Verzweifelte Regionen

16. November 2012 18:23; Akt: 16.11.2012 18:24 Print

Gratis-Skischule für junge Wintersportmuffel

Kostenlose Snowboardkurse, vorgeplante Skilager oder Trockenübungen in der Turnhalle. Verbände aus Schweizer Skiregionen lassen sich allerhand einfallen, um Jugendliche auf die Piste zu locken.

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Die Aussicht vom Weisshorn in Arosa ist vielen Jugendlichen fremd. Kostenlose Skikurse sollen dies ändern. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Das Schneehäschen und der coole Boarder waren gestern. Immer weniger Jugendliche wagen sich im Winter auf die Bretter. Die Skigebiete und Tourismusregionen setzen deshalb in ihrer Verzweiflung auf teils radikale Massnahmen.

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Arosa Tourismus ist gemäss seiner Homepage so in Sorge um den Schweizer «National-Sport», dass die Ski- und Snowboardschule in dieser Saison für alle Kinder und Jugendlichen unter 17 Jahren kostenlos ist.

Einmal Skilager fixfertig, bitte!

Auch der Verband Seilbahnen Schweiz (SBS) zittert um seine Zukunft. Für ihn heisst das Rezept gegen die Wintersportfaulheit der Schweizer Jugend: Skilager. Denn in den letzten Jahren ist die Zahl der Wintersportlager konstant zurückgegangen - insbesondere in städtischen Gebieten und Agglomerationen. Gründe für dieses Phänomen dürften der hohe Organisationsaufwand, die Kosten, die 24-Stunden-Betreuung der Jugendlichen sowie die grosse Verantwortung der Lagerleiter sein.

Der SBS klopft deshalb bei den Schulen an und ködert diese mit fixfertig organisierten Lagern. Im Rahmen des Förderprogramms «Teens camp – the snowy side of life» werden den Schulen laut «Tages-Anzeiger.ch» stark vergünstigte Schneesportlager angeboten. Für läppische 200 bis 350 Franken pro Schüler werden Anreise, Unterkunft, Skiabo und Miete der Sportausrüstung vom SBS organisiert – die Lehrkräfte müssen nur noch reservieren. Das Projekt wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) über das Tourismusförderprogramm «Innotour» finanziell unterstützt.

Snowboarden in der Turnhalle

Auch das Bündnerland hofft auf die Schulen und will den Jugendlichen das Wintersportfeeling mit «Trockenübungen» im Sportunterricht vermitteln. Die Dachorganisation Graubünden Ferien und die Schtifti Foundation reisen jeden Freitag in ein anderes Schulhaus und üben mit den Schülern in der Turnhalle die Bewegungen verschiedener Freestyle-Sportarten wie Snowboarden oder Skaten.

Darüber hinaus verlosen die beiden Organisationen Gratis-Schneetage im Kanton Graubünden. Per Wettbewerb werden die Ski- und Snowboardmuffel praktisch zu ihrem Glück gezwungen – 440 Wettbewerbsgewinner kommen in den nächsten Monaten in den Genuss eines Ausflugs auf die Skipiste.

(jbu)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Kann mich dem nur anschliessen! Wintersport ist viel zu teuer. Damit unsere vier Kinder trotzdem Skifahren oder Boarden lernen konnten haben wir sie jeweils ins Skilager geschickt ( ja wird bei uns noch angeboten und ist immer ausgebucht). Zweifle jedoch daran ob sie als Erwachsene weiter Wintersport betreiben weden bei diesen Preisen! – C.S.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Ganter am 18.11.2012 04:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allgemein zu teuer 

    Also ich fur ski solange mama zahlte. Oder in der stifti hatte ich mamas skie noch und ging ins stiftenlager. Danach war es nicht mehr bezahlbar. Vielleicht liegt da da problem. Skiferien in der schweiz sind so teuer. Also was soll das gejammere wenn man schlicht weg zu teuer ist?

  • Martin am 17.11.2012 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wettbewerbsfähig

    Der Wintersport als Paket betrachtet ist zu teuer. Kosten wie Ausrüstung, Ski-Pass und Restaurant|Hotellerie sind zu hoch. Im nahen Österreich kostet der Ski Pass zwar gleich viel aber Skischule, Hotellerie und Restaurant kosten die Hälfte. Da wundert es nicht, dass viele anstatt nach Arosa in den Vorarlberg fahren um den Schnee zu geniessen.

  • Paul Meier am 17.11.2012 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt schon voll

    Ja und warum finde ich z.B. im Hochstuckli oder Hasliberg kaum einen Parkpltz wenn ich nach 10h eintreffe? Auch im Restaurant muss man froh sein wenn man zu viert essen am gleichen Tisch essen kann. Ich weiss nicht wo all diese zusätzlichen Leute noch hin sollen.

  • Yvo Ledergerber am 17.11.2012 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wintersport in Lapp(i)land?

    Für läppische 200 bis 350 Franken wird ein Schneesportlager organisiert. Hat der Verfasser dieses Artikels an eine Familie mit drei oder vier Kindern aus dem zur Zeit oft diskutierten Mittelstand gedacht? Die Krankenkassenprämien und anderen Lebenskosten eingerechnet? Läppische Wortwahl!

  • Meier Bob am 17.11.2012 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Winterfun for everyone

    Ich verstehe nicht ganz, dass man nur den Skisport unterstützt, es soll ja Leute geben (auch jüngere) die weder Ski noch Snowboarden wollen, aber gerne im Schnee und an der frischen Luft wären. Es gäbe ja Grundsätzlich auch noch andere Aktivitäten, wie z.B. Schneeschuhlaufen oder Schlitteln oder Zipflbob fahren! das braucht auch Lifte und Seilbahnen und wer damit mal eine der vielen tollen Schlittelstrecken runter gefahren ist will gar nicht immer auf die Skis oder Boards...

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