Der Nachbar frohlockt

28. November 2012 09:25; Akt: 28.11.2012 13:40 Print

Österreich freut sich auf tolles Wintergeschäft

von Sabina Sturzenegger - Während der Schweizer Tourismus kriselt, sieht Österreich einem hervorragenden Winter entgegen – obwohl der Schweizer Zulauf in Österreichs Skigebiete abnimmt.

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Der anbrechende Winter steht unter einem schlechten Stern. Der Auftakt zum Ski-Weltcup war aus Schweizer Sicht zum Vergessen, und auch die Touristiker blicken nicht besonders optimistisch auf die kommenden Monate. Das BAK Basel erwartet erneut einen Rückgang um 0,9 Prozent für die Hotelübernachtungen auf Schweizer Boden.

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Derweil strahlt unser winterlicher Erzfeind Österreich – einmal mehr. Die Skirennfahrer schaffen es immer wieder aufs Podest, und das Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert für den Winter 2012/13 nur positive Zahlen: Zunehmende Übernachtungen sowie leicht steigende Umsätze für Hotels und Bergbahnen.

Guter Winter nach Rekord-Sommer

Und das nach einem Rekord-Sommer! Laut Statistik Austria sind die Übernachtungen von Mai bis Oktober um 2,6 Prozent auf 65,7 Millionen gestiegen. In diesen Zahlen sind zwar nicht nur die Übernachtungen in Hotels enthalten, sondern auch diejenigen auf Campingplätzen und in Jugendherbergen. Dennoch der Vergleich zur Schweiz: Hier wird für den selben Zeitraum bei den Hotelübernachtungen ein Rückgang von 3,1 Prozent auf rund 18 Millionen prognostiziert.

Einer der Gründe, weshalb die Österreicher so positiv in den Winter blicken, ist der Ferienkalender: Der Urlauberstrom aus Europa wird im ersten Quartal 2013 kaum abreissen. Das führt zu einer besseren und regelmässigeren Auslastung der Betriebe. Zudem ist Ostern bereits Anfang April, was die Saison kompakter macht. So können die Hotels und Bergbahnen im Frühling, wenn die Gästezahl ohnehin abnimmt, eher schliessen.

Negativ-Bilanz für Helvetia, Gewinn für Austria

Das alles träfe auch auf die Schweiz zu – dennoch kann unser Land davon nicht profitieren. Schuld daran ist der starke Franken. «Viele Schweizer verbringen ihre Ferien aus Kostengründen in Österreich, aber nicht umgekehrt», erklärt Urs Wagenseil vom Institut für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern.

Auch die Gäste aus Deutschland und den Benelux-Ländern verbringen ihre Skiferien lieber bei unseren östlichen Nachbarn. Die Rechnung ist einfach: Eine negative Bilanz für die Schweiz, ein Zuwachs für Österreich.

Abwanderungs-Trend gestoppt

Der vorerst einzige Trost: Der Abwanderungstrend aus der Schweiz nach Österreich wird wohl in diesem Winter schwächer. «Ein Übertreffen der hohen Zuwächse vom vergangenen Winter ist kaum zu erwarten», sagt Carmen Breuss von Österreich Werbung. Dies habe mit dem «verstärktem Werbedruck» in der Schweiz zu tun.

Die Schweizer Tourismusbranche tut fast alles, was sie kann, um ihre Gäste zurückzuholen. Davon ist auch Tourismus-Professor Wagenseil überzeugt: «Die Angebote der beiden Länder sind über alles beurteilt praktisch gleichwertig.» Man könne nicht davon sprechen, dass es die einen besser machten als die anderen.

Investitionen bleiben wichtig

Dennoch müssten die Schweizer Hoteliers weiter kräftig investieren. «In erster Linie in die Modernisierung ihrer Immobilien, aber auch in Möbel, Vorhänge, Fernseher, Internet, Lounges oder Kinderspielräume», sagt Wagenseil.

Österreich wird als Champion des Wintertourismus trotz allem nicht so rasch einzuholen sein: Unter den 15 wettbewerbsfähigsten Winter-Destinationen sind allein 12 in Österreich zu finden, wie der Tourismus Benchmarking Report von BAK Basel zeigt. Auf den verbleibenden Plätzen finden sich Zermatt (14) sowie die beiden Südtiroler Skigebiete Gröden (8) und Alta Badia (10).

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Man hat gar keine Wahl zwischen Österreich und der Schweiz um Urlaub zu machen (nicht nur im Winter). Wer seine wohlverdienten Ferien dort verbringen will, wo er sich willkommen fühlt, wo er stets freundlich und zuvorkommend aufgenommen und bedient wird und wo er eine infrastruktur und Umgebung vorfinden möchte welche so günstig ist, dass er sie sich überhaupt leisten kann, der kann nicht in der Schweiz bleiben. Hier fühlt man sich eher als Störfaktor, welcher für die Anwesenheit auch noch "Wiedergutmachungsgeld" an den Kassen der Bergbahnen oder an der Rezeption der Hotels leisten soll. – Melanie

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jann Zurbuchen am 28.11.2012 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz doppelt so teuer!

    Ich bin Schweizer und wohne in München. Bald gehts ab in die Schweiz um meine Ski abzuholen und danach in Österreich oder Slowenien auf die Piste zu gehen. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist in Österreich viel besser. 35-50 Euro für eine Tageskarte, Essen und Getränke fast die Hälfte günstiger und die Einheimischen freundlich und zuvorkommend. Da erstaunt es mich auf gar keinen Fall, dass es dem Schweizer Tourismus schlecht geht.

  • Mik am 28.11.2012 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Austria

    Das liegt nicht am ferienkalender dass Schweizer nach Österreich abwandern, dass liegt an der Freundlichkeit der Ösis. In der Schweiz triffst du, wenn du ein Hotel oder Restaurant betrittst ein zwanzig nach acht lätsch und eine Lautschrift auf der Stirn wo geschrieben steht "was will denn der hier". In Austria triffst du lachendes Personal das dich mit einem herzlichen "griäss dii" empfängt. Punkt. Serfaus ollleee!

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  • Ottmar Fischer am 28.11.2012 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Günstigere Angebote würden sich auszahlen

    Dieser starke Franken wird langsam langweilig und zu einfach als Ausrede gebraucht. Stimmt doch gar nicht, der Franken ist gleich geblieben, nur der Euro hat sich geschwächt. Die Schweiz zeigte erst kürzlich auf, das unsere Topskigebiete gleich mit 3oder4 Skiregionen, europaweit, in den Top 10 sind. Wenn man jetzt noch die Preise etwas senkt und die Angebote verbessert, hat man mehr Gäste, was sich schlussendlich auszahlen wird!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • macblackhorn am 30.11.2012 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    schweiz

    urlaub in der schweiz, kann sich nur noch ein schweizer leisten (oder ein grenzgänger), auch deshalb schwächelt der schweizer tourismus. allen nachbarn rundum, ist das einfach zu teuer. somit bleiben auch die kunden weg, die früher aus dem ausland in die schweiz gekommen sind. hat also schon auch was mit dem franken zu tun, bzw. den einfach nicht mehr tragbaren preisen in der schweiz. aber das trifft nicht zur den tourismus. wenn sich dieses ungleichgewicht wieder irgendwann anpasst, gehts auch mit dem tourismus wieder bergauf. aber die schweiz entfernt sich mit dem lohn-niveau eher immer mehr

  • Stephan am 28.11.2012 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Der Service beginnt auf der Webpage

    Schaut Euch einmal die Webpages der einschlägigen Skiorte in CH und A an und versucht, eine Unterkunft zu suchen. In der Schweiz trifft man selbst bei renommierten Destinationen nur unbrauchbare, kundenunfreunliche Oberflächen. Man klickt sich die Finger wund und hat am Schluss unbrauchbare Resultate. Auf Anfragen bekommt man schauderhafte Antworten - kurz Kunde=Bittsteller. Da beginnt bereits der Unterschied beim Kundenservice.

  • Snöööber am 28.11.2012 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Dankeschön

    Ich war die letzten 15 Jahre regelmässig in Österreich und der Schweiz in den Skiferien.Ehrlich gesagt nervt der moderne Skitourismus in den grossen Gebieten ziemlich. Viel zu viele Leute auf der Piste, sogar im Wald werden Boxen hingestellt um hirnlose DJ-Ötzi Musik laufen zu lassen, Ellbogenmentalität in den Restaurants und den Skiliften. Da gehe ich lieber in kleinere Unbekannte Skigebiete und habe meine Ruhe, fast allein mit den Bergen.

  • ZuTeuer am 28.11.2012 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer gehen Fremd

    Die Schweiz ist in allem zu teuer.

  • tinkeltom am 28.11.2012 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Skifahren

    Kein Wunder, wer will schon 50-70 franken fuer eine Tageskarte hinblaettern?

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