28 Jahre nach dem ersten Frauenstreik erheben am 14. Juni erneut Frauen und Männer ihre Stimmen für Gleichberechtigung. Wir haben Schweizer Promis gefragt, wie sie den Freitag verbringen.
UPC-Mysports-Moderatorin Steffi Buchli (40) «Es ist wichtig, Zeichen zu setzen. Der Streik wirft schon im Vorfeld hohe Wellen, das Thema bewegt», so Buchli. «Das ist gut so. Wir haben noch einiges zu tun!» Buchli hat am Freitag einige geschäftliche Termine. «Am Nachmittag gehe ich aber in die Zürcher Innenstadt und werde beim Umzug mitlaufen.» SRF-Moderatorin Jennifer Bosshard (26) Bosshard findet den Frauenstreik «enorm wichtig»: «Noch haben wir in der Schweiz keine vollumfassende Gleichstellung der Geschlechter. Und auch wenn wir unseren Vorfahrinnen, die 1991 für die Rechte der Frau gestreikt hatten, enorm viel verdanken, müssen ... ... wir weitermachen – so lange, bis man Menschen nicht aufgrund ihrer biologischen Voraussetzungen bevorzugt oder einschränkt.» Die Teilnahme sei für sie eine Frage der Solidarität. «Deswegen werde ich mich am Freitag der Bewegung Medienfrauenstreik anschliessen, an den geplanten Tagesaktionen teilnehmen und um 17 Uhr beim Streik mitlaufen.» Moderatorin Dominique Rinderknecht (29, links) und Model und Nationalratskandidatin Tamy Glauser (34, rechts) Dass sich Dominique Rinderknecht und Tamy Glauser für den Frauenstreik engagieren, überrascht nicht. «Wir finden es super, dass es erneut ... ... einen Frauenstreik gibt», so Tamynique. Die Gleichberechtigung sei noch längst nicht erreicht und «je mehr Menschen am Freitag mitstreiken, desto mehr Aufmerksamkeit wird es geben». Dadurch erhoffen sie sich, dass ... ... die «Gleichberechtigung endlich an den Tag» kommt. Sie wollen am Freitag auf die Strassen gehen. «Wo, werden wir spontan entscheiden.» : Autorin und Journalistin Gülsha Adilji (33) Nach ihrem Geburtstag sei der Frauenstreik «der wichtigste Event des Jahres»: «An diesem Tag soll in aller Kraft deutlich gemacht werden, was wir das ganze Jahr über fordern: Endlich ... ... wahre Gleichberechtigung der Geschlechter.» Deswegen werde sie am Freitag verschiedene Veranstaltungen zum Thema besuchen, an die Demo gehen und «streiken, was das Zeug hält». Auch für jene, die «aus Care- und anderen Gründen» nicht streiken gehen können. SRF-Moderatorin Patrizia Laeri (41) Laeri wird am Streik teilnehmen. «Ausschlaggebend sind ökonomische Gründe», wie sie gegenüber Persoenlich.com sagt. «Heute werden in unserem Land systematisch Wettbewerbsteilnehmer benachteiligt und ... ... das sind die Frauen.» Dafür werde die Schweiz jährlich auch von internationalen Organisationen wie der OECD kritisiert. «Und im berühmten ... ... Glass-Ceiling-Index des ‹Economist›, der misst, wie schwierig es ist, als Frau Karriere zu machen, belegen wir zusammen mit der Türkei regelmässig die letzten Plätze», so Laeri. «Ich werde am Streik teilnehmen.» Influencerin Anja Zeidler (25) Grundsätzlich hätten es Frauen in der Schweiz besser als in anderen Ländern, findet die Selflove-Influencerin. «Ich bin dankbar, hier leben zu dürfen. Trotzdem werden wir in einigen Bereichen ... ... noch immer benachteiligt», sagt die Luzernerin. Etwa beim Lohn. Doch Zeidler macht auch auf Übergriffe aufmerksam: «Frauen werden laut Statistik häufiger Opfer von sexueller Gewalt als Männer. Mich stört es, dass eine aufgebrezelte Frau als Sexobjekt ... ... betrachtet wird und bei einen Übergriff dann nicht selten gesagt wird: Selbst schuld!» Symbolisch werde sie daher am 14. Juni einen Offline-Tag einlegen. «Sendepause!», sagt Anja. Auf der Strasse streiken werde sie aber nicht. Comedian und Beauty-Unternehmerin Raffa Zollo (25) aka Raffa's Plastic Life Raffa wird beim Frauenstreik nicht mitlaufen – aus terminlichen Gründen. «Ich werde am 14. Juni nicht dabei sein können, da ... ... ich für die LGBT-Community an der Zürich Pride sein werde», verrät die LGBTQ-Aktivistin gegenüber 20 Minuten Raffa macht deutlich: «Ich finde beides sehr wichtige, aktuelle Themen.» Model und Nachhaltigkeits-Influencerin Karen Fleischmann (34) «Ich finde den Frauenstreik eine sehr zeitgerechte, wichtige und bindende Bewegung. Diese Energie bringt uns Frauen zusammen und vereinigt. Es ist an der Zeit, Synergien zu teilen und zusammen neue Horizonte anzugehen. #TogetherWeAreStrong», sagt Fleischmann zum bevorstehenden Event. Am Streik teilnehmen kann die Zürcherin nicht. Sie sei am 14. Juni in Barcelona und für ein Ozean-Clean-up-Projekt unterwegs. Ex-Freestyle-Skifahrerin Mirjam Jäger (36) Jäger findet die Beweggründe des Streiks gut, allerdings sieht sie den Fokus woanders. «Die Themen des Streiks – Lohngleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine gesicherte Altersvorsorge – unterstütze ich. Ich denke aber, dass der Schlüssel ... ... zur Gleichstellung vor allem in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie liegt. Dort müssen neue Möglichkeiten geschaffen werden», sagt die Mutter von Louie Jäger (2). Vom Streiken halte sie aber nichts. «Das ist nicht meine Art. Ich habe zwei Meetings, den Rest des Tages verbringe ich mit meinem Sohn.» 3+-Bachelorette und Fitness-Influencerin Andrina Santoro (26) Es sei bedauerlich, dass immer noch keine Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt herrsche. Sie «findet es super», wenn man sich dafür einsetzt: «Damit zeigt man ... ... ja nicht nur, dass die Arbeit der Frau sehr wertvoll ist und es ohne ihren Einsatz nicht funktioniert, sondern man setzt sich gleichzeitig auch für mehr Gleichberechtigung ein – sei es wie in diesem Fall im Job oder ... ... in anderen Bereichen des Lebens.» Sie werde den Streik zwar «mitverfolgen», selber auf die Strasse gehen und bei der Arbeit fehlen werde sie aber nicht. Ex-Bachelorette und Moderatorin Adela Smajic (26) Auch sie wird am Freitag nicht auf die Strasse gehen, sondern für Telebasel «normal arbeiten, das Wetter moderieren und die People- und Kultursendung ‹Glam› produzieren». «Frauen sollten ihre Stärken – und von denen haben wir viele – im Alltag unter Beweis stellen», meint Adela. Sie sei für Lohngleichheit, aber gewisse andere Dinge sollen wir Frauen nicht «so engstirnig» sehen. «So ist beispielsweise nicht jedes Kompliment sexistisch gemeint.» Ex-Bachelorette und Moderatorin Eli Simic (30) Eine ähnliche Ansicht wie Adela hat auch Eli. «Ich weiss nicht, ob ein Frauenstreik nötig ist, weil wir in einem Land leben, in dem meiner Meinung nach auch die Frauen die gleichen Chancen haben – Frau muss sich einfach die Chancen holen», so ... ...die St. Gallerin. Die Bekämpfung von Sexismus und sexueller Gewalt solle auch ohne Frauenstreik angegangen werden können. Sie werde am 14. Juni weder auf die Strasse gehen «noch sonst etwas tun, weil ich ganz einfach hier bei uns in der Schweiz happy bin, so wie es ist».
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