Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Gastfreundlichkeit
16. November 2012 11:15; Akt: 16.11.2012 14:17 Print
«Wir sind noch nicht die Klassenbesten»
von Olaf Kunz - In Sachen Kundenfreundlichkeit stellen viele österreichische Destinationen Schweizer Skiorte in den Schatten. Auch Charme-Offensiven werden das nicht auf den Kopf stellen.

Wo Gastfreundlichkeiten grossgeschrieben wird: Die Gewinner laut dem Report «Best Ski Resort 2012». (Bild: Silvio Bösch)
Insgesamt vier Schweizer Skigebiete schafften es in die Top 10 bei einem europäischen Vergleich. Saas-Fee, Aletsch-Arena und Zermatt waren sogar unter den ersten fünf. Anders hingegen sieht der Vergleich in Sachen Freundlichkeit der Angestellten und der Anwohner aus. Lediglich zwei Schweizer Destinationen schafften es in die Top 10 beim Report «Best Ski Resort 2012»: Arosa (Platz 5) und Aletsch-Arena (Platz 9).
Bildstrecken Die besten Skigebiete der AlpenVor allem österreichische Destinationen haben die Nase in Sachen Charme, Kundenfreundlichkeit und Service vorne. Sind die Schweizer Bergbahn- und Hotellerieangestellten Muffel?
Schweizer Schmäh made in USA
«Also generell sind die Unterschiede zwischen Österreich und der Schweiz gar nicht so gewaltig», relativiert Mike Partel die Ergebnisse. Der Geschäftsführer der Mountain Management Consulting, die die Studie durchführte und über
Dass Tourismus-Angestellte in der Schweiz dies einfach eins zu eins kopieren, hält der Berater für keine gute Idee: «Das wäre nicht authentisch.» Und könnte befremdlich wirken. «Die Amerikaner sind in Sachen Kundenfreundlichkeit in Skigebieten wohl spitze. Würde man ihren Umgang mit den Gästen aber auf die Alpenländer zu übertragen versuchen, wäre das wohl recht gestelzt.»
«Wir sind nicht die Klassenbesten»
Dem stimmt auch Jürg Schmid, Chef von Schweiz Tourismus, zu: «Freundlichkeit muss echt sein. Wir sollten auf unseren Stärken aufbauen und unsere schweizerische Gastfreundschaft optimieren.» Trotz allem räumt er ein, dass es in Sachen Freundlichkeit durchaus Nachholbedarf gibt in der Schweiz. «Der Schweizer Winter rangiert in vielen Kriterien zualleroberst. Aber wir sind offensichtlich noch nicht die Klassenbesten.»
Das haben auch die Tourismusmanager in Saas-Fee realisiert. Die Destination belegt bei der Kundenzufriedenheitsstudie im Gesamt-Ranking Platz 2. Doch unter den Freundlichkeits-Top 10 ist das Walliser Skigebiet nicht vertreten. «Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viele Anstrengungen unternommen und den Gast noch stärker ins Zentrum gestellt», erklärt Rainer Flaig, Geschäftsführer der Saas-Fee-Bergbahnen, die neue Strategie. Um sich in Sachen Freundlichkeit zu verbessern, wurden auch Mitarbeiterschulungen durchgeführt. Mit spürbarem Erfolg: «Wir hatten vergangene Saison 30 Prozent mehr Gäste aus dem Inland im Vergleich zum Vorjahr.»
Piste, Party, Spassbremsen
Ebenfalls Potenzial nach oben hat die Schweiz in puncto Spass, Unterhaltung und Après-Ski. Da haben sich die österreichischen Wintersport-Topdestinationen klar positioniert – allen voran Ischgl. Laax erreicht als beste Schweizer Winterparty-Hochburg Platz 8, Zermatt folgt auf Platz 10.
Um aber ein Halli-Galli-Wintermekka zu werden, braucht es viel. «Dazu müssten sich prädestinierte Skigebiete ganz klar als Partyziele positionieren», erklärt Partel. «Es muss klar sein, dass man für Feten steht und das auch so kommuniziert.» Nur wer dies so konsequent tue wie Laax in der Snowboadszene, hat hier Chancen. «Ob sich das aber mit der viel zitierten Authentizität in den Schweizer Skiorten vereinbaren lässt, ist eine andere Frage», gibt sich Partel skeptisch. «Die Schweiz hat viele andere Qualitäten, die man besser zur Positionierung nutzen kann. Zum Beispiel die Berglandschaften, die Gemütlichkeit und teilweise auch die Ruhe.»
Und das sind die Top 10 der Skigebiete mit der besten Wertung Spass und Unterhaltung (in Klammern die erreichte Punktzahl):
1. Ischgl/A (8,04)
2. Obertauern/A (7,95)
3. Mayrhofen/A (7,82)
4. Schladming/A (7,80)
5. Serfaus-Fiss-Ladis/A (7,71)
6. Saalbach-Hinterglemm/A (7,66)
7. Sölden/A (7,65)
8. Laax/CH (7,63)
8. Flauch-Wagrain/A (7,63)
10. Zermatt/CH (7,59)
(Quelle: «Best Ski Resort 2012» - der Report)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 145 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt





















Ferienmässig den Rücken gekehrt
Ich war schon an vielen Skiorten in der Schweiz in den Ferien, aber sowas tue ich mir nicht mehr an. Ich gehe schliesslich nicht als Bittsteller in die Berge, der froh sein muss, wenn der Kellner sich nicht zu gut ist, einen Kaffee zu servieren. Die Leute in der Schweiz verhalten sich, als hätten sie die Berge selber gebaut und die Sonne im richtigen Winkel in den Himmel geschraubt. Kein bisschen Demut, wenig Anstand, und das Dienstleistungs-Gen fehlt vollkommen. Preis-Leistung katastrophal, und das wird sich kaum ändern. Was Hänschen nicht lernt...
Warum
neigen wir dazu, uns immer schlechter zu machen, als wir sind. Das es in A billiger ist, dürfte relativ logisch sein. Trotzdem scheint die Preispolitik grundsätzlich bei uns richtig zu sein, sonst würde es uns ja nicht so viel besser gehen, als den meisten anderen Ländern. Also bitte nicht ändern wollen. Zum Thema Freundlichkeit etc: Unser Service, die Freundlichkeit, die Qualität usw. ist Weltklasse. Egal wohin man hier geht, es ist fast immer sehr gut. Das ist nur Jammern auf höchsten Niveau.
Sicher nicht
Du bist wohl noch nie woanders gewesen. Wenn du unsere Dienstleistungen als Weltklasse bezeichnest sind deine Ansprüche echt unterirdisch.
Von Freunden und Feinden
Macht man in Österreich Urlaub hat man das Gefühl bei Freunden zu sein, in der Schweiz als begegne man seinem Feind.
Nichts neues
Das ist genau wie mit der Polizei. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Schweizer endlich mach aufwachen.