Kältewelle rollt an

31. Januar 2012 12:23; Akt: 31.01.2012 18:33 Print

Schnee auf Kreta, Eis an der Côte d'AzurSchnee auf Kreta, Eis an der Côte d'Azur

Die Mittelmeerregion muss sich warm anziehen: Die sibirische Kälte hat Griechenland erfasst und steuert auf Westeuropa zu. In der Schweiz wird es so kalt wie seit Jahren nicht mehr.

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Am 9. Februar steigt die offizielle Anzahl der Kältetoten auf über 500. In der Nacht auf den 7. Februar kamen in Italien wegen der extremen Kälte sieben Menschen ums Leben. Die Stadt Rom stellt 2000 Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung. Seltener Anblick: Das Römer Kolosseum am 4. Februar 2012 im Schneetreiben. Noch seltenerer Anblick: Ein Langläufer im Circus Maximus, ebenfalls in Rom. Seltsam, dass hier der Mann auf den Skiern auf den Auslöser drückt und nicht die Frau gegenüber den erinnerungswürdigen Moment festhält. Gut eingepackt: Frauchen und Hund zeigen sich in Rom gleichermassen wetterfest. Damit das auch für sein Auto gilt, legt ein junger Mann in den schneebedeckten Strassen selber Hand an. Auch Serbien versinkt im Schnee. Im Bild das Schloss Kalamegdan, mitten in Belgrad, am 3. Februar. Da hilft auch ein Bart nicht mehr viel. In Uzice, 200 Kilometer südwestlich von Belgrad, hält ein Mann Ausschau. In Serbien soll wegen der Kälte der Ausnahmezustand ausgerufen werden. Auch im nordfranzösischen Lille liegt Schnee. Allein in der Nacht auf den 3. Februar fielen in der Ukraine 38 Menschen der Kälte zum Opfer. In Athen liegt am 2. Februar 2012 eine dicke Schneeschicht. Seltenes Bild: Die Kathedrale von Siena in Italien, schneebedeckt, am 1. Februar 2012. Die blaue Moschee im türkischen Istanbul ist für einmal eher weiss. Palmen und Schnee. Diese seltene Kombination zeigt sich in der Türkei. Die Suleyman-Moschee in Istanbul muss vom Schnee befreit werden. Spektakuläre Bilder liefert uns ein Reutersfotograf aus dem deutschen Wendelstein bei Bayrischzell Kalt, kalt, kalt: Der Winter hält Europa fest im Griff. Im weissen Kleid präsentierte sich am 1. Februar selbst Nizza. Orangen im Schnee... ...die Palme an der Uferpromenade streckt sich hartnäckig grün in den Himmel. In der Elbe bei Dresden bilden sich Eisschollen Machen sich so klein wie möglich: Enten und ein Schwan in Weissrussland. Schnee liegt auch in Mailand. Schnee und Kälte auch in Genua, aufgenommen am 31. Januar 2012. Schneeräumung im Stadion von Juventus Turin am Montagabend, 30. Januar 2012. Schnee in Sotschi, Russland, Austragungsort der Olympischen Spiele 2014. Mitarbeiter des Roten Kreuzes helfen in Berlin einem Obdachlosen. Der gefrorene Wasserfall von Radau in der Nähe von Bad Harzburg (D). Vom Wind zugeweht und festgefroren. Schnee an der Kirche auf dem Wendelstein in der Nähe von Bayrischzell (D). Die Kältewelle hat auch Griechenland erfasst: In Athen versucht sich einer der 20 000 Obdachlosen zu erwärmen. In der Tat ein weisser Strand: In Südkreta könnte es schon bald wieder so aussehen. Noch kälter ist es in Rumänien, wo das Thermometer am Dienstag gerade einmal noch -27 Grad erreichte. Prekär ist die Lage in der Ukraine: Bereits sind 18 Menschen erfrorer. Auf der Strasse werden deshalb warme Mahlzeiten an Bedürftige abgegeben. In Bulgarien wurden rekordtiefe Temperaturen gemessen. Die Kältewelle fordert in zahlreichen Ländern Opfer: In Serbien sind bereits drei Menschen erfrorern. Russland, hier das Dorf Sliznevo in Taiga, muss Temperaturen von unter minus 30 Grad ertragen.

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Die sibirische Kälte hat Europa weiter fest im Griff. In Osteuropa kamen in den vergangenen Tagen mindestens 58 Menschen ums Leben. Todesopfer gab es unter anderem in der Ukraine, Polen, Serbien und Russland.

Allein in der Ukraine starben 30 Menschen an Unterkühlung, die meisten von ihnen waren Obdachlose. 540 Menschen mussten dort wegen Unterkühlung in Krankenhäusern behandelt werden. In Polen sanken die Temperaturen auf minus 27 Grad.

Schnee auf Kreta

Nach Osteuropa hat die sibirische Kälte Griechenland erfasst: Bei Thessaloniki haben Wetterdienste am Dienstagmorgen -12 Grad gemessen, in Athen bewegen sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Die Behörden haben Turnhallen für die 20 000 Obdachlosen der griechischen Hauptstadt geöffnet. Und es kommt noch schlimmer: «Sogar auf Kreta könnte es in den kommenden Tagen schneien», sagt ein Meteorologe des griechischen Wetterdienstes.

Nicht nur die Griechen müssen sich in der Mittelmeerregion warm anziehen: An der Côte d’Azur in Südfrankreich werden bis zum Wochenende Höchstwerte von gerade noch einmal -4 Grad erwartet. «Schnee wird aber am Strand nicht fallen, dafür fehlt es an Feuchte», sagt Roger Perret von Meteonews. Die Kältewelle werde in abgeschwächter Form auch Spanien erfassen, mit Schnee auf Mallorca sei aber kaum zu rechnen.

Alle zehn Jahre so kalt

In der Schweiz dürften die Temperaturen am Donnerstag einen ersten Tiefpunkt erreichen. Meteorologe Perret rechnet mit Höchsttemperaturen von -10 bis -8 Grad im Mittelland. «So eine Kältewelle erleben wir etwa alle zehn Jahre.» Von einem Kälterekord ist die Schweiz aber noch weit entfernt: 1987 erreichten die Temperaturen Höchstwerte von nicht einmal -15 Grad.

Ukraine richtet Krisenstab ein

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Regionen gingen die Temperaturen am Dienstag auf minus 23 Grad zurück. Die meisten Todesopfer wurden erfroren auf den Strassen aufgefunden, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. Einige starben in Krankenhäusern oder in ihren Wohnungen. Noch am Vortag hatten die Behörden die Zahl der Kältetoten mit 18 angegeben.

Die Regierung richtete einen Krisenstab ein, der rund um die Uhr tätig sein soll, wie die Nachrichtenagentur Unian berichtete. Rund 15.000 Betreuungsstellen für Obdachlose im Land wurden bereits eingerichtet. Sie bieten Gelegenheit zum Aufwärmen, heisse Getränke und Essen an. Für Obdachlose wurden zudem Hunderte beheizte Zelte aufgeschlagen.

27 Grad unter Null in Polen

Polen verzeichnete innerhalb von 24 Stunden fünf Todesopfer durch die Kälte. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf 15 in den vergangenen vier Tagen, wie die Polizei mitteilte. Die Temperaturen sanken im Südosten des Landes auf 27 Grad unter Null, für die Nacht wurden sogar minus 29 Grad erwartet.

In Rumänien kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums innerhalb von 24 Stunden zwei Menschen in der Kälte ums Leben. Seit Beginn der Kältewelle starben acht Menschen. In Bukarest fiel die Temperatur in der Nacht auf 20 Grad unter Null. Die Moskauer Gesundheitsbehörde meldete ein Kälte-Opfer. Das russische Katastrophenschutzministerium veröffentlichte zunächst keine Angaben für das ganze Land.


Hunde in Schneenot: Nach einem Blizzard mussten in Rumänien Sträflinge ein Hunde-Asyl vom Schnee befreien.
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(am/sda/dapd)

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  • Andreas Gasser am 31.01.2012 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Meine Güte, jetzt wird schon aus einer kleinen Kältewelle ein mediales Spektakel inszeniert. Voooorischt, Temperaturen unter Null Grad. Das ist lebensgefährlich. Aber diese Katastrophe ist ja schon Anfangs nächster Woche vorbei. Da haben wir ja nochmals grooooosses Glück gehabt...

  • Martin am 31.01.2012 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    sizilien noch warm

    sizilien immernoch zwischen 10 und 20 grad :) ist aber auch eher untypisch für sizilien, letztes jahr gab es dort neujahr noch 30 grad..

  • Christof F am 31.01.2012 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die Klimaerwärmung stockt ?

    Die Klimaerwärmung stockt ? Ich denke mit solchen Temperaturen dürfte es jetzt wohl allen klar sein, dass das die Horrorszenarien von schmelzendem Eis und überfluteten Küsten nur geschürte Hysterie war, die die Leute dazu bringen sollte, zu CO2 Steuern einzuwilligen. Wir zahlen bereits CO2 Steuern, kommt jetzt die Wahrheit ans Licht?

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