Nichts für Genussfahrer

14. Oktober 2011 10:21; Akt: 14.10.2011 10:21 Print

Das sind die steilsten Pisten der AlpenDas sind die steilsten Pisten der Alpen

von Olaf Kunz - Auf diesen Abfahrten braucht es nicht nur messerscharfe Kanten und absolutes Fahrkönnen, sondern auch drei Ave Maria und zwei Schutzengel - mindestens!

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Das Skigebiet Golm im Montafon gilt ja eher als gemütlich. Doch auf dieser Piste geht es immerhin mit 70 Prozent Gefälle rasant bergab. Danach flacht die Piste zwar etwas ab, dennoch müssen Wintersportler auf 1,5 Kilometern 312 Höhenmeter hinter sich bringen. Gegen andere Mörderpisten ist die «Diabolo» aber fast noch eine sanfte Wedel-Abfahrt. Trotzdem sollten Sie langsam den Skihelm anziehen. Diese Abfahrt im Skigebiet Wilder Kaiser/ Brixental (Österreich) hat ein Gefälle von bis zu 74 Prozent. Von sanfter Abfahrt kann hier bereits keine Rede mehr sein. Eine steile, buckelige Mutprobe für Verwegene ist die Piste von Le Pas de Chavanette bei Champery. Bis zwei Meter hohe Buckel, Gefälle bis 76 Prozent und ein Höhenunterschied von 400 Metern auf einem Kilometer Länge lassen den Adrenalin-Pegel auf dieser Abfahrt ordentlich in die Höhe schnellen. Mit einem Gefälle von 77 Prozent ist die Buckelpiste vom Meter hohen Mont Fort die steilste Abfahrt der Schweiz. «Oh läck» ist noch einer der mildesten Aussprüche beim Anblick der Piste von oben. Hier sehen Sie Deutschlands rasanteste Abfahrt. Sie liegt am Laber-Nordhang im Oberammergau und bringt es auf bis zu 84 Prozent Gefälle. Mitten im Skigebiet von Mayrhofen liegt die «Harakiri» genannte Abfhart. Mit 78 Prozent durchschnittlichem Gefälle ist sie die steilste Österreichs. Nur mit speziellen Pistengeräten kann die Abfahrt präpariert werden. Wer hier oben steht, dem schlackern die Knie - egal ob Amateur oder Profi. Die Streif ist die berüchtigtste Skiabfahrt in den Alpen. Auf Metern Länge hat die Streif am Hahnenkamm in Kitzbühl 860 Höhenmeter und ein maximales Gefälle von satten 85 Prozent. Im normalen Skibetrieb ist sie zum Teil aber nicht präpariert und nur als Skiroute ausgewiesen. Die Pistenplaner in Garmisch-Partenkirchen haben nochmals eine Schippe drauf gelegt. In der letzten Saison wurde die legendäre «Kanderhar» noch bissiger. Mit 92 Prozent macht der «Freie Fall» damit seinem Namen alle Ehre. Damit verfüge man über «die steilste Stelle im Weltcup», verkünden die Gastgeber der alpinen Skiweltmeisterschaften von 2011 stolz. Diese Piste im Skigebiet Obertauern im Salzburger Land hat eine Neigung mit zum Teil über 100 Prozent. Doch sie ist nicht allein wegen des Gefälles berühmt sondern vor allem wegen ihrer eindrucksvollen Buckel. Am Start hat der Lange Zug in Lech eine Neigung von sagenhaften 142 Prozent. Die Skiroute unter dem Rüfikopf, die in der Regel gewalzt wird, ist steiler als die «Harakari» oder die Streif - dennoch ist sie weniger bekannt. Sie gilt als die vielleicht steilste präparierte Piste der Welt. Hier hat der Osttiroler Harry Egger einen Geschwindigkeits-Weltrekord aufgestellt.

Jetzt geht es abwärts: Das sind die steilsten Abfahrten in den Alpen. Hier sind 50 Prozent Gefälle sogar noch Kinderpisten.

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Ob «Le Mur Suisse», «Harakiri» oder Mont-Fort-Spitze – wer am oberen Ende dieser legendären Pisten steht, dem rutscht schon einmal das Herz in die Hose. Allein der Blick in die Tiefe lässt den Adrenalin-Pegel in die Höhe schnellen. Und das zu Recht: In den Alpen gibt es Pisten mit bis zu 140 Prozent Gefälle. Auch die Schweiz hat ausgewiesene Abfahrten, für die die Farbe Schwarz mehr als eine Untertreibung ist. Zu allem Überdruss hat es stellenweise auch noch mannshohe Buckel.

Das ist nicht verwunderlich, denn Pistenraupen – sogar jene mit Seilwinden – haben hier keine Chance mehr. Viele der weissen und pickelharten Highways to Skihell bleiben unpräpariert. Nur waghalsige Skifahrer und Boarder schieben hier Ladungen von Schnee hin und her – entweder beim Fahren, oder was meist noch häufiger der Fall ist: Beim Runterrutschen auf dem Allerwertesten. Wer in solchen Hangneigungen die Kontrolle über die Skier verliert, für den gibt es meist kein Halten mehr. So sieht man zum Beispiel am Mont Fort immer wieder Wintersportler, die sich selbst überschätzen und mit einer mehrere hundert Meter dauernden schmerzhaften Rutschpartie bestraft werden.

«Hals- und Beinbruch!»

Auf den legendärsten Pisten erreichen Wintersportler mitunter Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern. Auf manch einer dieser fast senkrechten Sturzflugstrecken wurde schon ein Geschwindigkeits-Weltrekord aufgestellt. So zum Beispiel am Langen Zug am Arlberg in Österreich. Aber bitte: Jedem das Seine. Doch bevor Sie mit dem Gedanken spielen, sich an eine dieser Sag-besser-Lebewohl-Hänge zu wagen, stellen Sie sicher, dass Ihre Schutzengel an diesem Tag nicht in der Skihütte um die Wette bechern. Und wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen hier niemand ein gut gemeintes «Hals- und Beinbruch» wünscht ...

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  • remo am 10.01.2012 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Steigung

    eine Steigung in Prozent kann gar nicht senkrecht sein...Wenn die Steigung gegen Unendlich % geht sie gegen Senkrecht ( 90°). Da es Unendlich nicht gibt, geht das gar nicht :)...

  • Bodo Haudruff am 17.12.2011 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt keine dummen Fragen

    mal ne dumme Frage: 142 Prozent, heisst das dass es auf 100 Meter Länge 142 Meter Höhenunterschied hat? das wäre dann steiler als senkrecht .... hmmm. irgendwie geht das aber nicht oder wie, oder was , oder? Oder doch ?

    • gargol am 18.12.2011 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      Prozentgefälle

      Auf 142m Höhe kommt 100m länge...

    • Unbekannt am 22.01.2012 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      Dito

      100 % Gefälle bedeutet 100 m Höhenunterschied auf 100 m Distanzunterschied. Dies sind 45 Grad. Daher bedeutet mehr als 100 % Gefälle ledeglich einen Winkel > 45 Grad. Dein Beispiel mit Senkrecht funktioniert schon. Das wäre aber ein unendlicher Höhenunterschied bei Null Entfernungsunterschied, senkrecht eben. Naja, irgendwann schlägt man auf :-)

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  • Jack/Jack am 19.11.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Alhaij Jakob

    Die Schteilsten Pisten habe ich in Phuket TH,Boracay PH und Goboko NWA immer Ganz Jahres Betrieb.

    • Thomas am 06.12.2011 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      Genau und warm isses auch noch ...

      Yes, und wenn alles nicht hilft den Kite Richtung Welle fahren und ab auf den Hang :D

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