 2013 wurde das geheime Vermögen aufgedeckt. Während einer Rede des damaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero soll Juan Carlos im Jahr 2017 gegenüber dem Ex-Staatschef von Venezuela ausfällig geworden sein. Hugo Chávez (Bild) habe nämlich nicht aufgehört zu reden, worauf Spaniens König gesagt haben soll: «Warum hältst du nicht die Klappe?». Auch seinen Mitarbeitern gegenüber soll Juan Carlos immer wieder ausfällig geworden sein. Nachdem er im Jahr 2014 abdankte und seinem Sohn Felipe das Zepter in die Hand gab, ist es deutlich ruhiger um den ehemaligen Monarchen geworden. Nun zieht er sich endgültig aus der Öffentlichkeit zurück und geht offiziell in den Ruhestand, wie das spanische Königshaus Anfang der Woche in einem Statement mitteilte.
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