Weisse Gefahr

27. Januar 2012 20:26; Akt: 28.01.2012 08:51 Print

«Diese Lawinen sind wie ein Felssturz»«Diese Lawinen sind wie ein Felssturz»

von Adrian Müller - Oberhalb Meiringen donnerte eine Gleitschneelawine mitten auf die Skipiste. Diese Schneebretter sind dicht wie Beton, unberechenbar und brandgefährlich. Selbst Sprengungen können sie nicht kontrollieren.

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Nur mit viel Glück ist Meiringen-Hasliberg am Donnerstag einer Katastrophe entgangen: Eine so genannte Gleitschneelawine traf auf eine offene Piste und verschüttete eine Skifahrerin.

«Ich dachte, jetzt ist es passiert», sagte Opfer Britta M. zu 20 Minuten Online. Kurz nach der erfolgreichen Rettungsaktion ging eine weit grössere Lawine an derselben Stelle nieder.

Selbst Sprengungen bringen nichts

Ist die Lawinenserie von Meiringen der Vorbote von weiteren Lawinenabgängen in den Alpen? Nicht unbedingt: «Gleitschneelawinen entstehen spontan und sind sehr gefährlich, sie sind so unberechenbar wie ein Felssturz», sagt Benjamin Zweifel vom Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos. Selbst mit grossen Sprengladungen könne man diese Lawinen nicht künstlich auslösen. «Die Schneemassen sind so dicht wie Beton, der über einen Grashang fliesst.»

Glücklicherweise sind Gleitschneelawinen relativ selten. Typische Abbruchorte sind an tiefen Spalten, so genannten «Fischmäulern», im Hang zu erkennen (siehe Bildstrecke). Dort sollte man sich wenn möglich nicht aufhalten.

Kopflos ins Verderben

Milde Temperaturen wie in den vergangenen Tagen begünstigen die Entstehung der meterdicken Schneebretter. Es sei aussergewöhnlich, dass Gleitschneelawinen bereits im Januar abgingen, sagt Walter Tschanz, Pistenchef in Arosa. «Diese unberechenbaren Lawinen bereiten uns sonst eher im Frühling Kopfzerbrechen.» Tschanz geniesst für einmal eine kurze Verschnaufpause, die Lawinengefahr in weitern Teilen der Schweizer Alpen ist auf «mässig» herabgestuft worden.

Tiefere Lawinengefahr hin oder her: «Es kann aber immer etwas passieren, denn die Wintersportler fahren unvorsichtiger denn je in die Tiefschnee-Hänge», so Tschanz. Die Leute würden stark von den Freeride-Filmen beeinflusst. Leider hätten sie aber keine grossen Kenntnisse vom Tiefschneefahren». Damit nicht genug: «Sie gefährden andere Wintersportler und sind nicht selten frech, wenn man sie auf ihren Leichtsinn hinweist».

Extrem viele Sprengungen

In den Bergen liegt extrem viel Schnee: «Im Januar haben wir deshalb aussergewöhnlich viele Sprengungen vornehmen müssen», sagt Peter Reinle von den Titlis-Bahnen. Eine Lawine habe auch eine Piste erwischt, die man mit weiser Voraussicht zuvor geschlossen habe.

Die Pistenarbeiter kämpfen mit ausgeklügelten Methoden gegen die Schneemassen an: «Wir verfügen über eine Spreng-Seilbahn, die bis acht Ladungen automatisch im gefährdeten Hang platzieren kann», so Reinle.

Die Pistenarbeiter müssen wohl schon bald wieder Sprengladungen scharf machen: In den nächsten Tagen fällt wieder Schnee in den Bergen. «Die Schneedecke ist gut aufgebaut, die Lawinengefahr wird sich nicht massiv verschärfen», sagt Zweifel.

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  • H.M. am 28.01.2012 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Profitgier

    Der Profit steht allem Anschein nach vor der Sicherheit!

  • Patricia Schneebeli am 27.01.2012 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler/Ungereimtheiten ?!

    Eine Kollegin war an diesem Tag ebenfalls im Hasliberg auf der Skipiste und sie haben den Hang vor der Abrutsch der Lawine beobachtet. Sie meinte, es seien definitiv Anzeichen auf einen kritischen Zustand des Hanges und gar einige dieser 'Fischmäuler' zu erkennen gewesen - und das von weitem. Die betreffende Kollegin ist keinesfalls Experte, der Geografieunterricht an der Schule reichte aus, um diese problematische Hangstelle zu erkennen. In so einem Fall frage ich mich schon, warum dann der Pistendienst nichts unternommen hat. Interessiert man sich nicht dafür, dass die Pisten sicher sind?!

    • Alpenfreund am 27.01.2012 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hasliberg, Skifahren auf eigene Gefahr

      Die Hasliberg Bahnen sind in einer finanziell schlechten Situation. Da wird wohl an allen Ecken gespart. Und das in einem "familienfreundlichen" Skigebiet.

    • Anton am 27.01.2012 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Es wimmelt...

      ... von experten ...

    • Security am 28.01.2012 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      Besserwisser!

      Wie immer diese "Besserwisser" die im Nachhinein kommen. Die Skigebiete haben das grösste Interesse an sicheren Pisten und ihnen zu unterstellen es wäre ihnen egal ist wohl unglaublich. Und warum ist denn ihre werte Kollegin nicht zum Pistendienst gegangen und hat dies gemeldet?

    • battek am 28.01.2012 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      Bedenklich

      Kenne mich mit Lawinen nicht aus, wüsste keine Vorzeichen zuverlässig zu deuten. Finde es aber äusserst bedenklich, wenn eine Lawine eine offene, reguläre Piste trifft. Da muss man sich wirklich fragen, ob die Bahn- und Pistenbetreiber ihren Job sorgfältig machten.

    • Strahm Peter am 28.01.2012 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort an Patricia Schneebeli

      Seriöser Pistendienst Die Pistenverantwortlichen um Peter Michel sind sehr seriös und kompetent. Die "Fischmäüler" sind ein Hinweis auf Schneespannungen, aber keine absolute Gefahr. Sonst dürften in den Skistationen viele Pisten den ganzen Winter nicht befahren werden. Am Hasliberg wird zur Sicherheit der Skifahrer sehr viel unternommen. Bei ersten Anzeichen von Lawinengefahr werden Sprengungen vorgenommen und Pisten gesperrt, was von vielen Gästen nicht verstanden wird. Eine absolute Sicherheit wird es nie geben, das müssen wir in der freien Natur zur Kentniss nehmen. Merci dem Pistendienst.

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  • Schnee Schuh am 27.01.2012 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Selber tschuld

    Wer ausserhalb der Piste fährt und unter die Lawine kommt ist selber schuld und sollte für die Folgekosten haftbar gemacht werden.

    • Marco am 27.01.2012 22:58 Report Diesen Beitrag melden

      Lawine auf der Piste

      Lesen sollte ma können, die Lawine verschüttete die Skipiste.

    • Tina Maase am 27.01.2012 23:08 Report Diesen Beitrag melden

      Über die Piste!!

      Naja... die Lawine donnerte über die Piste hinweg, ich glaube, darauf ist man als Skifahrer nicht wirklich vorbereitet....

    • leser am 27.01.2012 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      kannst du lesen?

      war aber auf der Piste. Und Ja, die Stelle ist bekannt!

    • besserwisser am 27.01.2012 23:32 Report Diesen Beitrag melden

      Korrektur

      Die Lawine war nicht ausserhalb! sie löste sich zwar ausserhalb, stürzte jedoch auf die markierte Piste! dass darf nicht sein!

    • hansi am 28.01.2012 03:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      bitte besser lesen.... 

      im bericht stand dass die lawine spontan nieder gegangen ist. spontan heisst dass sich die lawine ohne zusätzliche belastung eines ski- oder snowboardfahrers ausgelöst hat. somit kann also niemand für den niedergang verantwortlich gemacht werden.....

    • U. Ledergerber am 28.01.2012 07:41 Report Diesen Beitrag melden

      Selbstverschulden

      Ich gehe davon aus, dass das in (fast) allen Fällen geschieht. Oder die Suva Regress beim Geretteten macht.

    • Urs Schneider am 28.01.2012 10:57 Report Diesen Beitrag melden

      Genau so

      Genau so ist es. Wenn ich mich mit dem Küchenmesser schneide kann ich auch nicht den Hersteller des Messers verklagen. Ich muss da auch wissen was ich mache.

    • quarki am 28.01.2012 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      ausserhalb?

      Die Frau wurde einer OFFENEN, REGULÄREN Piste verschüttet!

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