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Zu viel des Guten
01. Februar 2012 23:42; Akt: 02.02.2012 09:06 Print
Gleitschnee wird zur Gefahr für Skilifte
von Janko Skorup - Geologen warnen vor einer schweizweiten Gefahr: Wie am Sonntag in Lungern-Schönbüel könnten weitere Liftmasten abknicken – weil der Gleitschnee mit bis zu 50 Tonnen auf die Masten drückt.

Der Sessellift vom Turren nach Schönbüel: Hier wurde am Sonntag ein Mast samt Fundament aus dem Boden gerissen. (Bild: Corinne Glanzmann/NLZ)
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Die Experten staunten nicht schlecht, als im Skigebiet Lungern-Schönbüel am Sonntagmorgen ein Sesselliftmast von der enormen Schneemasse wie ein Streichholz umgeknickt wurde. Geologe Beat Keller hat einen deutlichen Verdacht, weshalb es dazu kommen konnte: «Wegen der warmen Monate November und Dezember konnte sich der Schnee nicht richtig mit dem Boden festfrieren. Deshalb kommt es jetzt zu einem sogenannten Gleitschneeproblem.»
Stefan Margreth, Lawinenschutzexperte am Institut für Schnee- und Lawinenforschung, ergänzt: «Gleitschnee kann grössere Kräfte entwickeln als eine Lawine – bis zu 50 Tonnen können so auf einen Mast drücken.» Betroffen seien Skiliftmasten in der ganzen Schweiz. «Vor allem exponierte Masten an Südhängen unterhalb von 2000 Metern können gefährdet sein.» Was bei einem weiteren Zwischenfall passieren könnte, will sich Keller gar nicht ausmalen: «Bei einem vergleichbaren Unfall könnte es zu Personenschäden kommen.»
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Beim für die Sicherheit der Liftanlagen zuständigen Bundesamt für Verkehr will man trotzdem nichts unternehmen, solange die Resultate der laufenden Untersuchung nicht feststehen. Die Bergbahn-Betriebe hingegen handeln bereits auf eigene Faust: «Wir befreien regelmässig exponierte Masten maschinell oder legen sogar Hand an», sagt Peter Reinle von den Titlis-Bergbahnen.
Auch Bruno Landolt von den Sportbahnen Elm ist sich der Gefahr bewusst. Nach dem Unfall herrscht bei den Bergbahnen aber nochmals zusätzliche Aufmerksamkeit.

























