Gestern wurden in Singapur die 50 besten Restaurants der Welt gekürt. Nicht mehr in der Liste ist der Schweizer Daniel Humm, Platz 1 ist eine Überraschung.
Der Japaner Mitsuharu Tsumura mischt mit seinem Lokal in Lima, Peru, die Food-Szene auf. Wie darf man sich japanisch-peruanische Küche vorstellen? Es gibt zum Beispiel Dim-Sum-Varianten mit Seeschnecke. Mateu Casañas, Oriol Castro und Eduard Xatruch stiegen mit ihrem in Barcelona erstmals in die Top 10 ein. Ihre Küche ist nicht ganz einfach zu erklären. «50 Best» versucht es so: «Im Disfrutar wird spanische Avantgarde-Küche serviert.» Die Spezialität sei ein multisphärisches Pesto mit geräuchertem Aal. Seit 1996 ist Chef Alain Passard vom Pariser mit drei «Michelin»-Sternen ausgezeichnet, der neunte Platz bei «The 50 Best» ist nur eine weitere Ehre für den Star aus Frankreich. Seit Passard eine eigene biodynamische Farm besitzt, kocht er gern mit Gemüse oder Früchten. Hier ein Foto seiner Interpretation eines Fruchtsalats. Wer bei Andoni Luis Adoriz speisen möchte, der muss Zeit mitbringen. Ein Menü im umfasst nämlich selten weniger als 20 Gänge. Seine Speisen sind anspruchsvolle Kunstwerke, die aber nicht allen schmecken. «Die Welt» schreibt in einer Kritik: «Bei den Kabeljauzungen in einer Knochenmarkemulsion haben untrainierte Gaumen eventuell mit Würgereflexen zu kämpfen.» Virgilio Martínez und seine Ehefrau Pia León holten mit ihrem Restaurant in Perus Hauptstadt Lima den Titel für das beste Restaurant Südamerikas. Bei einem Besuch im Central wird der Gast auf eine kulinarische Reise durch Peru mitgenommen. Das «Matter Elevation»-Menü führt durch alle Höhen und Tiefen des Landes. Chef Rasmus Kofoed vom in Kopenhagen ist erstmals in den Top 10 von «50 Best» gelistet. Er überzeugte die Jury mit kunstvollen Tellern, «welche die besten Zutaten Skandinaviens feiern», wie «50 Best» schreibt. Gaggan Anand vom gleichnamigen in Bangkok verzaubert seine Gäste mit hochklassiger asiatischer Küche mit einem Touch Indien. Seine Teller sind kleine Kunstwerke. Ausserdem wird den Gästen immer eine kleine Show mit vielen Überraschungen geboten. Kein Abend gleicht dem anderen. Victor Arguinzoniz sahnte mit seinem Restaurant in Atxondo in Spanien Bronze ab. Seine Spezialität? Seine Gerichte kocht er meistens auf dem offenen Feuer. Dass René Redzepi mit seinem gleich wieder auf dem zweiten Platz landete, ist keine grosse Überraschung. Der Hype um die Wiedereröffnung war im Vorfeld riesig. Die Begründung für die Top-Platzierung? «Kein Restaurant prägte die nordische Küche mehr als das Noma. Die Version 2.0 ist noch wagemutiger als der Vorgänger.» Mauro Colagreco freute sich über den ersten Platz seines in Menton an der Côte d'Azur. Letztes holte der Argentinier Bronze ab. Die Zutaten für seine Gerichte holt sich der Koch aus dem eigenen Garten und natürlich aus dem Meer, das gleich zu Füssen des Restaurants liegt. Die Aussicht von der Terrasse des Mirazur ist übrigens einzigartig. Der Schweizer Starkoch Andreas Caminada ist mit seinem abgestiegen. Der Schweizer Daniel Humm (Eleven Madison Park in New York) war letztes Jahr auf Rang 4 platziert. Dieses Jahr hat man ihn in die «Best of the Best»-Liste verbannt. Der Grund? Es sollen nicht immer die gleichen Restaurants gewinnen.
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