Neue Studie

18. November 2012 22:39; Akt: 18.11.2012 22:39 Print

Richtige Behandlung kann Verschüttete retten

50 Prozent höhere Überlebenschancen: Trotz Herzstillstand und starker Unterkühlung können Lawinenopfer wiederbelebt werden – sofern sie an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden.

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In den Alpen sterben durchschnittlich 100 Sportler im Jahr durch Lawinenabgänge, an den Folgen einer Unterkühlung sterben allein in den USA rund 1500 Menschen jährlich. Dennoch gibt es zum Transport und zur Behandlung von Unterkühlten keine einheitlichen, auf aktuellen Erkenntnissen basierende Richtlinien.

Diese hat nun ein Team um Hermann Brugger von der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) aufgestellt, wie diese in einer Mitteilung schreibt. Die Forscher kommen nach einer umfassenden Literaturschau zum Schluss, dass die Lebensfunktionen bei stark Unterkühlten unter kontinuierlicher Herz-Lungen-Wiederbelebung auch nach Stunden zurückkehren können.

Längerer Weg lohnt sich

Sogar bei Herzstillstand und einer Körpertemperatur unter 28 Grad Celsius sei dies noch möglich, schreiben sie im Fachblatt «New England Journal of Medicine». «Unsere Studie hat gezeigt, dass dieses Vorgehen die Überlebenschancen um rund 50 Prozent erhöht», sagt Brugger. Die Herz-Lungen-Maschine ersetzt ausserhalb des Körpers die Pumpfunktion des Herzens sowie die Lungenfunktion.

Dies steht im Gegensatz zu traditionellen invasiven Methoden, bei denen Brustkorb oder Bauchdecke geöffnet werden, um den Patienten von innen wiederzuerwärmen. Bei solchen Patienten müsse daher im Notfall auch ein längerer Transportweg in ein Spital, das über eine Herz-Lungen-Maschine verfügt, in Betracht gezogen werden, erklären die Forscher.

Bei Patienten mit stabilem Kreislauf hingegen genügten nicht-invasive Methoden wie spezielle Warmluftdecken. Damit könnten Ärzte auch in Regionalspitälern die Unterkühlten sicher und ohne Nebenwirkungen erfolgreich wiedererwärmen, erklärt Brugger.

(sda)

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