Wallis und Bern

04. Dezember 2012 08:18; Akt: 04.12.2012 12:30 Print

Schnee und Orkan bringen Chaos und Verletzte

Das winterliche Wetter mit viel Schnee und heftigen Winden hat dem Schweizer Schienen- und Strassenverkehr zugesetzt. Vor allem in den Berner und Walliser Bergen ist die Hölle los.

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Der Winter schlägt weiterhin erbarmungslos zu: Heftiger Schneefall in Kombination mit Sturmwinden in der Nacht auf Dienstag führte in höher gelegenen Gebieten zu Unterbrüchen im Schienenverkehr. Vor allem das Wallis wurde mit reichlich Schnee eingedeckt.

Gemäss Angaben von SF Meteo gab es im Lötschental 61 Zentimeter Neuschnee. Auch das Goms und das Unterwallis liegen unter einer dicken Schneedecke. So verzeichneten Ulrichen 50 Zentimeter und Evolène 35 Zentimeter Neuschnee.

Weiter im Osten waren die Schneemengen nicht ganz so üppig. In Andermatt UR gab es 31 Zentimeter Neuschnee, in Chur waren es noch 10 Zentimeter. Im ganzen Alpenraum und auch im Jura ist die Lawinengefahr gemäss Schnee- und Lawinenforschungsinstitut erheblich.

Dazu wurden in höheren Lagen Orkanböen registriert. Auf dem Säntis erreichte die stärkste Böe einen Wert von 138 Kilometern pro Stunde. Auch auf dem Pilatus mit 132, auf dem La Dôle mit 121 und auf dem Chasseral mit 117 Kilometern pro Stunde reichte es für Orkanböen.

Behinderungen auf Strasse und Schiene

Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) musste ihren Betrieb zwischen Fiesch VS und Oberwald VS im Goms bis um 9 Uhr morgens einstellen. Die Strecke zwischen Andermatt und Tschamutt GR über den Oberalppass bleibt wegen Schneefalls und Lawinengefahr bis auf weiteres gesperrt.

Schneeverwehungen infolge eines Sturms hatten bis 10 Uhr auch den Betrieb der Jungfraubahnen zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Jungfraujoch lahmgelegt. Die Züge verkehren seitdem wieder normal. Ebenfalls behoben wurde unterdessen ein technisches Problem bei der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM).

Die winterlichen Strassenverhältnisse haben auch viele Autofahrer in der Schweiz überfordert. Der Kantonspolizei Bern wurden zwischen Montagabend bis Dienstagmittag rund fünfzig Verkehrsunfälle gemeldet. Dabei wurden sieben Personen verletzt, wie Mediensprecher Andreas Hofmann auf Anfrage sagte. Auch im Kanton Solothurn kam es seit Montag zu über einem Dutzend Unfällen auf verschneiten Strassen.

Warmfront im Norden

In weiten Teilen der Schweiz stieg die Schneefallgrenze am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag wegen einer Warmfront - im Jura und an den nördlichen Voralpen auf 900 bis 1400 Meter, im Berner Oberland kurzfristig sogar gegen rund 1800 Meter. Im Mittelland wurde es gleichzeitig immer milder. Die Temperaturen stiegen mit kräftigem Südwest- bis Westwind auf Werte bis 9,4 Grad, so gemessen in Le Bouveret VS am Genfersee.

Mit der Kaltfront, die die Schweiz gemäss SF Meteo am Dienstagnachmittag erreicht, gehen auch im Flachland die Temperaturen wieder zurück. Bis am Abend fällt Schnee wieder an vielen Orten bis in tiefe Lagen. Auch in den kommenden Tagen bleibt es winterlich mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und verbreiteten Schneeschauern.

(sda)


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